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Das Patenamt: eine Aufgabe mit viel Verantwortung

27.11.2014, 10:09 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Das Patenamt: Eine Aufgabe mit viel Verantwortung. Welche Aufgabe haben die Paten? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Welche Aufgabe haben die Paten? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn ein Kind getauft werden soll, stehen die Eltern vor einer schweren Entscheidung: Wer soll der Pate, wer soll die Patin werden? In der Regel fällt die Wahl auf jemanden, der dem Paar nahesteht. Schließlich möchte man sicher sein, dass derjenige sein Amt auch so ausfüllt, wie man es erwartet. Doch was kann man eigentlich erwarten und was ist zwingend mit dem Patenamt verbunden?

Worin liegen die Aufgaben der Paten?

Ohne Zweifel gibt es Paten, die sich lediglich an Weihnachten und Geburtstag in Form von Geschenkegebern zeigen, doch die meisten bemühen sich, dieses ihnen von den Eltern anvertraute Ehrenamt auch angemessen auszufüllen. Grundsätzlich geht es beim Patenamt nämlich darum, das Kind auf seinem Weg zu begleiten und an seiner menschlichen und vor allem auch religiösen Entwicklung teilzunehmen, also seine christliche Erziehung zu unterstützen. Schließlich kommt das Wort "Pate" ja auch von "pater" und bedeutet sozusagen "geistlicher Vater". Heutzutage erwarten viele Eltern von den Paten, dass sie den Kindern ein weiterer Beistand im Leben sind, zum Beispiel helfen, wenn es Probleme gibt.

Auf jeden Fall sollte man aber mit den gewünschten Taufpaten im Vorfeld ein klärendes Gespräch darüber führen, was man selbst erwartet und wie auch sie sich ihre Aufgaben im Einzelnen vorstellen, um hinterher unschöne Überraschungen zu vermeiden. Im optimalen Fall entwickelt sich aber zwischen dem Kind und seinen Paten ein so gutes Verhältnis, dass sie gerne etwas miteinander unternehmen und Vertrauen zueinander aufbauen. Eine Bezugsperson fürs Leben sozusagen, die auch an allen einschneidenden Anlässen wie dem ersten Schultag, den Geburtstagen oder der Hochzeit wie selbstverständlich dabei ist. Die Eltern können übrigens das Patenamt nicht selbst übernehmen, die Großeltern allerdings schon. Dabei sollte man aber bedenken, dass diese meist sowieso eine enge Bindung zum Kind haben und man so auf eine weitere, zusätzliche Bezugsperson bewusst verzichtet.

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Welche Voraussetzungen muss ein Pate erfüllen?

Martin Luther forderte im 16. Jahrhundert, dass die Paten "besonders feine, sittige, ernste und fromme Gevattern" sein sollten. Und letztendlich gilt das auch heute noch, denn in erster Linie sollte als Pate beziehungsweise als Patin jemand gewählt werden, dem die Eltern hundertprozentig vertrauen. Das können zum Beispiel die Geschwister sein, aber auch sehr gute Freunde, was unter anderem den Vorteil hat, dass diese Personen nicht in Familieninterna verstrickt sind, die Eltern gut kennen und entsprechend auch einmal zwischen den Eltern und dem Kind vermitteln können, wenn es notwendig ist. Entscheidend ist, dass die Paten wissen, in welchem Sinn das Kind erzogen werden soll und was den Eltern an Werten wichtig ist.

Aber selbstverständlich gibt es auch vonseiten der Kirchen bestimmte Voraussetzungen, die ein Pate erfüllen muss. Da er das Kind auch auf religiöser Ebene begleiten soll, ist es notwendig, dass er einer christlichen Kirche angehört, gefirmt beziehungsweise konfirmiert ist. Ob es der Glaube sein muss, in dem das Kind getauft wird, das hängt von der jeweiligen Kirche ab. Die katholische Kirche sieht das oft strenger als die evangelische, in der zum Beispiel auch jemand mit griechisch-orthodoxem Glauben das Amt des Taufpaten übernehmen kann, zumindest wenn ihm ein weiterer Pate mit evangelischem Glauben zur Seite steht. Aber auch hier sind die Anforderungen in den Landeskirchen unterschiedlich und es ist wichtig, sich im Vorfeld mit dem Pfarrer, der Pfarrerin der eigenen Gemeinde in Verbindung zu setzen und das zu klären.

Taufzeugen als Alternative

Denn zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit der so genannten Taufzeugen - sozusagen ein kleiner Ausweg, wenn die gewünschten Paten nicht beziehungsweise noch nicht den Anforderungen der Kirche entsprechen. Paten, die nicht der taufenden Gemeinde angehören, benötigen einen Patenschein, der ihnen von der eigenen Gemeinde ausgestellt wird. Es handelt sich dabei um ein Dokument, in dem bezeugt wird, dass eine Patenberechtigung besteht, dass derjenige also einer christlichen Kirchengemeinde angehört. In der Regel werden ein bis zwei Paten bestellt, die älter als 16 Jahre sein sollten. Wobei interessanterweise bis Mitte der 80er Jahre eine Patenschaft sogar eine "geistliche Verwandtschaft" darstellte und somit später ein Ehehindernis bedeutete.

