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IS legt TV5Monde lahm und bedroht französische Soldaten

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Drohungen gegen Soldaten  

IS legt französischen Sender TV5Monde lahm

09.04.2015, 13:35 Uhr | t-online.de, AFP, dpa

IS legt TV5Monde lahm und bedroht französische Soldaten. Von Terroristen gehackt: So sah die Facebook-Seite von TV5Monde zwischenzeitlich aus. (Quelle: Screenshot/Le Monde)

Von Terroristen gehackt: So sah die Facebook-Seite von TV5Monde zwischenzeitlich aus. (Quelle: Screenshot/Le Monde)

Hacker-Angriff des Islamischen Staats (IS) auf den französischen Sender TV5Monde: Die Terrormiliz hat den Sendebetrieb des internationalen Kanals für mehrere Stunden lahmgelegt. Laut einem Bericht von "France TV Info" zeigten die Webseiten und Social-Media-Konten von TV5Monde Forderungen des IS.

Auch auf den Facebook-Seiten posteten die Extremisten Drohungen. "Soldaten Frankreichs, bleibt dem Islamischen Staat fern! Ihr habt die Chance, eure Familien zu retten, nutzt sie!", hieß es dort. Zudem wurden Dokumente mit Angaben zu Familienmitgliedern von französischen Militärangehörigen veröffentlicht, die an den Einsätzen gegen den IS beteiligt seien. Das CyberKalifat suche derzeit nach den "Familien der Militärs, die sich an die Amerikaner verkauft haben".

Die Hacker warfen Frankreichs Staatschef François Hollande vor, mit der Beteiligung an dem Militäreinsatz der US-geführten Koalition gegen den IS im Irak und in Syrien einen "unverzeihlichen Fehler" gemacht zu haben. "Darum haben die Franzosen die Geschenke bei 'Charlie Hebdo' und Hyper Cacher erhalten", hieß es in Anspielung auf die Anschläge im Januar.

Sendebetrieb wieder aufgenommen

"Die Webseite und die Antennen von TV5Monde stehen im Moment unter einer Piratenattacke von großem Ausmaß", schrieb der Sender kurz vor Mitternacht bei Twitter, etwa zwei Stunden nach Beginn des Angriffs.

Man arbeite daran, das gewohnte Programm wieder herzustellen, hieß es. Gegen ein Uhr nachts konnte TV5Monde seinen Sendebetrieb wieder aufnehmen. Die Rückkehr zum Normalzustand könne aber Tage dauern. Am Donnerstag sagte Bigot dem Sender RTL, der Angriff dauere an. Die Sendergruppe habe ihr Signal wiederhergestellt, könne aber nur aufgezeichnete Programme ausstrahlen.

Einige Stunden nach der Attacke waren die IS-Forderungen auf Twitter und Facebook allerdings bereits nicht mehr zu sehen. Auf der TV5-Webseite stand lediglich eine Wartungsmeldung.

Erste Analyse des Hacker-Angriffs

Der Experte William Reymond von der investigativen Internetseite "Breaking3zero" erläuterte, der Angriff lasse sich direkt zu zwei Extremisten mit Verbindungen zum IS zurückverfolgen. Einer davon sei in Algerien tätig und habe eine Schadsoftware programmiert. In Hacker-Kreisen nenne er sich "JoHn.Dz", aber sein Name sei "Nadschaf". Ein weiterer Täter namens "Khattab" säße im Irak und habe die Attacke "beschleunigt". Zudem habe dieser über sein Twitter-Konto Details zu der Attacke verbreitet.

Zentraler Sende-Server lahmgelegt

Der Angriff soll über eine Schadsoftware erfolgt sein, die eine Java-Sicherheitslücke im Systems des Senders ausnutzte. Damit konnte sich die Schadsoftware im zentralen Sende-Server festsetzen und diesen kapern. Der Server wandelt die analoge Signale des Fernsehsenders in digitale Signale um, damit diese über Satelliten verbreitet werden können.

Durch die Sabotage dieses Systems konnten die Angreifer den TV-Sender an einer sehr zentralen und empfindlichen Stelle treffen. Es werde schwierig, die Kontrolle über das System wiederzuerlangen, meinte Reymond. "Sie müssen alles löschen. Es gab mindestens drei weitere verschlüsselte Viren."

Politische Ziele der Hacker

Frankreich nimmt als Teil einer internationalen Koalition am Militäreinsatz gegen die sunnitischen IS-Extremisten im Irak und in Syrien teil. Medien wie die "New York Post", der "Boston Globe" oder die britische Zeitung "The Independent" waren in den vergangenen Monaten häufiger Ziel von Hackerangriffen. Zu einigen der Attacken hatte sich allerdings die Gruppe "Syrian Electronic Army" bekannt, die der syrischen Regierung nahesteht.

Neuer Themenkanal

Bei Angriffen auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo", einen jüdischen Supermarkt und eine Polizistin waren im Januar in Frankreich 20 Menschen getötet worden, darunter die Terroristen. Einer der Attentäter hatte angegeben, er habe Instruktionen vom IS erhalten.

Die in Paris ansässige TV5Monde ist eine französischsprachige Sendergruppe, die weltweit in mehr als 200 Ländern sendet. Er wird von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der vier französischsprachigen Länder Frankreich, Belgien, Schweiz und Kanada finanziert.

Am Tag des Hackerangriffs hatte TV5Monde einen neuen Themenkanal gestartet, in dem es um die französische Lebensart geht. Er wird unter anderem im Nahen Osten und in Nordafrika ausgestrahlt. An der Zeremonie zum Sendestart hatte sich auch Frankreichs Außenminister Laurent Fabius beteiligt.

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