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BKA-Präsident: Deutsche Polizisten bei Datendiebstahl oft hilflos

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Kampf gegen Cyberkriminalität  

Deutsche Polizisten bei Datendiebstahl oft hilflos

26.05.2015, 16:13 Uhr | dpa

 BKA-Präsident: Deutsche Polizisten bei Datendiebstahl oft hilflos. Cyberkriminelle führen die Polizei noch zu oft an der Naser herum (Quelle: imago/Itnop.net / Symbolfoto)

Zu viele Polizisten wissen nicht, was sie mit Handy-Fotos und Datendieben anstellen sollen, meint BKA-Präsident Holger Münch. (Quelle: Itnop.net / Symbolfoto/imago)

Die deutsche Polizei hat beim Umgang mit dem Internet und Smartphones noch viel zu lernen. Dieser Ansicht ist kein geringer als der BKA-Präsident Holger Münch. Bei der Bekämpfung von Cyberkriminellen hapere es an technischem Wissen, meint Münch. Experten sind eine Seltenheit und dem Durchschnittspolizisten fehle mitunter das nötige Feingefühl für soziale Netzwerke.

Die Polizei in Deutschland muss noch versierter in Sachen Internet werden, fordert Münch. Dabei reichen seine Vorstellungen vom professionellen Kommunizieren in sozialen Netzwerken bis zum vernetzten Kampf gegen das wachsende Verbrechen im Cyberspace. "Wie halten wir technisch Schritt? Das ist eine Riesenherausforderung", sagte der Chef des Bundeskriminalamts (BKA) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Münch (53) leitet seit knapp einem halben Jahr Deutschlands oberste Polizeibehörde.

Nur Experten können digitale Beweise sichern

Standardisierte Fortbildungen könnten laut Münch helfen, dass jeder Polizist mit neuen Deliktformen umzugehen lernt. "Wenn ein junger Mensch in die Polizeistation kommt und einen Datendiebstahl anzeigt, dann hat der nicht fortgebildete Polizeibeamte ein Problem", sagte er. "Das Foto auf dem gesperrten Handy als Beweismittel zu sichern, das können heute nur Experten. Da müssen wir uns weiterentwickeln."

Die Polizei müsse sich auch stärker den neuen Medien öffnen. Das BKA erarbeite eine Strategie für die eigene Kommunikation. Bald werde es auch eine digitale Lösung für Hinweise aus der Bevölkerung geben. Münch hat dabei eine Situation vor Augen wie beim Anschlag auf den Boston-Marathon 2013 mit Hunderten Zeugen: "Viele Bürger in dieser Republik wollen uns Hinweise geben, Beweismittel schicken, Fotos, Videos. Die müssen wir aufnehmen können."

Der sorglose Umgang vieler Nutzer mit sozialen Netzwerken mache indes auch vor Polizisten nicht halt, gestand der BKA-Chef ein. Es komme vor, "dass Kollegen im Einsatz posten: Wir ziehen jetzt ab." Das sei unklug, weil andere Personen die Informationen missbrauchen könnten.

Das BKA als zentrale Stelle für Internetkriminalität

Im Kampf gegen die wachsende Internetkriminalität sollten die Bundesländer ihre Ressourcen vernetzen und das BKA als Dienstleister in Anspruch nehmen, sagte Münch. Die Zuständigkeit für die einzelnen Fälle solle selbstverständlich bei den Ländern bleiben. Münch sagte: "Wir brauchen einen Verbund und auch zentrale Stellen, die Ressourcen und Kompetenzen zur Verfügung stellen, damit ein Ermittler nicht unverhältnismäßig lange auf eine Datenauswertung warten muss."

Da komme das BKA mit Spezialwissen ins Spiel: "Welche Methoden muss man entwickeln, um Daten im Petabyte-Bereich auswerten zu können? Wie knackt man lange Passwörter?" Die Datenflut in Fällen von Wirtschaftskriminalität oder Betrug sei ein Problem. Münch setzt hier auf eigene Kapazitäten der Polizei, denn die Erfahrung mit externen Dienstleistern sei gemischt: "Wie ich aus den Ländern erfahre, sind auch die Durchlauf- und Wartezeiten bei externen Anbietern länger geworden, denn auch die kämpfen mit dem wachsenden Datenvolumen."

Die Zahl von Cyberverbrechen steigt

Knapp 247.000 Fälle, in denen das Internet Tatmittel war, listet die neue Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2014 auf. In drei von vier Fällen ging es dabei um Betrug. Aber es wurde auch 6774 mal die Verbreitung von Pornografie angezeigt.

In der Zählung gibt es Überschneidungen zur Untergruppe der Computerkriminalität (knapp 74.000 Fälle), in der der Computer das Tatmittel ist. Neben Betrugs- und Fälschungsdelikten zählen dazu 5667 Fälle von Datenveränderung oder Computersabotage. In 11.887 Fällen wurden Daten ausgespäht oder abgefangen. Insgesamt geht das BKA von steigenden Fallzahlen und einer hohen Dunkelziffer im Bereich Cybercrime aus.

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