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Baby Stillen  

Muttermilch - Zusammensetzung des Wundercocktails

10.09.2014, 16:48 Uhr | nw, t-online.de

Muttermilch: Zusammensetzung des Wundercocktails. Muttermilch enthält wichtige Nährstoffe und stärkt das Immunsystem Ihres Babys (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Muttermilch enthält wichtige Nährstoffe und stärkt das Immunsystem Ihres Babys (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Muttermilch ist die unkomplizierteste und billigste Nahrung für ein Baby. Fürs Stillen muss nichts eingekauft, weggeräumt oder gereinigt werden. Der Krafttrunk ist keimfrei, immer richtig temperiert und stets verfügbar. Das Baby muss nie warten, wenn es hungrig ist. Doch Mamas Milch macht nicht nur satt und zufrieden, sie kann noch mehr. Forschungen haben den Superdrink genauer unter die Lupe genommen und die Inhaltsstoffe der Muttermilch analysiert.

Inhaltsstoffe der Muttermilch

Mehr als tausend verschiedene Substanzen bilden in genau abgestimmter, aber wechselnder Konzentration die Basis der Muttermilch. Pro 100 Gramm hat Muttermilch einen Nährwert von etwa 67 Kalorien, die sich größtenteils aus folgenden Nährstoffen zusammensetzen: Rund sieben Gramm Kohlenhydrate, vier Gramm Fett und 1,2 Gramm Eiweiß.

Auch wichtige mütterliche Abwehrstoffe werden beim Füttern auf das Baby übertragen. Sieht man sich das Ganze durch ein Mikroskop an, findet man auch einen großen Anteil von weißen Blutkörperchen. Sie dienen dazu, Bakterien, Viren und Pilze zu bekämpfen. Darum sollte Muttermilch auch nicht erhitzt werden – die weißen Blutkörperchen sterben sonst ab.

Muttermilch ist die perfekte Nahrung

Besonders groß sind die Vorteile der Muttermilch in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten des Babys. Muttermilch ist nämlich perfekt auf die Bedürfnisse des kleinen Organismus abgestimmt. Die enthaltenen Eiweiße und Nährstoffe sind für das Baby leicht verdaulich. Auch Nahrungsmittelallergien treten bei Stillbabys kaum auf. Solche Allergien werden im ersten halben Lebensjahr meist durch Fremdeiweiß, zum Beispiel aus Kuhmilch ausgelöst.

Mütter, die ihr Kind stillen, sollten dies mindestens sechs Monate lang tun. Auch darüber hinaus ist Muttermilch gut fürs Kind, sofern Energie- und Nährstoffbedarf durch Beikost ergänzt wird.

Die Zusammensetzung der Muttermilch ändert sich

Die Konsistenz von Muttermilch ist nicht immer gleich: Einem inneren Zeitplan entsprechend passt sich die Milchmenge und der Nährstoffgehalt ständig dem Bedarf und der körperlichen Entwicklung des Säuglings an. Auch während des Trinkens verändert sich die Qualität der Milch. Das Baby erhält sozusagen ein komplettes Menü, bestehend aus Vorspeise, Hauptspeise und Dessert: Der erste Gang löscht den Durst mit der wässrigen Vordermilch. Der Hauptgang besteht aus der sättigenden Hintermilch. Sie ist besonders reichhaltig und enthält viele Kalorien und wird erst nach und nach durch die starken Saugbewegungen des Babys frei gesetzt. In der zweiten Brust "wartet" dann das Dessert - eine Mischung aus Vorder- und Hintermilch.

Muttermilch für Jungen enthält mehr Kalorien

Amerikanische Forscher der Harvard University haben herausgefunden, dass sich die Menge und Zusammensetzung der Muttermilch für Jungen und Mädchen ebenfalls unterscheidet. Der Fettgehalt bei der Muttermilch für Jungen ist höher und enthält rund 25 Kalorien mehr pro 100 Milliliter, Mädchen bekommen dafür generell mehr Muttermilch.

