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Umfragen: Designerbaby nein - Ausschluss von Erbleiden ja

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Umfragen  

Designerbaby nein - Ausschluss von Erbleiden ja

16.09.2010, 09:34 Uhr | ots

Umfragen: Designerbaby nein - Ausschluss von Erbleiden ja. In Vitro Fertilisation - Grafikdarstellung.

Deutsche lehnen mehrheitlich Gentests zum Kreieren von Wunschbabys ab. (Bild: imago) (Quelle: imago)

Der Wunsch nach einer bestimmten Augen- oder Haarfarbe rechtfertigt nach Meinung der meisten Deutschen keine Gentests zur Auswahl von Embryonen, die durch künstliche Befruchtung entstanden sind - der Verdacht auf eine schwere Erbkrankheit unter Umständen schon. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag der "Apotheken Umschau" über die Einstellung der Deutschen zur so genannten Präimplantationsdiagnostik (PID) ergeben. Die GfK Marktforschung Nürnberg befragte dazu 1.936 Personen ab 14 Jahren.

Was ist eine PID?

Bei der PID werden in der Regel mehrere Eizellen befruchtet. Im Reagenzglas entstehen mehrzellige Embryonen. Diese werden vor dem Einpflanzen in die Gebärmutter genetisch untersucht. Nur geeignete Embryonen werden ausgewählt, die anderen sterben ab. Kritiker sehen hier eine Entscheidung zwischen "lebenswert" und "lebensunwert". Das Verfahren ist deshalb ethisch umstritten. Bisher galt die PID in Deutschland als verboten. Dies hat sich durch ein Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) im Juli geändert. Demnach ist in Fällen mit sehr hohem genetischen Risiko die PID nicht mehr strafbar.

Gespaltenes Meinungsbild

Laut der Umfrage hält es immerhin fast jeder Fünfte für "völlig in Ordnung", wenn Paare, die auch auf natürlichem Weg Kinder bekommen könnten, mit Hilfe künstlicher Befruchtung und genetischer Auswahlverfahren vorab zum Beispiel das Geschlecht ihrer Kinder bestimmen würden. Bei näherer Betrachtung sind jedoch nur knapp 15 Prozent der Befragten dafür, die PID grundsätzlich zu erlauben.

Fast jeder Zweite findet, dass die PID nur in Ausnahmefällen, z. B. bei begründetem Verdacht auf mögliche Erbkrankheiten, erlaubt sein sollte. Mehr als 15 Prozent lehnen die PID generell ab. Über ein Viertel der Befragten haben sich hierzu noch keine Meinung gebildet. Über 70 Prozent würden nach dem Einpflanzen des Embryos in die Gebärmutter im Laufe einer künstlichen Befruchtung bei einer Fehlbildung oder Erbkrankheit dann aber auch eine Abtreibung befürworten.

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