Stillen
Wie lange stillen ist ideal?08.02.2013, 18:15 Uhr | t-online.de, dpa-tmn
Schadet Alkohol während der Stillzeit dem Baby? (Quelle: CTK Photo/imago)
Wie lange sollten Babys gestillt werden, bis man anfängt, Beikost hinzuzugeben? Bislang lautetet die Stillempfehlung renommierter Institutionen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sechs Monate Stillen sei für Babys optimal. Inzwischen glauben einige Experten allerdings: Weniger ist mehr.
Unstrittig ist: Muttermilch ist die natürlichste und gesündeste Nahrung für Babys. Sie liefert den perfekten Nährstoffmix, stärkt das Immunsystem des Neugeborenen, ist leicht verdaulich immer verfügbar. Darüber hinaus gibt es dem Baby Geborgenheit und intensiviert die Mutter-Kind-Bindung. Daher bestärkt auch die Nationale Stillkommission alle Mütter darin, ihr Kind zu stillen.
Während die WHO nach wie vor empfiehlt, Babys in den ersten sechs Lebensmonate ausschließlich zu stillen, beziehungsweise mit Muttermilch zu ernähren, mehren sich Expertenmeinungen, wonach schon nach dem Ende des vierten Monats Beikost zugefüttert werden sollte. Vier Monate ausschließliches Stillen seien ausreichend, um das Immunsystem des Babys zu stabilisieren und einen Schutz vor Allergien aufzubauen. Manche Forscher gehen sogar von einem höheren Risiko für Allergien und Eisenmangel aus, wenn Babys länger als vier Monate nur gestillt werden.
"Nach vier Monaten eingeführte Beikost scheint das Allergierisiko reduzieren zu können", erklärte Professor Klaus Vetter 2010 auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in München. Er folgt damit den aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI). Darin heißt es: "Für einen präventiven Effekt durch eine Verzögerung der Beikosteinführung über den vollendeten vierten Lebensmonat hinaus gibt es keine gesicherten Belege. Sie kann deshalb nicht empfohlen werden."
Allerdings gilt dies für Babys in Industrienationen, nicht aber für unterentwickelte Länder mit schlechten Hygiene- und Gesundheitsstandards. Dort ist die globale Stillempfehlung der WHO angemessen.
Einig sind sich die Experten darüber, dass Beikost keinesfalls vor dem fünften Monats, aber spätestens mit Beginn des siebten Monats zugefüttert werden soll. Das bedeutet jedoch nicht, dass dann die Zeit des Abstillens gekommen ist. Vielmehr betont Professor Vetter im Hinblick auf die Mutter.Kind-Bindung: "Auch nach Beginn des Zufütterns sollten Mütter weiter stillen - so lange Mutter und Kind es wünschen."
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08.02.2013, 18:15 Uhr | t-online.de, dpa-tmn
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