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Dumm gelaufen: Tippfehler verhindert Milliarden-Bankraub

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Horror-Überweisung  

Tippfehler verhindert Millionen-Bankraub

10.03.2016, 17:04 Uhr | rtr, t-online.de

Dumm gelaufen: Tippfehler verhindert Milliarden-Bankraub. Per Swift-Überweisung räumten Unbekannte ein Konto der Zentralbank von Bangladesch. (Quelle: dpa/Symbolfoto)

Per Swift-Überweisung räumten Unbekannte ein Konto der Zentralbank von Bangladesch. (Quelle: Symbolfoto/dpa)

Der vielleicht größte Bankraub der Geschichte ist durch einen klitzekleinen Fehler verhindert worden. Beinahe hätten Kontodiebe die Zentralbank von Bangladesch um eine Milliarde US-Dollar erleichtert. Der Überweisungsbetrug flog gerade noch rechtzeitig in Deutschland und New York auf. 

Nach Aussagen von hochrangigen Vertretern der Zentralbank geschah Folgendes: Unbekannte Cyberdiebe knackten die Sicherheitssysteme der Notenbank und kamen an die Zugangsdaten für Zahlungsüberweisungen. Anfang Februar schlugen sie dann zu – an einem Wochenende, als die Zentralbank-Büros geschlossen waren. Sie wiesen den New Yorker Ableger der US-Notenbank, der für die Kollegen in Bangladesch internationale Zahlungen abwickelt, zu einer Vielzahl von Transaktionen an. Das Geld sollte an private Einrichtungen auf den Philippinen und in Sri Lanka überwiesen werden.

Tippfehler vermasselt Kontodieben die Tour

81 Millionen Dollar wurden auf diesem Wege transferiert. Weitere 850 bis 870 Millionen Dollar sollten folgen. Aber dann machten die Hacker einen Tippfehler bei der Überweisung, die an eine Stiftung in Sri Lanka gehen sollte: Statt "foundation" schrieben sie "fandation". Dies veranlasste die für die konkrete Abwicklung zuständige Deutsche Bank zu einer Nachfrage bei der Zentralbank Bangladeschs, die die Transaktion stoppte.

Zur gleichen Zeit wurde die Notenbank auch von der Federal Reserve (Fed) von New York alarmiert. Diese war hellhörig geworden, da die Zahl der Überweisungsaufträge überraschend hoch war und das Geld an private Empfänger gehen sollte statt an andere Banken. Soweit die Informationen aus Zentralbankkreisen in Bangladesch.

Hacker knacken Swift-System

Die Notenbank hat nach eigener Auskunft einen Teil der gestohlenen 81 Millionen Dollar ausfindig gemacht. Ein Großteil des Geldes sei aber über eine illegalen Devisenhändler in die Philippinen geflossen, berichtet der philippinische Ableger der Zeitung "Inquirer". Dem Bericht zufolge wurden die Millionen auf Kasino-Konten in den Philippinen überwiesen, in Spielchips umgetauscht und anschließend wieder zu Geld gemacht. Letztendlich werden die fehlenden Millionen in Hongkong vermutet.  

Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die Kontodiebe umfangreiches Wissen über Arbeitsabläufe in der Zentralbank von Bangladesh hatten, berichtet die lokale Nachrichtenseite "Prothom Alo". Vermutlich seien Mitarbeiter von Hackern ausspioniert worden. Die Diebe nutzten für ihren Coup Swift-Überweisungen. Bei Swift (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) handelt es sich um ein Kommunikationsnetzwerk, über das Banken Nachrichten und Transaktionen untereinander austauschen. Wie und an welcher Stelle die Hacker das System knacken konnten, ist bisher unklar.

Bangladesh erwägt Klage gegen US-Notenbank

Der Fall ist zu einem Politikum geworden. Die Regierung wirft der New Yorker Fed vor, die Transaktionen zu spät gestoppt zu haben, und erwägt eine Schadenersatzklage.

Der Diebstahl wirft auch ein Schlaglicht auf die wachsende Gefahr von Hackerangriffen in der Bankenbranche. So gab die russische IT-Sicherheitsfirma  Kaspersky Lab vergangenes Jahr bekannt, dass Cyberkriminelle innerhalb von zwei Jahren rund eine Milliarde Dollar von weltweit etwa hundert Geldhäusern gestohlen hätten. Sie hätten sich Zugang zu internen Netzwerken verschafft und so Geldautomaten manipuliert.

Andere rekordverdächtige Bankplünderungen gingen nicht auf Hacker zurück. Im Jahr 2003 erleichterte ein Sohn des früheren irakischen Machthabers Saddam Hussein auf Geheiß seines Vaters die heimische Zentralbank ebenfalls um eine Milliarde Dollar. 2007 erbeuteten Wächter einer Sicherheitsfirma in der irakischen Hauptstadt Bagdad 282 Millionen Dollar bei einem Bankraub.

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