24.02.2011, 14:43 Uhr | Jenni Zwick
Säuglings-Ersatzmilch: Welches ist die richtige für mein Baby? (Foto: imago) (Quelle: imago)
Unbestritten - Muttermilch ist die beste Nahrung für Babys, gerade für Neugeborene. Doch Mütter, die nicht stillen wollen oder können, müssen keine Schuldgefühle haben. Denn auch künstliche Säuglingsmilch versorgt Babys mit den lebensnotwendigen Nährstoffen und lässt sie wachsen und gedeihen. Die industriell gefertigte Säuglingsmilch-Nahrung ist auf die Ernährungsbedürfnisse und das noch unreife Verdauungssystem der Säuglinge abgestimmt und ist deswegen fast so gesund wie Muttermilch. Wichtig ist allerdings gerade in den ersten Lebensmonaten, dass die richtige Milch ins Fläschchen kommt. Stehen junge Eltern vor vollen Drogerieregalen, sind sie häufig überfordert: Pre-Milch, 1er-, 2er- oder Folge-Milch? Oder vielleicht doch besser HA-Nahrung? Das Angebot bei Babynahrung ist groß - wir sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen.
Wie gesagt, auch mit der Flasche bekommen Babys alle Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Doch achten Sie unbedingt auf eine altersgemäße Flaschennahrung! Zu denken, "möglichst viel und möglichst fettig, mein Kind muss schließlich wachsen“ ist grundsätzlich falsch. Denn der Verdauungstrakt von Neugeborenen muss erst lernen richtig zu arbeiten und kann Kohlehydrate und Milchzucker nur langsam verarbeiten. Wird ihm zu früh zu viel Arbeit zugemutet, drohen Verdauungsstörungen, Allergien oder sogar schwere Nierenschäden. Achtung: Schreit Ihr Kind bei der Stuhlentleerung und weist die Ausscheidung sogar Blutspuren auf, ist unter Umständen zu viel Milchpulver die Ursache. Gehen Sie in diesem Fall unbedingt zum Kinderarzt! Aber auch zu wenig Milchpulver pro Flasche ist nicht ratsam, denn längerfristig werden dadurch die Entwicklung und das Wachstum des Kindes beeinträchtigt, da es zu wenig Nährstoffe bekommt. Achten Sie deshalb genau auf die Altersangaben der Säuglingsnahrung und halten Sie sich immer an die Packungsangaben. Das vom Hersteller empfohlene Mischverhältnis ist geprüft und genau dem Alter des Kindes angepasst. Meint man es hier "zu gut" oder mischt gar Kuhmilch oder Sahne unter, besteht die Gefahr, dass das Baby zu dick wird und die Milch nicht gut verträgt. Tipp: Ärzte und Hebammen empfehlen bei einem Produkt zu bleiben, da das Verdauungssystem durch jede „Neuerung“ belastet wird.
Auf keinen Fall sollten Eltern versuchen, Säuglingsnahrung selbst herzustellen, warnt Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln. Denn in Deutschland produzierte Fläschchennahrung unterliegt dem BVKJ zufolge strengen hygienischen Auflagen, ist schadstofffrei und versorgt das Baby mit allen nötigen Nährstoffen. "Selbst angefertigte Flaschenmilch aus Kuh-, Schaf-, Ziegen-, Stuten- oder Sojamilch oder auf Getreide-, Reis- beziehungsweise Mandelbasis kann diese Anforderungen nicht erfüllen“, so Fegeler.
Für ein Neugeborenes eignet sich am besten die so genannte Pre-Nahrung. In den ersten vier bis sechs Monaten kann sie - wie Muttermilch auch - ausschließlich und nach Bedarf in beliebiger Menge gefüttert werden. Die Säuglingsmilch ist der Muttermilch weitgehend angepasst beziehungsweise adaptiert. Diese erste Milch enthält nur Milchzucker, ist ähnlich dünnflüssig wie Muttermilch und sättigt trotzdem gut. Alternativ dazu können sich Eltern für die 1er Säuglingsmilch-Nahrung entscheiden, da sollten Sie aber mit Ihrer Hebamme besprechen. Diese Milch enthält neben Milchzucker auch Stärke, so dass die Nahrung dickflüssiger, sämiger und sättigender ist. Für kräftigere Babys, die einen größeren Appetit haben, ist die 1er-Nahrung eine Alternative zur dünnflüssigen Pre-Nahrung. Doch Achtung: Säuglingsmilch mit der Ziffer 1 darf nicht in beliebiger Menge gefüttert werden, da sonst die Gefahr des Überfütterns besteht.
