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Hacker dringen in Netzwerk des Pentagon ein: Russland unter Verdacht

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Russland unter Verdacht  

Hacker dringen in Netzwerk des Pentagon ein

07.08.2015, 12:14 Uhr | t-online.de, AFP

Hacker dringen in Netzwerk des Pentagon ein: Russland unter Verdacht. Das Pentagon, der Hauptsitz des US-Verteidigungsministeriums, wurde angeblich Opfer eine Hackerattacke. (Quelle: dpa)

Das Pentagon, der Hauptsitz des US-Verteidigungsministeriums, wurde angeblich Opfer eine Hackerattacke. (Quelle: dpa)

Das US-Militär hat ein Mail-Netzwerk des US-Generalstabs vorläufig abgeschaltet. Laut einem Bericht der Tageszeitung "Washington Post" entdeckte das Pentagon am 25. Juli Spuren eines Hackerangriffs. Die Attacke sei mithilfe automatisierter Systeme ausgeführt worden und hätte innerhalb kurzer Zeit massenhaft Daten abgreifen können. Die Pentagon-Hacker sitzen womöglich in Russland.

Das Pentagon selbst bestätigte lediglich, dass das E-Mail-System des Vereinigten Generalstabs wegen einer andauernden Sicherheitsüberprüfung abgeschaltet sei. "Wir fahren damit fort, die Cyber-Sicherheitsrisiken in unseren Netzwerken zu identifizieren und zu entschärfen", erklärte eine Pentagon-Sprecherin. "Diesen Zielen folgend haben wir das Netzwerk des Generalstabs abgeschaltet und setzen unsere Untersuchung fort." Eine schnelle Wiederherstellung des E-Mail-Systems sei nun "oberste Priorität".

Die "Washington Post" hingegen will vom US-Militär erfahren haben, dass es sich definitiv um einen Hackerangriff handelte. Das E-Mail-Netzwerk sei jedoch "unklassifiziert" gewesen – als geheim eingestufte Informationen seien also nicht erbeutet worden. Die Cyberattacke betreffe rund 4000 militärische und zivile Mitarbeiter des Generalstabs.

Russland unter Verdacht

Der amerikanische TV-Sender "NBC" berichtete, es sei unklar, ob die Cyberattacke mit Billigung der russischen Regierung verübt worden sei. Der Angriff sei aber derart komplex gewesen, dass nur eine fremde Regierung wie etwa Russland als Urheber in Frage käme, zitiert die "Washington Post" einen nicht näher genannten Mitarbeiter des US-Militärs.

Es bestünden Ähnlichkeiten zu dem Hackerangriff auf das Weiße Haus. Die Ermittler bekamen daraufhin Hinweise, die auf Hacker mit Verbindung zur russischen Regierung deuteten. Russland wies die Berichte mit Nachdruck zurück: "Das ist inzwischen schon zum Sport geworden: für alles wird Russland verantwortlich gemacht", kritisierte Kremlsprecher Dmitri Peskow im April.

US-Einrichtungen unter Hacker-Feuer

Die US-Behörden haben seit Monaten mit Cyberattacken zu kämpfen. Bei einem im Mai 2014 gestarteten Hackerangriff auf die Personalverwaltung der US-Regierung wurden persönliche Daten von 21,5 Millionen Menschen abgegriffen, die sich einer Sicherheitsüberprüfung der US-Regierung unterzogen hatten. US-Geheimdienstdirektor James Clapper erklärte in diesem Fall China zum "Hauptverdächtigen", Peking wies dies zurück.

Ende Mai 2015 wurde mitgeteilt, dass unbekannte Hacker der US-Steuerbehörde IRS die Daten von rund 100.000 Steuerzahlern gestohlen haben. Nach Informationen des Fernsehsenders CNN führte die Spur nach Russland. Bereits im Oktober waren Hackerangriffe auf Computersysteme des Weißen Hauses und des US-Außenministeriums verübt worden, die Medienberichten zufolge ebenfalls aus Russland kamen.

Anfang Juni legte die US-Armee wegen einer Cyberattacke ihre Website www.army.mil, die sich an die breite Öffentlichkeit richtet, vorübergehend still. Zu dem Angriff bekannte sich die sogenannte Syrische Elektronische Armee, die sich mit der syrischen Regierung von Staatschef Baschar al-Assad solidarisiert.

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