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Pucken: Das ist beim Einwickeln von Babys zu beachten

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Pucken  

Tut das Einwickeln dem Baby wirklich gut?

10.06.2016, 17:32 Uhr | iri, t-online.de, dpa

Pucken: Das ist beim Einwickeln von Babys zu beachten. Beim Pucken wird das Baby fest in ein Tuch gewickelt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Geborgen wie im Mutterleib: Beim Pucken wird das Baby fest in ein Tuch gewickelt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ganz schön eng sieht das kleine Stoffpaket aus. Kein Wunder, dass das Pucken, also das Einwickeln von Babys in ein Tuch, lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Dabei ist Pucken gut geeignet, damit sich das Baby geborgen fühlt und einschläft. Allerdings gibt es auch Nachteile. Eltern müssen die richtige Technik beachten und darauf achten, das Baby nicht zu lange zu pucken.

Das Pucken hat eine lange Tradition. Studien belegen, dass das Einwickeln für Säuglinge in den ersten Lebenswochen sehr entspannend sein kann: Straff in ein Tuch gewickelt, die Ärmchen eng am Körper, erleben sie eine Geborgenheit und Wärme wie im Bauch. Viele Neugeborene kommen mit der plötzlichen Freiheit beim Schlafen nicht gut zurecht. Sie haben noch einige Zeit das Bedürfnis nach Begrenzung und nach engem Körperkontakt mit der Mutter.

Ingeborg Stadelmann, Hebamme und Autorin, bestätigt: "Kleine Babys empfinden das Pucken als Ersatz für die Begrenzung im Mutterleib. Deshalb empfehle ich Eltern, ihr Kind in den ersten Lebenswochen tagsüber und nachts zu pucken. Vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert war die damals 'Fatschen' genannte Technik übrigens besonders beliebt, daher ist das Jesus-Kind auf vielen Darstellungen aus dieser Zeit als Puck-Kind zu sehen."

Pucken hilft beim Einschlafen

Ob die Methode für das eigene Kind geeignet ist, probieren Eltern am besten erst einmal vorsichtig aus, denn nicht jedem Kind gefällt es im Puck. Im Zweifel sollten Mütter und Väter mit dem Kinderarzt oder der Hebamme sprechen und sich genau zeigen lassen, wie das Einwickeln funktioniert. "Mit liebevoller Zuwendung und gesundem Menschenverstand angewandt, ist Pucken eine Möglichkeit, ein Kind zu beruhigen - vorausgesetzt, dass das Kind es annimmt", sagt die Hebamme Christiane Schwarz.

Das spricht gegen das Pucken

Aber das Pucken ist dennoch umstritten: Kritiker meinen, den Kindern werde durch das Einwickeln ein großer Teil ihrer Bewegungsfreiheit genommen. Das könnte die Entwicklung der Motorik beeinträchtigen. Aus ärztlicher Sicht ist das Pucken nur dann bedenklich, wenn die Kinder zu lange am Stück eingewickelt sind, sagt Berliner Kinderarzt Jakob Maske. Zum Schlafen sei die Methode gut geeignet, das Kind solle aber nicht den ganzen Tag lang im Tuch bleiben.

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (Degum) warnt jedoch, dass Pucken der Entwicklung der Hüfte schaden kann. Zumindest, wenn Das Baby mit gestreckten Beinen eng in ein Tuch gewickelt wird. Kinderorthopäden halten deshalb einen Puck-Sacke mit Beinfreiheit für die bessere Alternative als ein eng anliegendes Tuch.

Bis wann soll man Babys pucken?

Auch Christine Sonn-Rankl, Klinische Psychologin und Psychoanalytikerin am Wilhelmspital in Wien, hält das Pucken für gut, wenn Eltern gewisse Einschränkungen beachten: "Ob es sinnvoll ist, hängt vom Alter des Kindes und seinen Bedürfnissen ab. Ideal ist es für viele Babys bis zwölf Wochen. Danach stehen Kinder entwicklungspsychologisch bereits auf der nächsten Stufe, nämlich der des Greifens und Erkundens mit den Händen. Da würden sie durch das Pucken nur behindert." Und sie betont: "Das Pucken kann natürlich nie Ersatz für reichlichen Körperkontakt mit den Eltern sein."

Hebammen raten davon ab, sehr unruhige Säuglinge zu pucken. Wenn das Kind versucht, sich aus dem Tuch herauszuwinden, ist das ein deutliches Signal, dass es das Einwickeln als unangenehm empfindet. Auch Babys, die meistens entspannt mit von sich gestreckten Armen und Beinen schlafen, dürften dem Pucken eher abgeneigt sein.

"Es gibt einfach Kinder die gerne gepuckt werden und andere weniger gerne. Es geht darum, dass die Mutter lernt, die Vorlieben ihres Kindes zu erfahren und eine Methode entdeckt, die für beide gut ist", sagt Stadelmann und ergänzt: "Pucken schadet nicht, sondern gibt vielen Kindern den nötigen Halt und die Geborgenheit."

So wird das Baby richtig in ein Tuch eingewickelt

Zum Pucken verwendet man ein Vierecktuch. Wichtig ist, das richtige Material zu wählen. Ideal sind Wickeltücher aus Wolle oder Baumwolle. In einem Tuch aus Synthetik kann der Körper überhitzen, warnt Hebamme Schwarz. Das kann auch dann passieren, wenn Säuglinge bis unter die Nasenspitze eingewickelt sind. Es sollte immer genug Haut rausschauen.

Das Tuch wird wie eine Raute ausgebreitet und die obere Ecke nach innen umgeklappt. Das Baby wird mit dem Rücken auf das Tuch gelegt und der Nacken an der Falte der umgeklappten Ecke positioniert. Dann werden nacheinander beide Arme flach an den Körper gelegt und die jeweiligen Enden des Tuches quer über den Körper gezogen.

Eltern müssen darauf achten, das Baby weder zu eng, noch zu locker einzuwickeln. Ist das Tuch zu locker, kann es über das Gesicht rutschen und es droht Erstickungsgefahr. Ist es immer wieder zu eng, kann das in Extremfällen zu Hüftfehlstellungen führen. Außerdem sollte das Baby nicht im Tuch schwitzen. In diesem Fall empfiehlt sich ein dünneres Pucktuch. Eltern sollten ausprobieren, ob ihr Kind besser mit einem Schlafsack oder einem Pucktuch oder Puck-Sack zurechtkommt.

Pucken im Sommer

Im Sommer besteckt die Gefahr, dass das Baby beim Pucken überhitzt. Deshalb sollte es nur einen dünnen Body tragen und in ein leichtes Moltontuch eingewickelt werden. An sehr heißen Tagen kann das Baby nur eine Windel unter dem Tuch tragen. Eltern müssen kontrollieren, dass es dem Kind nicht zu heiß wird. Dazu fühlt man im Nacken, ob sich die Haut heiß abfühlt oder verschwitzt ist. Wichtig ist eine gute Luftzirkulation im Raum.

Die richtige Technik beim Pucken - Anleitung im Video

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