Datenschutzeinstellungen, aber richtig

Windows 10 das Spionieren austreiben

30.09.2015, 16:37 Uhr | dpa, t-online.de

So schützen Sie ihre Privatsphäre in Windows 10. (Bild: t-online.de)

Windows 10 will auf unsere Kontakte, unsere Kalendereinträge, unseren Standort zugreifen – und noch sehr viel mehr persönliche Daten. Das meiste davon dient der zielgerichteten Werbung. Für viele Nutzer ist das befremdend. Wir zeigen in einer Foto-Show, wie Sie Windows 10 zur Diskretion erziehen.

Microsofts neues Windows 10 ist nicht nur enger mit allen Webdiensten des Konzerns verbunden, es ist auch deutlich neugieriger als vorherige Versionen. Wie die Bürgerrechtsinitiative European Digital Rights (EDRi) berichtet, räumt sich Microsoft mit seinen neuen Datenschutzbedingungen sehr weitgehende Recht ein. Der Konzern behält sich darin vor, Daten über Inhalte und Nutzung eines Windows-10-Computers zu erheben und sie für zielgerichtete Werbung oder den Datenhandel mit Dritten zu nutzen. Deswegen sollte schon während oder spätestens nach der Installation von Windows 10 der erste Klick in die Einstellungen für Datenschutz führen.

Zu den erhobenen Daten können bei einer Windowsnutzung mit Microsoft-Konto unter anderem der Browser-Verlauf, Lesezeichen oder geöffnete Webseiten gehören, aber auch etwa der Name des genutzten WLAN. Mit Windows 10 erhält jeder Nutzer außerdem eine individuelle Werbe-ID, mit der zielgerichtete Werbung ermöglicht werden soll.

Datenschutz in Windows 10 einstellen

Windows 10 - Checkliste: Datenschutz erhöhen

Windows 10 - Checkliste: Datenschutz erhöhen

Windows 10 - Checkliste

Datenschutz in Windows 10: Microsoft am Lauschen hindern

Schreibverhalten und Sprachliste

Unsichtbar für Dritte: Position ausschalten

Notebook-Kamera in Windows 10 abschalten

Mikrofon in Windows 10 ausschalten

Windows versteht Sie aufs Wort

Bestimmte Apps greifen auf im Benutzerkonto zurückgelegten Daten zurück.

Kontakte unterbinden

Termin-Spion deaktivieren

SMA-Lauscher

Funkempfang

Mit Geräten synchronisieren

Feedback-Funktion von Windows 10 abklemmen.

Diagnose- und Nutzerdaten

Hintergund-Apps abschalten, Akkulaufzeit steigern

Windows Cortana hört mit

Wer den digitalen Assistenten Cortana nutzt, muss auch viele persönliche Daten preisgeben. Cortana sammelt unter anderem Informationen über den Computer, Kontakte, Standort, Kalendereinträge, Apps oder SMS und E-Mails.

Das ist etwa nötig, um Aufgaben wie "Wann fährt der Bus nach..." oder "Schreibe eine SMS an..." zu bearbeiten. Laut Microsoft sollen diese Daten nicht für Werbezwecke genutzt werden. Was der Assistent über den Nutzer speichert, kann man im Notizbuchbereich des Programms erfahren.

Zugriff einschränken oder Windows 10 anonym nutzen

Um einen Überblick über von Windows 10 erhobene Daten und deren Nutzung zu erhalten, hilft ein Blick in den Datenschutzeinstellungen. Sie finden diese im Startmenü unter "Einstellungen/Datenschutz". Dort können Sie die Sammelei unterbinden und den Zugriff einzelner Programme auf private Informationen wie die Kontaktliste sperren.

Kleiner Tipp: Wer Windows lieber weitgehend anonym nutzen möchte, kann das Betriebssystem auch ohne Microsoft-Konto einrichten.

Rechtfertigung durch den Windows-Chef

Microsoft hatte sich lange nicht zu den Vorwürfen geäußert, dann aber Ende September versichert, dass weder personenbezogene Daten, noch persönliche Vorlieben der Nutzer gespeichert würden. Alle gesammelten Informationen dienten lediglich als Feedback zur Weiterentwicklung von Windows, sagte Windows-Chef Terry Myerson.

Weitere Tipps und Tricks finden Sie in unserem Windows 10-Special.

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