Ab etwa dem siebten Monat können Sie Ihrem Kind die so genannte Folgenahrung 2 anbieten. Der Wechsel zu einer Folgemilch ist möglich, aber nicht unbedingt notwendig. Die 1er-Milch kann bis Ende der Flaschennahrung gegeben werden. Da aber in der 2er-Milch mehr Kalorien und Eiweiß enthalten sind, sättigt sie mehr. Außerdem werden im Magen des Babys verschiedene Eiweiße zu unterschiedlichen Zeiten gespalten, was ebenfalls zu einem längeren Sättigungsgefühl führt. Eine Ähnlichkeit mit der Muttermilch besteht allerdings kaum noch. 2er-Milch sollte nicht vor dem siebten Monat gegeben werden, da durch den höheren Eiweißgehalt sonst die Nieren des Sprösslings sehr belastet werden.
Die 3er-Milch ist frühestens für Kinder ab dem zehnten Monat geeignet. Mittlerweile wird das Baby auch zugefüttert, so dass die Milchnahrung so langsam in den Hintergrund tritt und das Kind die wichtigen Nährstoffe aus fester Nahrung zu sich nimmt. Fakt ist, dass Kinder in diesem Alter einen höheren Nahrungsbedarf haben, da sie stark wachsen. Doch die Meinungen, ob der Bedarf durch die 3er-Milch gedeckt werden soll, gehen auseinander. Manche Ernährungsexperten sagen, man dürfe sie gar nicht geben, da sie Eiweiße und Zucker im Überfluss enthalte und damit die Nieren nicht optimal bei der Entwicklung unterstütze. Durch den hohen Anteil an Stärke würde sie zudem Übergewicht fördern. Andere sagen, dass die Kinder in dieser Zeit die Energie brauchen, da sie starke Fortschritte in der körperlichen Entwicklung machen müssen und dies eben durch Energie und Nährstoffe. Die Entscheidung für oder gegen die doch recht kohlehydratreiche 3er-Milch sollten Sie abhängig vom Ess- und Bewegungsverhalten Ihres Kindes machen. Isst Ihr Kind schon größere Mengen an Breikost, bekommt es die notwendigen Nährstoffe durch das Zufüttern. Ist Ihr Kind noch ein kleines "Flaschenkind“ und hat wenig Lust auf andere Nahrung, bewegt sich aber trotzdem sehr viel, braucht es womöglich die 3er-Milch, um genügend Nährstoffe zu erhalten und wachsen zu können.
Für Kinder, die eine Veranlagung zu Allergien mitbringen, ist die so genannte Hypoallergene oder HA-Nahrung gedacht. Diese HA-Milch gibt es ab der Pre-Milch bis zur 3er-Milch. In dieser Milch ist Milcheiweiß aufgespalten (hydrolysiert), um mögliche Allergieauslöser (Antigene) zu reduzieren. Diese Säuglingsnahrung sollten Sie nur in Absprache mit Ihrem Kinderarzt geben. Babys gelten dann als besonders allergiegefährdet, wenn ein Elternteil oder sogar Mutter und Vater unter Allergien leiden.
In den ersten Lebensmonaten ist der Verdauungstrakt eines Babys noch sehr empfindlich. Von Erregern, die ein Erwachsener nicht mal bemerken würde, reicht einem Baby schon eine geringere Zahl, um an einer schweren Infektion zu erkranken. Deswegen müssen Babys Fläschchen und Sauger immer sorgfältig gesäubert werden. Das heißt allerdings nicht, dass sie keimfrei sein müssen, das könnte man in einem normalen Haushalt gar nicht erreichen. Doch alles, was das Baby in den Mund nimmt, sollte möglichst keimarm sein. Dafür reicht es nicht, die Gegenstände unter heißem Wasser oder in der Spülmaschine zu reinigen, sie müssen abgekocht werden. Achten Sie darauf, dass Sie die Sauger oder Plastikflasche nicht stundenlang kochen, denn dadurch werden sie porös oder es werden Schadstoffe freigesetzt. Allerdings sollten Sie die Gegenstände nicht zu kurz auskochen, da sonst nicht alle Keime entfernt werde können. Eine Kochzeit von zwei bis drei Minuten ist daher ideal.
Quelle: Jenni Zwick
zur Homepage
Ausgewählte Artikel aus der BRAX-
Frühjahrs-/Sommerkollektion jetzt reduziert. zum Special
Shine-Display: augenschonend und flimmerfrei auch bei Dunkelheit lesen. bei Thalia.de
Ohne Mühe befreit sich das Reptil aus dem Badezimmer. zum Video
Trendige Mode für große Größen - komfortabel, passgenau & elegant. Jetzt entdecken. bei Peter Hahn