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Geldautomaten sicherer: Wo Kartendiebe wirklich zuschlagen

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Geldautomaten waren gestern  

Wo Kartendiebe wirklich zuschlagen

10.07.2015, 15:34 Uhr | dpa

Geldautomaten sicherer: Wo Kartendiebe wirklich zuschlagen. Geldautomat (Quelle: dpa)

Geldautomaten sind für Skimmer kaum noch ein lohnenswertes Ziel. (Quelle: dpa)

Kontodiebe beißen sich an deutschen Geldautomaten zunehmend die Zähne aus. Leider ist das nur bedingt ein Grund zum Aufatmen. Denn die Kartendiebe haben bereits andere Wege gefunden, fremde Konten zu plündern. 

Ende Februar meldete das Bundeskriminalamtes (BKA) einen Ermittlungserfolg gegen eine Bande, die Tankautomaten an deutschen Tankstellen manipuliert haben soll, um Kartendaten samt Geheimnummer auszuspähen ("Skimming"). Mit den abgeschöpften Informationen stellte die Bande Kartendubletten her und tankte damit in Deutschland, Luxemburg, Belgien, Frankreich, Österreich, Ungarn und der Schweiz – Gesamtschaden: mehr als 3,5 Millionen Euro.

Das Fazit des BKA: "Die Ermittlungen belegen, dass Straftäter schnell auf technische Veränderungen reagieren." Die Sicherheitsmaßnahmen der Kreditinstitute würden zunehmend greifen und damit der Abgriff von Kartendaten vielfach verhindert. Daher wenden sich die Kriminellen neuen Angriffszielen zu wie beispielsweise Tankkartendaten.

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Kartendiebe scheitern an neuer Technik

In der Tat geht "Skimming" an Geldautomaten in Deutschland seit Jahren zurück. Im ersten Halbjahr 2015 manipulierten Kriminelle bundesweit 62 Geldautomaten, um Kartendaten und Geheimnummer (PIN) von Bankkunden auszuspähen. In den ersten sechs Monaten 2014 hatte die Branche noch 84 "Skimming"-Angriffe auf Geldautomaten in Deutschland gezählt. Im Gesamtjahr 2014 waren es 145. Das berichtet die Euro Kartensysteme, eine Einrichtung der deutschen Kreditwirtschaft, die sich um die Sicherheit von Zahlungskarten kümmert.

Die Milliardeninvestitionen von Banken und Handel in sicheres Plastikgeld scheinen sich auszuzahlen: Datendiebe können die gestohlenen Daten in immer weniger Ländern zu Geld machen. Denn die EMV-Technik (Europay International, MasterCard und Visa) ersetzt zunehmend die als anfälliger geltenden Karten mit Magnetstreifen.

EMV-Karten sind mit einer Art Mini-Computer ausgestattet: Der Datensatz wird verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft – und zwar bei jedem Einsatz sowohl am Geldautomaten als auch an der Ladenkasse. In Deutschland sind seit Ende 2010 alle rund 94 Millionen Girocards mit EMV-Chip ausgestattet, ebenso sämtliche knapp 60.000 Geldautomaten und 720.000 Terminals im Handel.

In diesen Ländern schlagen Skimmer kräftig zu

Um gestohlene Bankdaten zum Bezahlen oder Einkaufen zu missbrauchen, müssen Kriminelle daher weit reisen. Umsätze mit gefälschten Karten auf Basis von in Deutschland gestohlenen Daten wurden in den ersten sechs Monaten 2015 vor allem in Indonesien (28 Prozent), den USA (21 Prozent), Spanien (13 Prozent), Brasilien (7 Prozent) und Thailand (4 Prozent) festgestellt.

Oft sitzen die Hintermänner der Datendiebe im Ausland. Im April verurteilte das Landgericht Erfurt einen 28-Jährigen zu zwei Jahren und neun Monaten Haft, weil er nach Überzeugung der Justiz beim Ausspähen von Kartendaten an Bankautomaten in Thüringen half. Dafür soll er bezahlt worden sein – das große Geld jedoch machten Betrüger in Ostasien: Sie erbeuteten mit gefälschten Bankkarten 120.000 Euro.

Wer haftet bei Karten-Betrug?

"Skimming"-Schäden übernehmen in der Regel die Banken – und trotz aller Bemühungen um mehr Sicherheit ist die Summe immer noch erheblich: Im ersten Halbjahr 2015 belief sich der Bruttoschaden durch "Skimming" an deutschen Geldautomaten auf 1,1 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es rund 1,4 Millionen Euro, im gesamten vergangenen Jahr 3,1 Millionen Euro.

Zumindest einen Teil der Summe können sich die deutschen Banken zurückholen: Entstehen die Schäden durch Einsatz von gefälschten Karten an nicht EMV-fähigen Geldautomaten und Terminals im Ausland, werden dafür die ausländischen Institute zur Kasse gebeten und nicht die deutschen Banken, die die Originalkarten ausgegeben haben.

In Sicherheit wiegen sollte sich aber auch die deutsche Finanzbranche nicht, mahnt Expertin Schneider: "Man muss dennoch wachsam bleiben. Es gibt natürlich auch Bestrebungen, den EMV-Chip anzugreifen."

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