25.11.2010, 12:31 Uhr | rw, t-online.de
Babygalerien können den Besuchsstress für Mutter und Kind reduzieren. (Bild: imago) (Quelle: imago)
Immer mehr Krankenhäuser bieten frischgebackenen Eltern einen ganz besonderen Service an: In einer sogenannten Babygalerie können sie ein Foto ihrer kleinen Lieblinge, oft zusammen mit Angaben zu Geburtsgewicht, Größe und natürlich dem Namen, veröffentlichen. In den letzten Jahren und Monaten erfreuen sich solche Babygalerien wachsender Beliebtheit - bei Eltern aber auch bei den Krankenhäusern, die ihre Internetseiten mit den drolligen Wonneproppen schmücken. Inzwischen hat nahezu jedes größere Haus seine eigene Babygalerie.
Wenn ein Baby auf die Welt kommt, dauert es meist keine zwei Tage und ein ganzer Tross aus Verwandten, Freunden und Bekannten stürmen das Krankenhaus, um sich das Neugeborene anzuschauen. Das ist zwar auf der einen Seite sehr schön, weil es zeigt, dass sich das Umfeld der Eltern dafür interessiert, wie die Geburt gelaufen ist. Andererseits kann allzu viel Gewimmel am Krankenhausbett die ohnehin noch ziemlich geschaffte Mutter auch ganz schön stressen. Hier können Babygalerien bei den jungen Eltern für einige Entlastung sorgen. Denn in diesen Online-Fotoalben, die inzwischen fast alle Krankenhäuser auf ihren Internetseiten anbieten, kann der interessierte Bekanntenkreis sich den Nachwuchs anschauen, ohne persönlich vorbeikommen zu müssen.
Große Unterschiede gibt es aber bei der Qualität der verschiedenen Babygalerien. Viele Häuser beschränken sich darauf, einfach ein mehr oder oft auch weniger hübsches Bild von den Kindern online zu stellen und die wichtigsten Daten wie Name, Geburtstag und -uhrzeit, sowie das Geburtsgewicht dazuzuschreiben. Oft wirken diese Babygalerien ziemlich lieblos. Es gibt aber auch Gegenbeispiele: Das Maria-Hilf Krankenhaus im kleinen Städtchen Stadtlohn im Münsterland bietet etwa die Möglichkeit, die Fotos aus seiner Babygalerie zusammen mit einer persönlichen Nachricht per Email als Grußkarte zu versenden. Auch die Bilder selbst sind hier von recht hoher Qualität.
Bei vielen der digitalen Fotoalben hat man das Gefühl, dem Krankenhaus ginge es in erster Linie darum, den aktuellen Trend aufzugreifen und überhaupt eine wie auch immer gestaltete Babygalerie anzubieten. Überzeugen können überdurchschnittlich oft kleine Häuser. Die Fotos in der Babygalerie des Klinikums Landau - Südliche Weinstraße stechen zum Beispiel positiv hervor. Von einem professionellen Fotografen ausgeleuchtet und geknipst, präsentieren sich die kleinen Engel hier von ihrer Schokoladenseite.
Doch der anhaltende Boom der Babygalerien wird hier und da auch von Skepsis begleitet. Längst nicht alle Eltern wollen ihr Kind im Internet der gesamten Öffentlichkeit präsentieren. Und es darf auch bezweifelt werden, ob es alle so veröffentlichten Kinder später, zum Beispiel wenn sie in die Pubertät kommen, besonders toll finden werden, dass jeder mit ein wenig Mühe ihr Babyfoto googeln kann. Natürlich ist es der elterliche Stolz, der die Mamas und Papas dazu veranlasst, ihr Okay für die Veröffentlichung in der Babygalerie zu geben. Aber die Eltern sollten sich auch fragen, wie sie es mit 14 Jahren gefunden hätten, wenn dem eigenen Teenagerschwarm Babyfotos gezeigt worden wären.
Quelle: rw, t-online.de
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