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Hackerangriffe: Wie Sie sich vor "Petya" schützen können

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Weltweite Hackerangriffe  

Wie Sie sich vor "Petya" und Co. schützen können

29.06.2017, 17:56 Uhr | AFP

Hackerangriffe: Wie Sie sich vor "Petya" schützen können. Geldübergabe am Notebook (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/vchal)

Erpressung auf die moderne Art: Hacker verschlüsseln Daten auf fremden Rechnern und geben sie nur gegen Lösegeld wieder frei. (Quelle: vchal/Thinkstock by Getty-Images)

Nachdem Hacker erneut tausende Computer weltweit verschlüsselt haben, stehen viele Fragen im Raum. Was steckt hinter der "Petya"-Attacke und wie kann man sich schützen? Und was sollte Nutzer machen, wenn die Erpresser bereits zugeschlagen haben? Wir geben die wichtigsten Antworten.

Wie funktionieren Schadprogramme wie Petya? 

Sogenannte "Ransomware" beschränkt den Zugriff auf Systeme oder Daten oder verschlüsselt sie. Den Zugang beziehungsweise den Schlüssel zur Wiederherstellung der Daten gibt sie nur gegen Lösegeld (englisch "ransom") frei, das häufig über anonyme Zahlungsmittel wie die Internetwährung Bitcoin gefordert wird.

Ransomware zielt bislang vor allem auf das Betriebssystem Microsoft Windows. Es sei am weitesten verbreitet und somit "im Hinblick auf erfolgreiche Erpressungsversuche am vielversprechendsten", erklärt Stefan Katzenbeisser, Professor für Security Engineering an der TU Darmstadt.

Soll ich zahlen oder nicht? 

Nein, rät IT-Sicherheitsexperte Katzenbeisser. Es gebe keine Garantie, dass die Täter nach der Überweisung die Daten wieder entschlüsseln. Der Erfolg könnte sie stattdessen zu weiteren Erpressungen verleiten, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Entscheidend sei vielmehr, die Infektion des Systems zu stoppen. In jedem Fall sollte eine Anzeige bei der Polizei erfolgen. Denn derartige Angriffe sind laut BSI "eine Form digitaler Erpressung".

Was kann man bei einer Infektion unternehmen? 

Als Privatperson lässt sich nur wenig unternehmen, wenn die Daten bereits verschlüsselt wurden. Handelt es sich um Behörden- oder Unternehmensnetze, kann durch professionelle Gegenmaßnahmen zumindest versucht werden, die Ausbreitung auf weitere Rechner innerhalb des internen Netzes zu verhindern und die Daten wiederherzustellen. Erste Maßnahme ist immer, befallene Systeme vom Netz zu trennen - durch Ziehen der Netzwerkstecker oder Abschalten der LAN- / WLAN-Adapter.

Wie kommt das Schadprogramm auf fremde Rechner? 

Nach ersten Erkenntnissen des BSI nutzt die Erpresser-Software zumindest teilweise die gleiche Schwachstelle wie "WannaCry" vor rund sechs Wochen. Damals hatte Microsoft ein Sicherheitsupdate bereitgestellt, um eine Schwachstelle zu schließen. Dieses sogenannte "Patch" tatsächlich aufzuspielen, hätte laut BSI "in vielen Fällen eine Infektion verhindert".

Wie viele deutsche Unternehmen sind von der jüngsten Petya-Welle betroffen?

Nach aktuellen Erkenntnissen ist nur eine kleine zweistellige Zahl deutscher Firmen Opfer von Petya geworden. Der Grund: 60 Prozent der Angriffe fanden in der Ukraine, 30 Prozent in Russland statt. Die Schadsoftware hat nur dann deutsche Unternehmen betroffen, wenn sie dort Filialen besitzen. 

Wie kann ich mich schützen? 

"Die wichtigste Botschaft für Verbraucher ist: sich schützen, einerseits durch Virenscanner, andererseits aber auch durch regelmäßige Backups", erklärte IT-Sicherheitsexperte Katzenbeisser. Dann seien die Daten im Fall eines erfolgreichen Angriffs durch Schadsoftware nicht ganz verloren. Das BSI empfiehlt dafür externe Festplatten. Nutzer sollten aber auch das Betriebssystem sowie Anwendungen immer auf dem neuesten Stand halten und Updates der Hersteller installieren.

Was raten die Experten?

Ein gutes Mittel zur Vorbeugung ist generell ein vorsichtiger Umgang mit E-Mails. Spam-Mails, die Nutzer zum Öffnen von präparierten Anhängen oder Links verleiten, sind allgemein der wichtigste Weg zur Schadprogramm-Verbreitung. Anhänge in Mails von unbekannten Absendern oder mit nicht nachvollziehbarem Inhalt sollten niemals geöffnet werden.

Auch beim Surfen im Netz ist dem BSI zufolge gesunder Menschenverstand gefragt. Die Behörde rät, auf Meldungen, Nachrichten und Aufforderungen nicht blind zu vertrauen und verlockende Angebote nicht unbedarft anzuklicken.

Was ist im Internet zu beachten?

Verbraucher sollten laut BSI einen Browser verwenden, der die sogenannte Sandbox-Technologie anwendet, wie zum Beispiel Chrome von Google und die aktuelle Version des Internet Explorers von Microsoft. Dann schafft der Browser auf dem Computer einen abgeschotteten Bereich für potentiell unsichere Aktionen - während der Computer weiterhin geschützt ist.

Die Behörde empfiehlt auch, nicht notwendige Plug-Ins wie "Adobe Flash" zu entfernen oder einzuschränken, damit sie beim Surfen nicht automatisch auf Dateien zugreifen. Die eingebauten Mechanismen zum Schutz vor Phishing und Schadsoftware sollten im Browser immer aktiviert werden.

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