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Wunderkind aus England: Laufen mit sechs Monaten

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Entwicklung des Babys im ersten Halbjahr

| Jenni Zwick, dpa

Wunderkind aus England: Laufen mit sechs Monaten. Xavier King.

Wunderkind Xavier King läuft schon mit sechs Monaten. (Bild:Imago)

Xavier King hat gerade laufen gelernt. Das ist an sich noch nichts ungewöhnliches, allerdings ist der kleine Brite gerade mal sechs Monate alt! Die meisten Babys lernen das Laufen mit zirka zwölf bis 18 Monaten. Sitzen konnte Xavier schon mit drei Monaten. Das Krabbelstadium hat er einfach übersprungen. Sollten Eltern, deren Kinder mit einem Jahr noch krabbeln jetzt in Panik verfallen? Dr. MartinWard Platt, Autor des Buches "Wunderbare Babyjahre - Das Beste für Ihr Kind" kann hier beruhigen: "So früh zulaufen ist in der Tat sehr ungewöhnlich. Für die Eltern bedeutet das aber lediglich, dass sie früher als andere Eltern ihre Augen überall haben müssen.

Eigenes Entwicklungstempo

"Lass dein Kind seine Entwicklungsgeschwindigkeit selbst bestimmen“. Diesem  Ratgebersatz ist jede Schwangere und jeder werdende Vater in den zurückliegenden vierzig Wochen begegnet. Doch mit der Geburt kommt die Zeit, in der die Eltern alleine bestimmen müssen, wie viel frühkindliche Förderung oder Selbstbestimmung sie ihrem Kind geben können und wollen. Für diese Entscheidung braucht es Vertrauen in den elterlichen Instinkt. Doch für junge Eltern ist es häufig schwierig sich darauf zu verlassen. Zu oft hören sie Sätze, wie „Er kann den Kopf noch nicht heben? Also meine konnte das ja schon im zweiten Monat“. Häufig folgt der Gang zum Kinderarzt – zu stark ist die Verunsicherung. Meistens sind die Sorgen aber unberechtigt und die Kinder haben ihre Stärken in anderen Gebieten. Schauen Sie in unserer Tabelle, welche Entwicklungsschritte im Rahmen sind und wann Sie sich mit einem Kinderarzt absprechen sollten.

Die körperliche Entwicklung

Im ersten Monat

Das Körperverhalten des Neugeborenen ist geprägt durch Reflexe. Den Saug-, Such- und Greifreflex muss es zum Überleben beherrschen.

Als Schreitreaktion bezeichnet man den Drang des Neugeborenen, hochgehoben unter den Achseln und auf gerader Unterlage leicht zur Seite geneigt, eine Art Schritt zu vollführen. In der Bauchlage kann der Säugling den Kopf kurz anheben, um ihn auf die andere Seite zu drehen. Meist liegt das Baby noch ziemlich zusammengekauert da und ahmt damit die Haltung im Mutterleib nach.

Im zweiten Monat

In der Bauchlage kann das Baby sich kurz abstützen und den Kopf nun schon für einige Sekunden hochhalten und 45 Grad drehen. Auch wenn es an beiden Händen in eine „Sitzposition“ gezogen wird, kommt der Kopf mit. Das bisher reflexartige Strampeln wird zunehmend koordinierter und kündigt die erste Drehung an. Die Händchen sind nicht länger zu Fäustchen geballt, sondern über fleißig das Greifen. Auch die gekauerte Haltung löst sich langsam auf.

Im dritten Monat

Wieder kann das Baby in Bauchlage den Kopf länger halten – ca. 1 Minute. Dabei stützt es sich auf den Unterarmen ab. Damit ist die Grundlagen zum Drehen von Rücken auf Bauch und umgekehrt gegeben, was jetzt ausgiebig geübt wird. Auch lernt das Baby nun nach Gegenständen zu greifen, die ihm zum Spiel gereicht werden. Loslassen kann es allerdings noch nicht.

Im vierten Monat

Das Aufstützen in Bauchlage, das Halten des Kopfes und das Greifen nach Spielzeug oder allem, was interessiert ist nun perfektioniert.

