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Babytuch und Tragehilfen: Deutsche sind Tragemuffel

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Tragehilfen  

Mit Babytuch und Tragesack durch die City

17.09.2009, 11:16 Uhr | ots, mmh, sid, t-online.de

Babytuch und Tragehilfen: Deutsche sind Tragemuffel. Baby mit Mütze im Tragesack.

Gut aufgehoben: Baby im Tragesack. (Bild: Imago)

Märkte, Messen, Züge, Menschenmassen und dazwischen sperrige Kinderwagen, quengelige Babys und genervte Eltern. Wären Tragehilfen, wie Tücher oder Rückentragen nicht praktische Alternativen? Dabei wirken sie sich auch positiv auf die Eltern-Kind-Beziehung aus und sind gut für die körperliche und emotionale Entwicklung des Kindes. Aber nur, wenn die Kinder auch richtig und sicher darin transportiert werden.

Tragesysteme als Mode-Accessoires

Die Zeiten, als nur Öko-Freaks ihre Kinder in Tragetücher packten, sind vorbei. Urbane "Modern Moms" werden immer öfter mit den praktischen Tragehilfen in schickem Design im Stadtbild gesichtet. Aber stimmt der Eindruck überhaupt? Eine Umfrage untersuchte dies jetzt. Nur elf Prozent aller befragten Eltern gaben an, Babytragen oder Tragetücher zu verwenden. 14 Prozent der Mütter und neun Prozent der Väter outeten sich als Tragesystemnutzer. Zu diesen Ergebnissen kommt eine von CYBEX, Hersteller von lifestyle-orientierten Baby- und Kinderprodukten, in Auftrag gegebene Gewis-Umfrage.

City-Väter begeistert

Vor allem der modische Aspekt führt zu Trageunmut, denn selbst unter den Tragebegeisterten fanden nur drei Prozent, dass Babytragen oder Tücher gut aussehen. Dabei schnitten die Tragen nach optischen Gesichtspunkten bei Müttern (vier Prozent) noch besser ab als bei Vätern (ein Prozent). Die angegebenen Gründe Pro-Tragen waren vor allem Alltagstauglichkeit (84 Prozent) und Bequemlichkeit (75 Prozent). Der Gesundheitsaspekt spielte nur bei 32 Prozent eine Rolle. Dabei werden vor allem in Großstädten Tragesysteme genutzt, während in ländlichen Gebieten eher der Kinderwagen oder Buggy zum Einsatz kommt. Überraschend viele Väter in Citylagen zeigten sich bei der Befragung tragebegeistert.

Vorteile von Tragehilfen

Neben der Alltagstauglichkeit, wie beispielsweise geringer Platzbedarf, stehen für viele Eltern die gesundheitlichen Aspekte im Vordergrund. Babys genießen den intensiven Körperkontakt und die Wärme. Körperkontakt kann die Entwicklung des Kindes positiv beeinflussen. Auch das Bonding, die Eltern-Kind-Beziehung wird gestärkt. Das kann ein wichtiger Aspekt für Frühchen sein, die in den Brutkasten mussten oder für Kinder, die nicht gestillt werden konnte. Hier kann einiges an Nähe, Geborgenheit und Körperkontakt ausgeglichen werden. Die Beobachtungen von Hebammen, Kinderärzten und Eltern zeigen, dass getragene Kinder weniger weinen und in der Regel zufriedener sind.

Wichtig. Richtig platzieren

Babys müssen richtig in Tragetüchern platziert werden, damit sie darin sicher aufgehoben sind. Liegen Kinder im Alter von bis zu vier Monaten falsch, besteht Erstickungsgefahr, wie nun US-Experten von der Konsumentenschutzbehörde (CPSC) warnen. Weil sehr junge Babys ihren Kopf selbst noch nicht kontrollieren und heben können, muss dieser in den Tragetüchern immer so platziert werden, dass die Kleinen frei atmen können. Wird das Gesicht beispielsweise gegen die Brust des Trägers gedrückt, sind die Atemwege nicht frei. Das betroffene Kind erstickt langsam und kann wegen der Sauerstoffunterversorgung nicht um Hilfe schreien. Auch wenn die Babys in den Tragetüchern so positioniert werden, dass ihr eigenes Kinn auf ihre Brust drückt, kann dies die freie Atmung unterbinden. Die Folge kann ebenfalls ein langsames Ersticken sein. Laut einer Untersuchung der CPSC sind vor allem Zwillingskinder mit niedrigem Geburtsgewicht oder zu früh geborene Babys besonders gefährdet. Dies gilt vor allem dann, wenn sie unter Erkrankungen der Atemwege wie etwa Erkältungen leiden. Wie viele Kinder tatsächlich durch Tragetücher zu Tode kommen, ist nicht ganz eindeutig zu klären. In den USA sind von den CPSC-Experten mindestens 14 Fälle innerhalb der vergangenen Jahre nachgewiesen worden, doch die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Selbst wenn es durch die Einschränkung der Sauerstoffzufuhr nicht zum Tod des Babys kommt, kann ein Kind unter Umständen Hirnschädigungen erleiden, deren langfristige Folgen unabsehbar sind.

Medizinische Vorteile

Dennoch: Orthopäden hätten wohl wesentlich weniger Patienten, würden mehr Kinder getragen werden, denn: Wird ein Säugling im Hüftsitz getragen, dann ist der Oberschenkelkopf durch die gespreizte und angehockte Beinstellung ideal eingestellt. Der Oberschenkelkopf fügt sich perfekt in die Hüftgelenkpfanne ein, so wird die gesunde Entwicklung des Hüftgelenks unterstützt.

Sack oder Tuch

Es ist keine Ideologie, eher Gewohnheit. Viele sind abgeschreckt von dem anfangs kompliziert erscheinenden Binden des Tuchs, lassen sich aber nach einer Gewöhnungsphase überzeugen und schätzen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Tuchs (Bauch oder Rücken). Der Sack wirkt moderner, weniger "öko" und auf viele Eltern durch Schnallen und verstellbare Riemen vertrauenswürdiger. In einem Gebrauchseignungstest von "Öko-Test" schnitten Tücher sogar besser ab als Säcke. Auf schadstoffgeprüfte Materialien sollten Eltern in beiden Fällen achten. Bei Tragesäcken ist es noch wichtiger, die verschiedenen Modelle darauf zu prüfen, ob das Kind darin orthopädisch richtig sitzt und Kopf und Rücken gestützt sind.

Ergänzung oder Alternative zu Kinderwagen

Wer nur gelegentlich die Tragehilfen einsetzen will, sollte damit rechnen, dass Kinder sich immer wieder neu daran gewöhnen müssen. Es kann also sein, dass die erhoffte Befreiung von Stress beim Shoppen oder Bummeln mangels Übung in Stress durch ein schreiendes Baby umschlägt.

Bergsteiger und Asphaltcowboys

Wer auf den Geschmack gekommen ist, will vielleicht sein Kind auch noch dann in einem Tragesystem mitnehmen, wenn es schon im Buggy-Alter ist, dann empfiehlt sich eine Rückentrage. Gute Modele finden sich oft dort, wo Bergsteiger ihre Ausrüstung kaufen. Vor allem Väter schätzen diese Beförderung bei Familienausflügen. Denn Frauen sind die Kinder dann oft schon zu schwer.



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