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Baby: Wie frischgebackene Eltern den Alltag meistern

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Nach der Geburt  

Nach der Geburt: Wenn Eltern dem Stress nicht gewachsen sind

02.11.2010, 11:30 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Babys sind so süß, so rosig und niedlich. Sie sind aber auch laut und anstrengend. Fordern vor allem von der Mutter rund um die Uhr Aufmerksamkeit und Zuwendung. Momente, in denen einem da alles zu viel wird und man gereizt ist, die gibt es. Aber es gibt auch Möglichkeiten, damit umzugehen.

Überforderung ist schnell erreicht

Seit 30 Minuten schreit die kleine Lara bereits. Ihrer Mutter kommt es vor wie Stunden. Alles hat sie versucht. Doch Lara schreit weiter. Inzwischen ist die große Schwester von ihrem Mittagsschlaf aufgewacht und auch die Dreijährige weint bitterlich. Bettina ist mit ihren Nerven am Ende. Am liebsten würde sie einfach die Tür hinter sich zuziehen und gehen. Man muss kein „Schreibaby“ haben, um an den Rand der Überforderung getrieben zu werden. Chronische Müdigkeit, Berge von Bügelwäsche und ein Bündel Mensch, das sich am liebsten herumtragen lässt, nur im fahrenden Wagen schläft und alle zwei Stunden gefüttert sein will, können an den Nerven zehren. Ein Kind zu bekommen bedeutet eine enorme Umstellung.

Der ganz normale Wahnsinn

„Mütter werden heute meist nach wenigen Tagen aus der Klinik entlassen. Zuhause beginnt - trotz der großen Freude über das Neugeborene - der ganz normale Wahnsinn einer Wochenbettfamilie: Das Baby schreit, niemand kauft ein, das Geschwisterkind ist eifersüchtig und der Vater bekommt keinen Urlaub.“  Rose Volz-Schmidt ist selbst Mutter von drei Kindern. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen mit Anfangsschwierigkeiten hat sie „wellcome“ gegründet. Die Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, praktische Hilfe zu leisten.

Auf sich allein gestellt

Immer weniger Familien können auf die Unterstützung zurückgreifen, die früher selbstverständlich im engsten Umfeld vorhanden war. Auch ein Netzwerk mit anderen Müttern muss erst aufgebaut werden. Nicht umsonst heißt es in Afrika, dass es ein ganzes Dorf brauche, um ein Kind großzuziehen. Häufig fehlt den Frauen heute auch die Erfahrung im Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern. „Gleichzeitig nimmt die Zahl an Mehrlingsgeburten und Schreibabys zu und somit auch die Belastung der Eltern. Ein missglückter Start ins Leben beeinträchtigt die gesunde Entwicklung eines Kindes. Viele Partnerschaften sind dem ‚Anfangsstress‘ nicht gewachsen und geraten in die Krise, obgleich das Neugeborene die ganze emotionale Fürsorge der Eltern braucht.“ Rose Volz-Schmidt ist sich sicher: „Die Problematik so genannter ‚Schreikinder‘ und die Diskussion um vernachlässigte Kinder zeigen, wie wichtig es ist, Eltern - und damit den Kindern - in dieser manchmal schwierigen Zeit beizustehen.“

Dem Stress die Spitze nehmen

Regelmäßig gehen Meldungen durch die Presse, in denen von Eltern die Rede ist, die ihre Säuglinge geschüttelt und damit schwer verletzt, manchmal getötet haben. Der Grund: Verzweiflung und Überforderung. Ein Phänomen, das sich durch alle Schichten zieht. Die Sozialpädagogin bestätigt: „Die Tatsache, dass man in der sehr anstrengenden ersten Zeit mit dem Baby Hilfe braucht, hat absolut nichts mit der sozialen Schicht, der Bildung oder dem Einkommen zu tun.“ Oft haben die frisch gebackenen Eltern auch zu hohe Ansprüche an sich selbst und an den anderen. Frauen sollen fürsorgliche Mütter, perfekte Hauswirtschafterinnen und gleichzeitig interessante Geliebte sein. Sie sollen und wollen oft weiterhin Erfolg im Beruf haben und dabei immer wie aus dem Ei gepellt aussehen. Das Gefühl des Ausgebranntseins lässt da nicht lange auf sich warten.

Man muss auch "nein" sagen können

Der Grund für die Überforderung ist oft gar nicht das Baby selbst, sondern die Umwelt. Streit mit dem Partner, Schulschwierigkeiten der größeren Geschwister, Probleme mit dem Geld, notwendige Behördengänge und Großeltern, die nicht einsehen wollen, dass die Familie ein wenig Ruhe braucht, um zu sich zu finden. Gründe für Stress von außen gibt es viele. Wenn rundherum Chaos herrscht, geht das Geschrei des Babys viel eher an die Nerven. Es ist völlig normal, dass Eltern da an ihre Grenzen kommen. Es ist aber auch extrem wichtig, sich diese Grenzen einzugestehen. Man muss merken, wann die Akkus leer sind. Und sich Hilfe holen. Oft reichen schon ein paar Momente, die man nur für sich hat, um die Akkus wieder aufzufüllen.

Sich Hilfe von außen holen

Die Ehrenamtlichen von „wellcome“ kommen in den ersten Monaten ins Haus und verschaffen ein wenig Auszeit vom anstrengenden Alltag. „Sie wachen über den Schlaf des Babys, während die Frau ausgiebig duscht. Sie gehen mit dem Geschwisterkind zum Spielplatz, begleiten die Zwillingsmutter zum Kinderarzt. Wenn es nötig ist, kaufen sie Kleinigkeiten ein, stehen mit Rat und Tat zur Seite oder hören einfach nur zu.“ Die Hilfe von außen wirkt unterstützend und entspannend, führt zur Entzerrung und lässt so wieder Ruhe in den Familienalltag einkehren.


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