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Schnuller: Eine Wissenschaft für sich

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Schnuller: Eine Wissenschaft für sich

07.02.2012, 16:20 Uhr | Simone Blaß

Schnuller: Eine Wissenschaft für sich. Worauf sollten Eltern beim Schnuller achten?  (Quelle: imago)

Worauf sollten Eltern beim Schnuller achten? (Quelle: imago)

Schnuller sollten selbstverständlich frei von Schadstoffen sein, doch es gibt noch mehr Dinge, auf die Eltern achten sollten. Zunächst stellt sich die Frage nach dem geeigneten Material und Modell. Hier finden Sie Wissenswerts rund um den Schnuller.

Schnuller als Schutz vor dem Plötzlichen Kindstod

Er heißt Dutzi, Nucki oder Nunni - gemeint ist immer das Gleiche: der Schnuller. Er ist eine große Erleichterung, wenn es darum geht, die Kleinen zu beruhigen. Und er sind ja auch praktisch, eignet er sich doch zum Einschlafen, zum Beruhigen und gibt Halt in manch einer Lebenssituation. Einer Studie der Universität von Virginia zufolge kann nächtliches Schnullern sogar vor dem plötzlichen Kindstod schützen. Eine Vermutung dabei ist, dass Kinder mit einem Schnuller im Mund nicht so tief schlafen. Allerdings ist es sinnlos, einem schlafenden Säugling einen Schnuller in den Mund zu schieben, genauso wie es unsinnig wären, einen kleinen Schnullerverweigerer zu zwingen. Hebammen warnen außerdem immer wieder davor, den Beruhigungssauger zu früh einzuführen, denn das könnte negative Auswirkungen auf das Stillen haben. Nach drei, vier Wochen aber, wenn sich das Stillen eingespielt hat, spricht auch von Seiten der Wissenschaft her nichts dagegen. Allerdings sollte man, auch wenn es verlockend ist, den Schnuller nicht grundsätzlich beim kleinsten Muckser als Beruhigungsmittel verwenden, sondern erst einmal überprüfen, ob das Baby nicht vielleicht zum Beispiel einfach nur ein Nähebedürfnis hat.

Für jeden das richtige Modell

Doch was kann man tun, wenn das eigene Kind partout keinen Schnuller nehmen will? Zunächst könnte man es - auch um das für dies spätere Zahnstellung nicht optimale Daumenlutschen zu vermeiden -mit den verschiedenen Modellen versuchen. Denn nicht jedes Kind mag die gleiche Schnullerform. Schließlich gibt es sie in allen erdenklichen Formen und Farben. Vom Vollgummischnuller, der der weiblichen Brust am ähnlichsten sein soll über das kiefergerechte Modell mit dem flachen Saugteil, das aber möglichst nicht falsch herum eingesetzt werden sollte. Vom universellen, kirschförmigen Modell, beim dem das egal ist bis hin zum supercoolen Piratenschnuller ganz in schwarz. Und das alles in verschiedenen Größen, dem Alter des Kindes entsprechend und meist sowohl in Latex oder Silikon zu haben.

Wobei Latexsauger, die aus natürlicher Gummimilch hergestellt werden, immer wieder unter Verdacht stehen, Allergien auslösen zu können. Die Gummisauger sind aber flexibler, können umweltfreundlich entsorgt werden und laden sich nicht statisch auf, das heißt sie sind nicht Staub anziehend. Allerdings sehen sie nach einer Weile nicht mehr besonders ansehnlich aus. Die Silikonsauger sind geschmacksneutral und weniger elastisch, was bedeutet, dass sie sich nicht mehr ganz so gut eignen, wenn das Kind bereits anfängt, auf dem Schnuller herumzubeißen. Denn ist die Oberfläche einmal verletzt, reißt das Material schnellweiter und es können sich auch kleine Stücke lösen, die vom Kind dann verschluckt werden könnten. Grundsätzlich sollte man alle Schnuller regelmäßig kontrollieren, vor allem dann, wenn das Baby schon Zähne hat und bei kleinsten Beschädigungen den Sauger sofort austauschen. Auch gelegentliches Abkochen ist durchaus empfehlenswert, selbst dann, wenn der Nutzer bereits ein Krabbelkind ist.