Das Baby findet es nun auch besonders wichtig die Beschaffenheit aller Gegenstände mit dem Mund zu testen. (Vorsicht, ab sofort Gegenstände außer Reichweite bringen, die nicht in Babyhände und vor allem Münder gehören.)

Im fünften Monat

Die wichtigste Übung für das Baby in dieser Phase sind Rollen und Sitzen lernen. Für sehr kurze Zeit kann das Baby schon aufrecht und selbstständig sitzen. Allerdings soll diese Übung nicht gefördert werden, um spätere Rückenleiden zu vermeiden. Das Rollen ist noch unbeholfen und benötigt Unterstützung auf den letzten Zentimetern. Hat das Baby das Rollen erst erlernt, erhöht sich sein Bewegungsradius unvorstellbar.

Im sechsten Monat

Das Baby versucht nun immer vehementer, sich zum Sitzen aufzurichten. Es sitzt erst einmal mit rundem Rücken. Ein Zurücklegen auf die Unterlage wird in der Regel mit Missmut aufgenommen. Wird das Baby an den Händen gehalten, übt es die Belastung der Füße bei gebeugten Knien durch Wippen. Häufiges Füße in den Mund stecken kann nun beobachtet werden.

Die geistige Entwicklung

Im ersten Monat

Die optische Wahrnehmung ist bis zu einer Entfernung von 20 – 25 Zentimetern möglich. Das Baby erfreut sich an bewegten Gegenständen, die ihm in diesem Abstand gezeigt werden. Es reagiert auf laute Geräusche und drückt sich durch Schreien und kehlige Laute aus.

Im zweiten Monat

Hält man in dieser Phase einen Gegenstand in Blickrichtung des Babys, kann es in der Folge die Bewegung des Gegenstands mit den Augen verfolgen und gegebenenfalls den Kopf drehen. Erste Vokale wie „o“, „u“, „ä“ sind vernehmbar.

Im dritten Monat

Alle optischen Eindrücke werden mit den Augen und möglichst weiter Drehung des Kopfes verfolgt. Geräuschquellen sind nach wie vor spannend. Allerdings wird das Baby nun zu einer eigenen Geräuschquelle, denn es bildet interessante Reihen von „R“ oder „ei“.

Im vierten Monat

Das Baby lernt immer besser zuzuhören, aber auch sich zu artikulieren. Die Buchstabensalven, die Eltern in dieser Zeit erwarten können, sind häufig speichelbegleitet und meist unterhaltsam.

Im fünften Monat

Weiterhin übt sich das Baby in der Aneinanderreihung von Silben zu Lautäußerungen, die in unterschiedlichstem Tonarten und Lautstärken vorgetragen werden.

Das Baby lernt langsam, dass gewisse Gesetze herrschen – wenn ich etwas los lasse, fällt es (und Mama hebt es auf). Ein Ball rollt, wenn ich ihn anstupse. 

Im sechsten Monat

Die Hand- Auge Koordination funktioniert nun sehr gut. Das Baby als eigene Geräuschquelle „sagt“ meist in dieser Phase zum ersten Mal „ma-ma“ oder „pa-pa“ ohne damit sinnhaft gesprochen zu haben.

Durch das Kennenlernen des „Ichs“ lernt es immer mehr, dass es selbst ein handelndes Wesen ist und in der Welt etwas bewirken kann. Das Gefühl genießt das Baby!


Seelisch-soziale Entwicklung

Im ersten Monat

Der warme Hautkontakt zu den Bezugspersonen ist dem Baby wichtig und fördert seine Bindung und sein Vertrauen. Manchmal zeigt sich bereits in den ersten vier Wochen ein leichtes, reflexartiges Lächeln.

Im zweiten Monat

Der wichtigste Moment ist das strahlende Lächeln, das nur Babys Augen schaffen. Damit drückt es seine Verbundenheit zu den Bezugspersonen aus. Das Lächeln ist nun nicht mehr ein Reflex, sondern bewusste Äußerung.

Im dritten Monat

Aus dem stillen Lächeln ist jetzt ein herzhaftes und Herz erweichendes Lachen geworden. Das Baby reagiert auf Versteckspiele hinter Möbeln mit höchster Begeisterung.

