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Vornamen  

Trendnamen sind gar nicht im Trend

07.05.2009, 16:23 Uhr | rev, dpa

Trendnamen sind gar nicht im Trend. Trendnamen halten meistens nicht lange.

Trendnamen halten meistens nicht lange. (Bild: Archiv)

Trendnamen haben keinen guten Stand: Vor Kurzem waren Kevin, Justin, Chantal und Jacqueline noch angesagt, jetzt werden diese Vornamen bereits belächelt. Je schneller Vornamen in der Gesellschaft in Mode kommen, desto schneller verebbt diese Welle auch wieder. Das zeigen die amerikanischen Forscher Jonah Berger von der Universität Pennsylvania und Gaël Le Mens von der Stanford Universität in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften.

Auf den Aufstieg folgt meist der Fall

So stieg die Beliebtheit von "Charlene" in den USA etwa von 1910 bis 1950 an und ebbte in den folgenden 50 Jahren wieder ab. Der Name "Tricia" dagegen hatte einen steilen Aufstieg von 1950 bis 1970 und sank dann rasch bis 1990. Die Kurve für den Namen "Kristi" verlief ähnlich. Berger und Le Mens untersuchten die Vergabe von 2570 verschiedenen Vornamen in den Vereinigten Staaten und in Frankreich zwischen 1900 und 2005.

Trendnamen gar nicht im Trend

Zudem befragten die Forscher werdende Eltern über deren mögliche Namenswahl für das erwartete Kind. Dabei zeigte sich, dass schnell in Mode gekommene Namen weniger gerne gewählt werden. Die Eltern begründeten ihre Wahl mit der Furcht, dass diese Trendnamen besonders kurzlebig und irgendwann vielleicht sogar peinlich seien. Letzteres Ergebnis zeige, dass kulturelle Modeerscheinungen einer selbsterfüllenden Dynamik unterliegen können, erklären Berger und Le Mens: "Das ist also eine Art sich selbsterfüllende Prophezeiung", sagt Berger. "Ein Trend der als kurzlebig gilt, wird es dadurch auch." Die Kurzlebigkeit schnell aufkeimender Modenamen führe dazu, dass insgesamt vergleichsweise wenige Kinder diese Namen erhalten.

Nicht auf andere Bereiche übertragbar

Vornamen eignen sich besonders gut zur Untersuchung kultureller Präferenzen, da sie nicht von technologischen Entwicklungen und Werbekampagnen beeinflusst werden, betonen Berger und Le Mens. Die Lebensdauer von Namenstrends sei aber nur begrenzt auf andere kulturelle Bereiche übertragbar. Die vorliegenden Ergebnisse betreffen vor allem solche Bereiche, die mit hohem symbolischem Wert verbunden sind wie Autos, Kleider oder Vornamen.


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