Wann endet das Patenamt?

In der katholischen Kirche kann der Pate bei der Firmung, also der Vollendung der Taufe, entweder bestätigt oder neu bestellt werden und das Amt ist dann lebenslang, in der evangelischen Kirche endet es offiziell mit der Konfirmation. Aber auch, wenn laut den Kirchenregeln das Patenamt hier zu Ende geht, erwünscht ist doch, dass der Pate dem Kind ein Leben lang verbunden bleibt. Tritt ein Taufpate aus seiner Kirche aus und gehört dann keiner christlichen Kirche mehr an, dann erlischt sozusagen auch seine Patenschaft. Aber: Derjenige bleibt trotzdem Zeuge der Taufe und in der Regel ist es auch so, dass die Entscheidung, aus der Kirche auszutreten unabhängig vom Patenamt getroffen wird und sich die Person auch weiterhin moralisch verpflichtet fühlt, dem Patenkind beizustehen.

Welche Bräuche gibt es im Zusammenhang mit dem Patenamt?

Oft haben die zukünftigen Taufpaten Freude daran, das Fest mitzuplanen, sich im Gottesdienst einzubringen oder zum Beispiel die Taufkerze selbst zu gestalten. Auch ist es in der Regel der Taufpate, die Taufpatin, die das Kind halten, wenn es getauft wird. Allerdings sollte man hier darauf achten, dass die beiden miteinander bereits ein wenig vertraut sind, um unnötiges, erschrecktes Weinen zu vermeiden. Später sind es normalerweise die Paten, die eine geeignete Kinderbibel auswählen und in manchen Familien lebt auch der Brauch, dem Patenkind einen Brief zu schreiben, in dem man festhält, was man ihm für seinen Lebensweg wünscht und wie man ihm zur Seite stehen will - sozusagen ein kleines schriftliches Versprechen. In manchen Gegenden ist es üblich, dass die Kinder ihren Paten am Palmsonntag einen Palmstock bringen, einen geschnitzten und oft bunt verzierten Weidenstock, der vorher in der Kirche gesegnet wurde. Besonders schön ist auch der Brauch, das eigene Patenkind in jedem Jahr an seinem Tauftag zu besuchen und ein persönliches kleines Fest aus diesem Anlass zu machen.

Was ist, wenn den Eltern etwas zustößt?

Ursprünglich war es üblich, dass die Paten für das Kind sorgten, wenn den Eltern etwas zugestoßen ist. Auch heute erhoffen sich das viele Eltern von ihrer Auswahl. Aber selbstverständlich handelt es sich beim Patenamt um eine moralische Verpflichtung und nicht um eine gesetzliche. Wenn man also möchte, dass die Paten sich im Fall des Falles auch um das Kind kümmern können, dann muss man das festlegen. „Für den Fall, dass beide Eltern sterben, können sie für ihre minderjährigen Kinder einen so genannten 'Vormund' benennen.", erklärt Clemens Busse, Notar in Nürnberg. "Eine solche Benennung kann aber ausschließlich in Form einer letztwilligen Verfügung erfolgen, also in der Regel durch ein Testament, das handschriftlich oder notariell erstellt werden kann. Der Unterzeichner muss dessen spätere Auffindbarkeit sicherstellen. Hier besteht die Möglichkeit, das Testament gegen eine geringe Gebühr in die amtliche Verwahrung des Amtsgerichts zu geben."

Wenn der Pate zum Vormund werden soll

Allerdings kann nur eine einzelne Person zum Vormund bestellt werden, außer es handelt sich um ein Ehepaar. Wenn Eltern also einen Paten als einen solchen Vormund in ihrem Testament bestimmen, dann muss sich das Familiengericht im Fall des Falles auch an diesen letzten Willen halten. "Es darf den benannten Vormund ohne seine Zustimmung im Wesentlichen nur dann übergehen", erklärt der Notar, "wenn das über 14-jährige Kind mit ihm nicht einverstanden ist oder in der Person des Vormunds wichtige Gründe gegen die Bestellung vorliegen."

Damit auch wirklich alles im Reinen ist, sollte man aber einen Schritt wie die Benennung eines Vormunds nicht unternehmen, ohne das vorher mit der betreffenden Person auch abgeklärt zu haben, denn nur so kann man sich sicher sein, dass im schlimmsten Fall alles im eigenen Sinn für die Kinder geregelt wird. "Schließlich hat man ja nichts davon", ergänzt Clemens Busse, "wenn derjenige seine Betreuung lustlos erfüllt oder sich vor seiner Bestellung so verhält, dass ihn das Vormundschaftsgericht als 'ungeeignet' übergeht." Liegen keine besonderen Gründe wie zum Beispiel unterschiedliche Konfessionen vor, dann sollte für Geschwister prinzipiell nur ein Vormund bestellt werden. Die Kosten für eine solche Vormundbenennung liegen in etwa bei 50 Euro pro Person.

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