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Panne bei Google: 280.000 geheime Adressen veröffentlicht

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Gefundenes Fressen für Hacker  

Google gibt 280.000 geheime Adressen preis

16.03.2015, 11:36 Uhr | t-online.de

Panne bei Google: 280.000 geheime Adressen veröffentlicht. Ein Mann läuft an einem Firmenschild von Google vorbei (Quelle: AP/dpa)

Google-Apps-Panne: Hundertausende Adressen stehen im "Telefonbuch des Internets". (Quelle: AP/dpa)

Durch eine Software-Panne hat Google Hundertausende von Namen, Postanschriften, E-Mail-Adressen und Telefonnummern von Webseiten-Betreibern im Internet veröffentlicht, die eigentlich geheim bleiben sollten. Der Internet-Riese hat den Fehler inzwischen zwar behoben. Die Betroffenen müssen sich dennoch vor Identitätsdieben, Spammern und gezielten Phishing-Attacken fürchten.

Wie Sicherheitsforscher des amerikanischen Telekommunikations-Konzerns Cisco berichten, ist ein Fehler in dem Dienst Google Apps für das Datenleck verantwortlich. Über Google Apps können Webseiten-Betreiber neue Internet-Adressen registrieren – eine sogenannte Domain-Registrierung. Über Google Apps lassen sich die Domains automatisch mit Google-Diensten wie beispielsweise Mail, Calendar und Docs verknüpfen.

Anonym für sechs Dollar im Jahr

Das Datenleck ist besonders brisant, da die Betroffenen "Google Apps"-Kunden bei ihrer Registrierung angaben, anonym bleiben zu wollen. Wenn etwa mit einer WHOIS-Suche nach einem Webseiten-Betreiber gesucht wurde, erschienen nicht dessen persönliche Kontaktdaten sondern die Adresse eines Stellvertreters – in diesem Fall die Kontaktdaten des US-Unternehmens eNom, das mit Google zusammenarbeitet. Die "WHOIS Privacy Protection" kostet pro Jahr sechs US-Dollar extra.

Für Webseiten-Betreiber gibt es unterschiedliche Gründe, ihre Identität und vor allem ihre persönlichen Kontaktdaten zu verschleiern: Zum Beispiel weil sie umstrittene, politisch gefährliche oder zwielichtige Inhalte auf ihren Internetseiten anbieten. Ein Anonymisierungs-Dienst wie eNom kann aber auch ganz schlicht vor Online-Kriminellen schützen. Denn die WHOIS-Datenbanken sind wie ein Telefonbuch öffentlich einsehbar. Die Kontaktdaten sind damit ein gefundenes Fressen für Spammer, Identitätsdiebe und andere Online-Kriminelle.

Google Apps stellt Web-Admins bloß

Laut Cisco spuckte Google bereits Mitte 2013 die ersten persönlichen Daten aus, nachdem Kunden ihren Anonymisierungs-Schutz nach einem Jahr verlängerten. Google Apps hatte die zuvor von den Benutzern gewählten und bezahlten Datenschutzeinstellungen offensichtlich nicht übernommen. Derzeit sollen genau 282.867 von Googles "anonymen" Webseiten-Betreibern betroffen sein – etwa 94 Prozent der gesamten Nutzerschaft.

Google schrieb die Betroffenen an und entschuldigte sich für die Panne. Damit ist den Web-Administratoren jedoch nicht viel geholfen. Denn die meisten Internetdienste führen eigene Archive von WHOIS-Datenbanken. Die persönlichen Anschriften, Telefonnummer und Telefonnummern bleiben also im Netz.

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