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Teure Attacke  

Sony-Hacker haben in Luxushotel residiert

08.12.2014, 15:21 Uhr | dpa

Sony-Hacker haben in Luxushotel residiert. Die Sony Pictures Studios in Culver City, Kalifornien. (Quelle: dpa/Archivbild)

Die Sony Pictures Studios in Culver City, Kalifornien. (Quelle: Archivbild/dpa)

Der folgenschwere Hacker-Angriff auf Sony Pictures soll zu einem Luxus-Hotel in Thailand zurückverfolgt worden sein. Die Hacker hätten von dem "St. Regis" in der Hauptstadt Bangkok aus zugeschlagen, schrieb der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf Ermittler. Noch immer ist unklar, wer hinter dem Angriff steckt. Mittlerweile wurden auch Sony-Mitarbeiter persönlich von den Hackern bedroht.

Es ist das erste Mal, dass es Hackern gelang, die Datenbestände einer Firma so flächendeckend zu plündern und ihren Betrieb auf Tage lahmzulegen. Die Angreifer scheinen sich freien Zugang zu nahezu allen geschäftlichen Daten des Hollywood-Studios verschafft zu haben. Im Netz landeten nach dem Angriff neben noch unveröffentlichten Filmen auch Informationen über das Sony-Geschäft sowie Filmstars wie James Franco und Seth Rogen.

Etliche Computer von Beschäftigten wurden durch die Attacke so beeinträchtigt, dass sie nicht mehr verwendungsfähig waren und durch neue Rechner ausgetauscht werden mussten.

Sony-Mitarbeiter bedroht

Weiterhin wurden die Daten von tausenden Mitarbeitern inklusive Gehaltsangaben, Leistungsbeurteilungen sowie Sozialversicherungsnummern gestohlen, die in den USA quasi die Funktion eines Personalausweises haben.

Einige Sony-Mitarbeiter wurden sogar persönlich von den Hackern bedroht. In einer in schlechtem Englisch verfassten E-Mail wurden sie am Freitag aufgefordert, in einer Antwortmail die Fehler des Unternehmens einzuräumen. Anderenfalls seien sie und ihre Familie in Gefahr. Wie die New York Times berichtete, haben Sony und das FBI inzwischen bestätigt, dass Mitarbeiter eine solche Mail erhalten haben. Die Hacker seien bislang jedoch nicht identifiziert, möglicherweise sei ein früherer Sony-Mitarbeiter involviert, so die Zeitung.

Kein Unternehmen sei gewappnet

Die von Sony beauftragte IT-Sicherheitsfirma Mandiant sprach in einer internen Notiz von einem außerordentlichen Angriff, gegen den kein Unternehmen gewappnet gewesen wäre.

Andere Fachleute kritisierten dagegen mangelnde Sicherheitsvorkehrungen bei Sony Pictures. "Ich bin schockiert, dass die Sony-Angreifer mehrere Terabyte an Daten herunterladen konnten, ohne dass dies bemerkt wurde", twitterte der Ex-Hacker Kevin Mitnick, der inzwischen als Sicherheitsexperte arbeitet.

Nordkorea wies Vorwurf zurück

Nordkorea bestritt am Wochenende, mit der Attacke zu tun zu haben. Es war verdächtigt worden, weil das kommunistische Regime die Komödie "The Interview" scharf kritisiert hatte. In dem Film werden zwei Journalisten beauftragt, Machthaber Kim Jong Un bei einem Interview zu töten. Nordkorea hatte den Film scharf kritisiert. Der Angriff steigerte zugleich das Interesse für den Film: Der Trailer wurde seitdem zehn Mal häufiger bei YouTube abgerufen.

Während Nordkorea eine Beteiligung zurückwies, sahen Experten einige Parallelen zu einer Attacke auf südkoreanische Banken und Medien im vergangenen Jahr. Eine direkte Spur zum Regime in Nordkorea scheint jedoch bisher nicht entdeckt worden zu sein.

Hackergruppe bekennt sich

Die Verantwortung für die Attacke übernahm eine bisher nicht bekannt Hackergruppe mit dem Namen "Guardians of Peace". Sie könnte auch hinter der Veröffentlichung von Sony-Dokumenten stecken. Unter den im Netz platzierten Dokumenten waren unter anderem Zahlen zu Kosten und Erlösen von Sonys Filmen und Fernsehserien, Gehälter von Schauspielern und Adressen von Mitarbeitern. Mehrere Beschäftigte bekamen laut US-Medienberichten Droh-E-Mails.

Am Montag war auch die Download-Plattform Playstation Store attackiert worden. Die Webseite für Sonys Spielkonsolen war nicht erreichbar. Eine andere Hackergruppe erklärte, sie sei verantwortlich. Das Playstation-Netzwerk und andere Sony-Dienste waren bereits im April 2011 Ziel einer groß angelegten Attacke geworden, bei der sich die Angreifer Zugang zu Daten von bis zu 100 Millionen Nutzern verschafft haben könnten.

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