Stillen ist auch für die Mütter gesund

Auch Mütter profitieren vom Stillen: Der Körper regeneriert nach der Entbindung schneller. Beim Stillen wird nämlich Oxytocin abgegeben, das den Uterus zügiger schrumpfen und die Nachblutungen nicht so lange andauern lässt. Außerdem werden stillende Mütter meist früher lästige Schwangerschaftspfunde los, weil beim Stillen Kalorien verbrannt werden. Studien haben zudem ergeben, dass das Brustkrebsrisiko bei Frauen verringert ist, wenn sie ihre Kinder gestillt haben. Jedes Jahr, in dem eine Frau ein Baby stillt, senkt nach einer Untersuchung der Harvard-Universität das Risiko, an Altersdiabetes zu erkranken, um 15 Prozent.

Durch die starken Saugbewegungen werden die Kiefermuskeln des Babys kräftiger, denn Brusttrinken erfordert 60 mal mehr Energieaufwand als Flaschentrinken. Währen des Stillens entsteht auch eine starke emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind. Deshalb sollte man sich dafür viel Zeit nehmen und sich ganz auf sein Baby konzentrieren, mit ihm sprechen oder den Augenkontakt suchen.

Wundercocktail mit wichtigen Zuckerketten

Aktuelle Studien haben die Zuckerverbindungen in der Muttermilch genauer untersucht. Carlo Lebrilla, Zuckerchemiker an der Universität in Davis, fand heraus, dass Muttermilch ein komplexes Sortiment aus etwa 200 verschiedenen Zuckerketten enthält. Dabei handelt es sich um besonders kurze Kohlehydratketten, die als Informationsträger dienen und vor allem in der Neugeborenen-Milch, dem sogenannten "Colostrum", enthalten sind.

Eine spezielle Zuckermischung schmeckt vor allem dem friedlichen Einzeller "Bifidobacterium longum infantis", der als einer der ersten Mikroben den Darm von Babys besiedelt. Die Milch der ersten Tage päppelt so gezielt diesen kleinen Bewohner auf, der dann anderen, gefährlichen Durchfallkeimen die Nahrung entzieht.

Stillen beeinflusst Gehirnentwicklung

Lebrillas Forschungen zufolge sind etwa die Hälfte der Zucker-Molekülsorten fixer Bestandteil der Milch. Die andere Hälfte wird individuell abgemischt. Die Mutter drückt damit dem Säugling ihren persönlichen Stempel auf. Jede Zuckerkette und seine jeweilige Menge vermittelt dem Neugeborenen ein Entwicklungssignal. Außerdem könnten diese biochemischen Molekularverbindungen aktiv Krankheitserreger abfangen, das Immunsystem einstellen und sogar Signale für die Gehirnentwicklung geben, so der kalifornische Wissenschaftler.

Damit dies funktioniert, müssen die Zuckerketten Einfluss auf die Programmierung der jeweils zuständigen Zelle haben können. Es ist denkbar, dass dabei die Darmzellen die Vermittlerrolle übernehmen und unter dem Einfluss von Muttermilch Signalstoffe ins Blut geben, die im Gehirn Reifungsprozesse fördern.

Das würde ein anderes Ergebnis aus Weißrussland belegen: Hier begleiteten Wissenschaftler der WHO (Weltgesundheitsorganisation) sechseinhalb Jahre lang den Werdegang gestillter und nicht gestillter Kinder. Das Ergebnis: Es gab tatsächlich einen Unterschied im Intelligenzquotienten. Kurz nach der Einschulung zeigten die gestillten Kinder einen im Durchschnitt um sechs Punkte höheren Intelligenzquotienten als die Kinder, die mit Fläschchen ernährt wurden. Die möglichen sozialen Unterschiede der betroffenen Familien könnten dabei aber ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Insofern sind diese Forschungsergebnisse unter Fachleuten umstritten.

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