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Body-Mind-Centering erobert Deutschland

23.09.2010, 10:23 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Therapien: Body-Mind-Centering erobert Deutschland. Baby strampelt auf dem Wickeltisch. (Quelle: imago)

Das komplette Erbgut eines Babys lässt sich schon vor der Geburt analysieren. (Quelle: imago)

Neu ist Body-Mind-Centering (BMC) eigentlich nicht, immerhin wurde es bereits in den 70er Jahren von der Bewegungstherapeutin und Tanzpädagogin Bonnie Bainbridge Cohen entwickelt, aber erst seit Kurzem gerät das Body Mind Centering immer mehr auch in den Fokus von Eltern. Denn neben den Körpersystemen, die miteinander in Einklang gebracht werden sollen, ist hier vor allem die frühkindliche Bewegungsentwicklung von Bedeutung und das, was wir daraus lernen können.

Im Alltag von BMC profitieren

Die Entwicklung von der Verschmelzung und der Teilung der Zellen hin zum fertigen Menschen ist eine Information, die in jeder Zelle unseres Körpers lebenslang gespeichert ist, genau wie einschneidende Erlebnisse, Verletzungen, Krankheiten und giftige Substanzen, so die BMC-Methode, die sich mit den Zusammenhängen zwischen Körper und Geist beschäftigt. Durch das Aufheben von Blockaden und das Freisetzen ungenutzter Potenziale können alltägliche Stresssymptome genauso behandelt werden wie zum Beispiel Haltungsschäden und Verletzungen.

Unterstützung aller Körpersysteme

Da ein großer Teilbereich des BMC das Studium der frühkindlichen Entwicklung ist, wird auch in der Frühförderung, bei Entwicklungsstörungen, Hyperaktivität oder Lernschwierigkeiten, mit den Erkenntnissen der Methode gearbeitet. Doch sie eignet sich nicht nur bei gravierenden Problemen, sondern kann auch im elterlichen Alltag die Augen öffnen für den Zusammenhang der Körpersysteme, für das Bewegungsspektrum, das uns zur Verfügung steht. So kann die Körperhaltung verbessert, das Selbstvertrauen gesteigert und die innere Ruhe gestärkt werden. "Im Normalfall sind die Bewegungsabläufe eines Kindes gespeichert, das heißt man kann das Kind anregen, sollte aber nicht eingreifen. Aber man kann beobachten und so wunderbar in einem spielerischen Umfeld den Körper und auch seine Systeme kennenlernen." Christiana Charalambous ist Bewegungspädagogin nach BMC und sie ist sich sicher, dass Eltern durch die Beobachtung ihrer Kinder nur profitieren können. 

Der Nabel als Zentrum der Welt

"Letztendlich wäre es meiner Meinung nach vor allem für Erwachsene wichtig, die frühkindlichen Abläufe selbst wieder zu erlernen, der eigenen Bewegungsfreiheit und des Verständnisses wegen", so die Bewegungspädagogin. Denn Bewegungsmuster, die wir zum Beispiel in der frühen Kindheit übersprungen haben, können den erwachsenen Körper einschränken und unter anderem Verspannungen hervorrufen. Diese Körperspannungen werden durch das Wiedererlernen der ursprünglich ausgelassenen Bewegungsmuster abgebaut und damit beseitigt. "Es macht durchaus Sinn, sein Baby oder auch ein Kleinkind einfach einmal nur in seiner Bewegung nachzuahmen und es macht vor allem auch Spaß." Schnell werde man merken, dass sich bei kleinen Kindern alles um den Nabel herum bewegt. Im BMC geht man von sechs Extremitäten aus: dem Kopf, den beiden Armen und Beinen und dem Steißbein, wobei die natürliche Achse die Verbindung zwischen Kopf und Steißbein ist - ähnlich den uralten Bewegungsmustern beim Yoga.

Frühkindliche Bewegungsmuster als Vorbild

Diese Natürlichkeit verliert sich bei den meisten Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren. Das häufige Sitzen auf dem Sofa, an Tischen und speziell in der Schule kann erste Haltungsschäden verursachen. Hinzu kommt oft noch schlechtes Schuhwerk genauso wie zu enge Kleidung oder das einseitig getragene Gewicht von Taschen. Und natürlich auch hier wieder die oft mangelnde Bewegung, vor allem in freier Natur, seltenes barfuß Laufen, Übergewicht und ein Imitieren der falschen Haltung der Eltern. "Beim Beine Übereinanderschlagen, beim Stehen mit eingeknickter Hüfte und beim Lümmeln im Sessel mit rundem Rücken sollte man vorsichtig sein!“, warnt die Bewegungspädagogin. "Besonders schlimm finde ich es, wenn ich beobachte, dass Mädchen, die von Natur aus breitbeinig, gerade und offen dasitzen, aus falschem Schamgefühl darauf hingewiesen werden, dass sich das nicht gehört. Stattdessen sollte man in diesem Fall vielleicht lieber auf Röcke verzichten, dem Kind eine bequeme Hose anziehen und es darin bestärken, sich so zu bewegen, wie es das selbst möchte.

Im Einklang mit dem Körper

Kein gesundes kleines Kind habe eine falsche Haltung- die angeborenen frühkindlichen Bewegungsmuster verlieren sich erst durch angelerntes Fehlverhalten." In diesem Zusammenhang weist Christiana Charalambous auch darauf hin, dass vielen kleinen Mädchen mit freiem Tanz deutlich besser geholfen wäre als mit Ballett. "Auswärtsdrehung der Knie und Hüften, Überstrecken aller Gelenke, Spitzentanz - all das sind unnatürliche und schädigende Haltungen. Im freien Tanz dagegen wird im Einklang mit dem Körper und nicht gegen ihn gearbeitet. Und er fördert die Lust am Bewegen, die aus dem Kind selbst herauskommt. Auch moderner Tanz, Jazztanz, New Dance oder Yoga für Kinder eignen sich ganz wunderbar."

Erfahrbare Anatomie

Je länger man einem Kind den angeborenen Freiraum in der Bewegung erhält und ihn fördert, statt ihn zu unterdrücken, desto besser ist es. "Natürlich ist es im Alltag, vor allem in der Großstadt, nicht immer leicht umzusetzen, aber je freier ein Kind in seiner Bewegung aufwächst, desto länger bleibt es in seiner Körperhaltung gesund", so Christiana Charalambous. „Man sollte Kindern Raum für freies Bewegen und selbstständiges Entdecken geben - in einer altersgerechten Umgebung. Die angeborene Bewegungsfähigkeit kann sich dadurch optimal entfalten. Und die Eltern können lernen, ihrem Kind so Orientierung und Geborgenheit zu geben." Für etwas größere Kinder eignen sich übrigens auch "Körperreisen", ein wichtiger Bestandteil des BMC. Hier kann der Nachwuchs durch "Hineinhorchen" in die eigene Anatomie spielerisch lernen, seinen eigenen Körper besser zu verstehen und zu begreifen..

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