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WhatsApp: US-Ermittler fordern Zugriff auf den Messenger

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Streit um Verschlüsselung  

US-Behörden wollen auch Zugriff auf WhatsApp

14.03.2016, 20:00 Uhr | dpa

WhatsApp: US-Ermittler fordern Zugriff auf den Messenger. Ermittlungsbehörden ist die Verschlüsselung von WhatsApp ein Dorn im Auge. (Quelle: imago/Sven Simon)

Ermittlungsbehörden ist die Verschlüsselung von WhatsApp ein Dorn im Auge. (Quelle: Sven Simon/imago)

Nach Apple gerät auch WhatsApp in den Fokus der US-Behörden. Der beliebte Messenger sperrt – wie Apple auf dem iPhone – Ermittler per Verschlüsselung aus. Selbst Präsident Obama redet mittlerweile von einer "maximal sicheren" Hintertür für Ermittlungsbehörden.

In einem Ermittlungsfall seien von einem Richter angeordnete Überwachungsmaßnahmen an der WhatsApp-Verschlüsselung gescheitert, berichtete die "New York Times". Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des zu Facebook gehörenden Dienstes wurde 2014 eingeführt.

Konkrete juristische Maßnahmen gegen WhatsApp wurden aber noch nicht eingeleitet. Es hieß nur, es sei keine Terrorismus-Ermittlung und es sei unklar, ob die Regierung sich auf einen Rechtsstreit mit WhatsApp einlassen werde. Dennoch würde im amerikanischen Justizministerium nun über das weitere Vorgehen beraten, hieß es unter Berufung auf informierte Personen weiter.

Behörden wollen den Generalschlüssel

Die US-Regierung steckt bereits in einem Gerichtsstreit mit Apple über das Entsperren von iPhones, der für Schlagzeilen sorgt. Apple verschlüsselt die Nutzerdaten beziehungsweise die Kommunikation seiner Nutzer zwischen den jeweiligen mobilen Geräten so stark und sicher, dass die US-Ermittlungsbehörden nicht ohne Weiteres an Daten auf den Geräten herankommen.

In Brasilien war WhatsApp im Dezember für 48 Stunden landesweit blockiert worden, weil der Dienst in einem Kriminalfall keine Daten herausgab. Dann ersetzte ein Berufungsgericht die Sperrung durch eine Geldstrafe. Anfang März wurde auch ein brasilianischer Facebook-Manager für kurze Zeit festgenommen. Die Justiz will einen Gesprächsverlauf zwischen mutmaßlichen Drogenhändlern einsehen.

Klassische Telefonkommunikation verliert Bedeutung

Bei klassischer Telekom-Infrastruktur zum Beispiel für Telefon-Anrufe ist für Behörden gesetzlich ein Arsenal von Abhörmaßnahmen vorgesehen. Doch in den USA sind Online-Dienste wie WhatsApp davon bisher ausgenommen. Immer mehr Kommunikation findet aber genau über solche Dienste statt. Im US-Senat wird deshalb über ein neues Gesetz nachgedacht, um WhatsApp und vergleichbare Dienste zur Kooperation zu zwingen.

Apple wurde von einer Richterin angewiesen, dem FBI beim Entsperren eines iPhones zu helfen. Der Konzern verweigerte das und konterte, die Verschlüsselung einmal auszuhebeln, würde weniger Sicherheit für alle bedeuten. Apple-Chef Tim Cook will den Streit notfalls bis zum Obersten Gerichtshof der USA durchfechten. Der Streit verstärkte die Spannungen zwischen dem Silicon Valley und der US-Regierung. Tech-Schwergewichte wie Google, Facebook oder Microsoft stellten sich auf die Seite von Apple.

US-Präsident Obama droht indirekt und fordert Hintertür

US-Präsident Barack Obama warnte die Unternehmen, dass ein kompromissloser Kurs am Ende das Gegenteil bewirken könne. "Wenn etwas wirklich Schlimmes geschieht, dreht sich die politische Situation, Dinge passieren überstürzt und Sachen gehen durch den Kongress in gefährlicher und undurchdachter Form", sagte er am Freitag bei einem Auftritt auf der Digital-Konferenz South by Southwest in Texas.

Recht unmissverständlich fordert Obama eine Hintertür: "Die Lösung ist wohl eine so stark wie mögliche Verschlüsselung mit einer maximal sicheren Entschlüsselung, auf die eine kleinstmögliche Zahl von Menschen bei wenigen, wichtigen Anlässen Zugriff hat."

Tech-Branche fürchtet harte Gesetze

Zugleich gibt es in der Industrie auch erhebliche Sorgen, der öffentlich ausgetragene Streit könne am Ende zu Gesetzen mit harten Auflagen für alle Internet-Unternehmen führen, sagte ein ranghoher Branchen-Insider der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Technologie-Messe CeBIT in Hannover.

Was ist eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung? Bei der sogenannten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung werden die Nachrichten auf dem Gerät des Senders verschlüsselt und erst auf dem des Empfängers wieder entschlüsselt. So können nur Absender und Empfänger eine Nachricht lesen. Wie ein Test des IT-Portals "heise Security" ergab, funktioniert die WhatsApp-Verschlüsselung jedoch nur dann zuverlässig, wenn die Nachrichten zwischen zwei Android-Smartphones verschickt werden. Sobald ein iPhone oder ein Windows Phone im Spiel sind, setzt die Verschlüsselung aus.

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