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Raubkopien-Vorwurf: PC Fritz droht Microsoft mit Gegenschlag

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Umstrittener Vorwurf  

PCFritz erwirkt einstweilige Verfügung gegen Microsoft

01.10.2013, 09:21 Uhr | t-online.de

Raubkopien-Vorwurf: PC Fritz droht Microsoft mit Gegenschlag. Mark Mahlow (Quelle: pcfritz.de)

Auf wilden Partys mit Prominenten wie DSDS-Star Joey Heindle (rechts) warb Mark Mahlow für seinen Online-Shop PCFritz. (Quelle: pcfritz.de)

Nach der Groß-Razzia beim Computer-Händler PCFritz in Berlin und Halle wehrt sich der Unternehmer nun per einstweiliger Verfügung gegen die Vorwürfe von Microsoft. So wirft der Händler dem Software-Riesen Verleumdung vor und erklärt, ausschließlich mit legaler Ware gehandelt zu haben. Dem Online-Händler PCFritz wird der Verkauf von vermeintlichen Raubkopien von Windows 7 in großem Stil vorgeworfen.

Am Montag erwirkte die PCFritz.de Onlinestore GmbH durch das Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen Microsoft Deutschland (Az. 33 O 215/13). Diese Verfügung untersagt dem Software-Konzern eine Reihe von Behauptungen und Anschuldigungen gegen PCFritz weiterhin zu verbreiten. Die einstweilige Verfügung ist strafbewehrt, Microsoft droht beim Verstoß ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro.

Maulkorb für Microsoft

Konkret darf Microsoft beispielsweise nicht mehr behaupten, PCFritz habe Raubkopien des Betriebssystems Windows 7 besessen und vertrieben. Weiterhin wird Microsoft verboten, zu behaupten, dass dem Konzern dadurch finanzielle Einbußen entstanden seien. Das Landgericht Köln votierte zu Gunsten von PCFritz, da Microsofts Reaktion gegen den Händler nicht mit dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) konform gewesen sei.

Dem Online-Technologiemagazin Golem erklärte ein Microsoft-Sprecher: "Uns ist nichts zugestellt worden. Wir bleiben so lange bei unserer Darstellung." Microsoft setzt die Prüfung der beschlagnahmten Datenträger fort, der Gutachter werde nötigenfalls eine eidesstattliche Versicherung abgeben.

Ausschließlich Originalprodukte

Schon Ende September sagte PCFritz-Geschäftsführer Maik Mahlow der Zeitung Computerwoche: "Bei den von uns angebotenen Produkten handelt es sich ausschließlich um Microsoft-Originalprodukte, die Datenträger sind alle mit einen fälschungssicheren Mould Code IFPI Nummer versehen. Dieser befindet sich im Innenring des Datenträgers. Die Echtheitszertifikate werden ausschließlich über den Microsoft Service online oder telefonisch aktiviert."

Gebraucht oder Fälschung

Umstritten ist der Verkauf von gebrauchten OEM-Versionen von Windows 7. PCFritz hatte sogenannte "Recovery-Datenträger" verkauft. Das sind Datenträger die Computern beiliegen, auf denen Windows 7 vorinstalliert ist und mit denen im Falle eines Absturzes das System wieder hergestellt werden kann.

Mahlow beruft sich auf ein Urteil vom 6. Juli 2000 (Aktenzeichen: I ZR 244/97), nach dem der Verkauf dieser Datenträger legal ist. Ein weiteres Urteil vom 6. Oktober 2011 (Aktenzeichen: I ZR 6/10) bestätigt die Legalität auch dann, wenn dem Datenträger kein Echtheitszertifikat beiliegt.

Der Vorwurf: Windows 7-Echtheitszertifikate nachgedruckt

Microsoft wirft PCFritz vor, dass hier Raubkopien von Windows 7 und keine Originaldatenträger verkauft wurden. Obendrein sollen Verpackungen und die Echtheitszertifikate dafür in Eigenregie angefertigt worden sein.

Microsoft verweigere Transparenz

Mahlow hingegen behauptet, Microsoft sei selbst gar nicht in der Lage Originale von Fälschungen zu unterscheiden. Zudem weigere sich Microsoft, Händlern eine Liste aller zertifizierten Kopierwerke an die Hand zu geben. Damit würde verhindert, das Händler DVDs selbst auf Echtheit prüfen könnten. Mahlow beschwert sich über Microsofts Monopolstellung und schimpft weiter: "Bei einem Unternehmen, das laut jüngsten Erkenntnissen im großen Stil mit der NSA kooperiert hat, sind unlautere Methoden offensichtlich Gang und Gebe."

100.000 Datenträger beschlagnahmt

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden wurden insgesamt 18 verschiedene Objekte des Händlers durchsucht und einer ersten Schätzung zufolge über 100.000 verdächtige Datenträger mit Microsoft-Software sichergestellt. Die werden nun auf ihre Echtheit überprüft. Bei der Razzia wurden zudem hunderte Warensendungen an Kunden von PCFritz sichergestellt, die nun ebenfalls untersucht werden.

PC Fritz machte spektakulär auf sich aufmerksam

PCFritz ist erst Ende 2012 bekannt geworden. Durch sehr günstige Preise und aggressives Marketing baute das Unternehmen seinen Marktanteil schnell aus. Zu den Werbeaktionen gehörten wilde Partys, oft auch mit leicht bekleideten Mädchen, und Bustouren durch mehrere deutsche Großstädte, an denen auch Prominente wie DSDS-Star und Dschungel-König Joey Heindle teilnahmen.

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