Im vierten Monat

Aus dem „Ich will überleben“-Baby ist ein „Ich will überleben und Teil haben“-Baby geworden. Es fordert nun nach seinen Möglichkeiten Aufmerksamkeit der Bezugspersonen.

Im fünften Monat

Das Teilhabebedürfnis wird immer größer, zumal die Schlafzeiten weniger werden. Mit dem Ausstrecken der Ärmchen wird Bezugspersonen signalisiert, dass das Baby hochgenommen werden will. Die Abgrenzung zwischen bekannten und unbekannten Gesichtern ist nun möglich. Erstes Fremdeln wird erkennbar.

Im sechsten Monat

Das Fremdeln wird ausgeprägter. Besonders interessant sind nun bekannte Gegenstände, aber auch der „Andere“ im Spiegel. Das Schlafbedürfnis am Tag ist nun auf einen Vormittagsschlaf und einen späten Mittagsschlaf zurückgegangen. Dazwischen will das Baby Teilhabe im sicheren Zusammensein mit den Bezugspersonen.

Babys wollen sich entwickeln

Das Gute ist: Eltern brauchen eigentlich für die Entwicklung ihres Babys nichts weiter zu tun als abzuwarten, geduldig zu sein und ihm durch ihr Liebe die Möglichkeit zu geben, sich zu entfalten. Denn Babys wollen sich entwickeln. Der Kinderarzt Remo H. Largo schreibt in seinem Kinderbuch „Babyjahre“, dass Babys den „inneren Drang haben, zu wachsen und sich Fähigkeiten und Kenntnisse anzueignen.“ Er beruhigt junge Eltern und erklärt, dass ein gesundes wohlgenährtes Kind von ganz alleine den eigenen Entwicklungsstand erweitert und Schritt für Schritt Dinge, wie nach Gegenständen greifen, sich fortbewegen und sich sprachlich auszudrücken, lernt. Doch er fügt hinzu, dass Babys „dann am besten gedeihen, wenn sich die Eltern an seinen Bedürfnissen orientieren.“ Mehr sei keineswegs besser, sondern häufig zuviel, so Largo.

Ein Schritt vor, zwei zurück

Wie beim Tanz ist der Entwicklungsrhythmus des Babys stets einen Schritt nach vorne, zwei zurück. Kaum hat das Baby das erste bewusste Lächeln gezeigt, verfällt es wieder zurück in seine scheinbar teilnahmslose Betrachtung der Umgebung. Am einen Tag rollt sich das Baby grazil von einer Lage zur nächsten. Am nächsten Tag wiederum schreit es verzweifelt nach Hilfe, weil das Umdrehen einfach nicht gelingen will. An einem Morgen ist es stolz, den Breilöffel selbst gehalten zu haben, am nächsten pfeffert es ihn auf den Boden, weil es sich überfordert fühlt. In ihrem Buch „Oje ich wachse“ beschreiben die Autoren Hetty van de Rijt und Frans X. Plooji die Entwicklungsschritte wie auch -rückschritte in den ersten zwanzig Monaten als etwas Normales und Schönes und empfehlen den Eltern ohne Vorbehalte zu genießen.

Wenn es doch zu lange dauert   

Bei den regelmäßigen U-Untersuchungen beim Kinderarzt sollten Eltern erwähnen, wenn sie unsicher mit der Entwicklung ihres Babys sind oder angemessene Frühförderungen beginnen wollen. Die Kinderärzte sind dankbar für Hinweise, auch wenn sie die Eltern meistens beruhigen können. Der Arzt wird allerdings auf Entwicklungsverzögerungen schließen, wenn das Baby nach dem dritten Monat noch nicht selbstständig den Kopf halten kann oder wenig auf Umgebungsgeräusche oder optische Reize reagiert. In der Regel wird dann eine zusätzliche Diagnostik begonnen und eine geeignete Fördermaßnahme auf Rezept verordnet.

Locker bleiben

 

… und auf den elterlichen Instinkt hören. Je besser die Eltern ihr Kind verstehen, desto schneller lernt es, seinen eigenen Fähigkeiten zu vertrauen und selbstsicher zu werden.

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