Saugen ist ein menschliches Grundbedürfnis

Der Schnuller kann übrigens eine beachtliche Geschichte aufweisen. Denn bereits vor rund 3000Jahren benutzten Mütter mit Honig, Mohnsamen oder alkoholgetränkte Tücher, um ihre Kinder zu beruhigen. Das haben Ausgrabungen in Italien, Zypern und Griechenland gezeigt. Auch in Ägypten wurden kleine Tonfiguren gefunden, die den Kindern, gefüllt mit Honig, um den Hals gehängt wurden. In Deutschland wird der Schnuller erstmals Mitte des 15.Jahrhunderts in Aufzeichnungen erwähnt, wobei es sich dabei ebenfalls um mit Brei und anderen Substanzen gefüllte Sauglappen handelte. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der erste Schnuller, der den heutigen ähnelt, zum Patent angemeldet. Heute werden in Europa pro Jahr mehr als80 Millionen Schnuller verkauft. Kein Wunder, denn Saugen ist ein Grundbedürfnis. Das zeigen auch Beobachtungen bei sogenannten "primitiven" Kulturen. Oft binden hier die Frauen ihre Kinder so, dass deren Mund immer in Busennähe ist. Forscher haben beobachtet, dass die Kinder dann durchschnittlich alle 13 Minuten an der Brust saugen. Da in unserem Kulturkreis wohl nur die wenigsten Mütter auf diese Art und Weise das Saugbedürfnisbefriedigen wollen und für viele Babys relativ feste Essenszeitenangesetzt sind, werden sozusagen zur Überbrückung Schnuller angeboten.

Den meisten fällt es schwer, sich vom Schnuller zu trennen

Will ein Kind trotz aller Auswahl keinen Schnuller, könnte man sich aber auch einfach freuen, man hat dann nämlich von vornherein schon nicht das Problem, dem Kind den Sauger wieder abzugewöhnen. Denn das ist oft ein harter Kampf. Eltern sollten darauf achten, dass das Kind sich zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr vom Schnuller löst. Denn sonst kann sich der Kiefer verformen und es kann zu Problemen beim Sprechen kommen. Vor allem die S-und Z-Laute sind davon betroffen. Doch wie wird man das Ding wieder los? Auf jeden Fall sollte man die Sache sanft und liebevoll angehen lassen und dem Kind die Zeit lassen, die es braucht. Dabei kann man mit der Schnullerfee arbeiten, die kommt, den Schnuller mitnimmt und dafür ein Geschenk dalässt- wobei sich das Kind aber selbst entscheiden sollte, wann es bereit ist, seinen Schnuller einzutauschen. Man kann den Schnuller auch gemeinsam einem neuen Baby im Freundeskreis schenken, denn das braucht ihn ja nötiger oder man legt ihn immer an eine bestimmte Stelle und wenn das Kind danach fragt, bekommtes ihn auch. Aber nur dann.

Langfristig ist die Schnullerfee bei jedem erfolgreich

Größere Kinder brauchen ihren Schnuller vor allem zum Einschlafen oder wenn sie sich aufgeregt haben und den meisten ist es irgendwann auch peinlich, von anderen mit einem Sauger gesehen zu werden. Und es gibt, gerade für etwas größere Schnullerkinder, ja auch schöne Alternativen zum Saugen. Eine Runde Extra-Kuscheln bei Müdigkeit zum Beispiel oder das gemeinsame Ansehen eines Buches. Allerdings sollte man darauf verzichten, den Schnuller durch eine Nuckelflasche zu ersetzen, denn es ist schädlich für die Zähne, wenn diese dauernd mit Flüssigkeit umspült werden, sogar dann, wenn es sich nur um Wasser handelt. Auf keinen Fall sollte man beim Abgewöhnendes Schnullers mit übel schmeckenden Substanzen arbeiten und auch das Einbinden der Händchen ist eine grausame Methode. Und völlig unnötig, denn meist sind Kinder in diesem Alter schon sehr verständig und man kann durchaus mit kindgerechten Worten die Folgen des Dauerschnullerns aufzeigen und an die Vernunftappellieren. Und mit Sicherheit kommt irgendwann der Tag, an dem das Kind sich selbststark genug fühlt, um sich von seinem Schnuller zu verabschieden.


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