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Social Networking: Kaum geboren und schon online - Babyfotos im Internet

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Social Networking  

Online schon im Mutterleib

26.10.2010, 11:20 Uhr | rw, t-online.de, dpa

Social Networking: Kaum geboren und schon online - Babyfotos im Internet. Kleiner Junge mit Tastatur und Maus. (Bild: imago)

Müssen schon die Allerkleinsten online sein? (Bild: imago) (Quelle: imago)

Kaum auf der Welt, und schon im Web: Immer mehr Babys starten ins Leben mit einem eigenen Internetprofil. Ultraschallfotos, Eltern-Tweets bei Twitter während der Schwangerschaft, Vorstellung der Neugeborenen in Online-Fotoalben, und oft sogar eine eigene E-Mail-Adresse begleiten die sogenannten "Digital Natives", also die im digitalen Zeitalter Geborenen, bei ihrem Start ins Leben. Die Kleinen können noch nicht einmal laufen, schon existieren "digitale Fußabdrücke" von ihnen im Internet.

Die große Mehrheit der Zweijährigen ist online

71 Prozent der deutschen Mütter laden Fotos von ihren Kindern im Internet hoch, ehe diese zwei Jahre alt sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie des Softwareherstellers AVG. Die deutschen Mamas lagen damit etwa im europäischen Durchschnitt von 73 Prozent, aber hinter den Müttern in den USA, die ihrem Nachwuchs zu 92 Prozent schon in diesem frühen Alter zu einem Online-Auftritt verhelfen. Im Gesamtdurchschnitt der Studie, für die 2200 Mütter aus zehn verschiedenen Ländern befragt wurden, waren 81 Prozent der Zweijährigen im Internet zu sehen.

Die meisten Babys erleben ihre "digitale Geburt" im Alter von sechs Monaten. Schon als Neugeborene werden 30 Prozent der deutschen Babys in die Internetwelt gebracht. Und Ultraschallbilder aus der Zeit vor der Geburt gibt es im Web von 15 Prozent aller ungeborenen Kinder in Deutschland. Mit sieben und fünf Prozent liegen die deutschen Eltern bei der Einrichtung einer eigenen E-Mail-Adresse für ihre Sprösslinge und einem Auftritt bei Facebook oder in einem anderen Sozialen Netzwerk genau im Durchschnitt der Studie.

Was werden die Kinder später von den Online-Bildern halten?

Ob sich der jetzt in den Windeln steckende Nachwuchs je von dem Bild, das seine Eltern im Netz von ihm erstellt haben, frei strampeln kann, ist eine andere Frage. Als "schockierend" bewertet es nicht zuletzt deshalb AVG-Chef J.R. Smith, dass das Web-Profil eines derzeit 30-Jährigen vielleicht zehn oder 15 Jahre zurückreiche, während die meisten Zweijährigen schon jetzt eine Onlinepräsenz hätten, die im Laufe ihres Lebens immer weiter ausgebaut werde.

"Es ist vollkommen verständlich, dass stolze Eltern Aufnahmen ihrer sehr kleinen Kinder hochladen und bei Freunden und in der Familie herumzeigen wollen", zeigt Smith auf der einen Seite Verständnis für den Mitteilungsdrang der Erzeuger. Die meisten Eltern, 70 Prozent, wollen ihre Baby-Bilder nur mit Freunden und Bekannten teilen. Hat man denen früher noch ein Fotoalbum zum Durchblättern gegeben, legt man dieses heute eben in digitaler Form in seinem Facebook-Konto an. Über die Menge an Informationen, die somit online über den eigenen Nachwuchs zu finden ist, machten sich Eltern dabei allerdings wenig Gedanken, so Smith. Er versucht Problembewusstsein zu schaffen und richtet an werdende Eltern die Frage: "Was für einen 'digitalen Fußabdruck' wollen Sie für Ihre Kinder erstellen, und was werden die in Zukunft von den Informationen halten, die Sie jetzt hochladen?"

Baby-Fotos finden viele peinlich

Tatsächlich scheint es fraglich, ob der Nachwuchs später besonders begeistert darüber sein wird, dass es Baby-Bilder von ihm im Internet gibt. Und das ist nur allzu verständlich. Man selbst möchte doch auch am liebsten im Boden versinken, wenn die eigenen Eltern plötzlich das alte Fotoalbum herausholen und der versammelten Verwandtschaft Anekdoten über die schwierige Zeit des Sauberwerdens erzählen. Aber wenn man schon solche und ähnliche Situationen zurecht als peinlich empfindet, wie soll es dann erst den heutigen Babys gehen, wenn sie einmal älter sind? Immerhin machen deren Fotos nicht nur am Wohnzimmertisch, sondern, online womöglich weltweit die Runde. Und für so manche Schulhofhänselei dürften die drolligen Baby-Fotos in jedem Fall geeignete Munition sein.

Private Fotos sollten auch online privat bleiben

Nicht zuletzt auf diese Problematik will Softwarehersteller AVG mit seiner Studie hinweisen und deutlich machen, wie wichtig es ist, auf die privaten Einstellungen bei Sozialen Netzwerken zu achten, weil die Bilder sonst nicht nur für bekannte Besucher, sondern für alle sichtbar sind und beliebig kopiert werden können. Inhalte, die einmal ihren Weg ins Netz gefunden haben, sind kaum mehr daraus zu entfernen. Eltern sollten sich deshalb genau überlegen, welche Bilder sie von ihrem Nachwuchs online preisgeben und wen sie darauf zugreifen lassen möchten. Womöglich erspart ihnen das in Zukunft einigen Ärger mit dem Nachwuchs.

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