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Junger Vater schüttelt sein Baby zu Tode

14.03.2011, 16:02 Uhr | dpa

Junger Vater schüttelt sein Baby zu Tode. Schreibabys: Noch immer schütteln viele Eltern ihre Babys, wenn sie schreien. (Bild: imago)

Noch immer schütteln viele Eltern ihre Babys, wenn sie schreien. (Bild: imago) (Quelle: imago)

Ein 21 Jahre alter Vater aus Niederbayern soll sein Baby totgeschüttelt haben. Der fünf Monate alte Junge starb am Wochenende in einer Münchner Klinik, wie die Polizei am 14.3. berichtete. Die Obduktion habe ergeben, dass ein schweres Schütteltrauma mit Hirnblutungen die Todesursache war. Gegen den 21-Jährigen aus Ergoldsbach (Landkreis Landshut) wird wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Der Mann habe die Tat gestanden und sitze in Untersuchungshaft. Die 22 Jahre alte Mutter soll für den Tod des Kindes nicht mitverantwortlich sein.

Vater gesteht

Der Mann hatte am späten Freitagnachmittag wegen Atemproblemen seines Sohnes den Rettungsdienst alarmiert. Der Notarzt konnte das bereits leblose Baby reanimieren, einen Tag später starb der Junge jedoch in München. Die Eltern wurden noch am Samstag in der Landeshauptstadt festgenommen und zur Landshuter Kripo gebracht.

Bei den Vernehmungen gab der Vater die Vorwürfe zu, am Sonntag wurde von einem Amtsrichter in Landshut Haftbefehl erlassen. Der Verdacht gegen die Mutter erhärtete sich hingegen nicht. Sie wurde daher wieder freigelassen.

Schütteln führt zu schweren Schäden

Hierbei handelt es sich leider nicht um einen Einzelfall: Zirka 100 Säuglinge erleiden hierzulande jedes Jahr schwere Gehirnverletzungen, weil sie von ihren meist überforderten Betreuern geschüttelt wurden. Diese Zahl von Kindern mit Schütteltrauma gab die Erhebungseinheit für seltene pädiatrische Erkrankungen in Deutschland bekannt. Die Dunkelziffer liegt nach Einschätzung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) aber vermutlich höher.

Als Hauptursache, warum so viele von den eigenen Eltern geschüttelt zu werden, haben Experten inzwischen das übermäßige Schreien von Babys ermittelt. Die Eltern sind in der Regel heillos überfordert und schütteln das Kind, um es zum Schweigen zu bringen. Die mögliche tragische Folge ist dann ein Schütteltrauma, im schlimmsten Fall mit Todesfolge.

Schon kurzes Schütteln kann tödlich sein

"Das Baby hat einen überproportional großen Kopf mit relativ hoch sitzendem, stark wasserhaltigem Gehirn, so dass schon etwa fünf Sekunden heftiges Schütteln des Babys ausreichen, um das Gehirngewebe starken Flieh- und Rotationskräften auszusetzen", erläutert Professor Hans-Jürgen Nentwich, BVKJ-Vorstandsmitglied. Blutgefäße und Nervenbahnen reißen, es kann zu Hirnblutungen und Hirnverletzungen kommen. Auch Blutungen an der Augennetzhaut sind möglich. "Über zwei Drittel der betroffenen Kinder leiden unter Seh-, Hör- und Sprachstörungen beziehungsweise bleibenden Behinderungen, bis zu einem Viertel sterben an den Verletzungsfolgen", warnt der Mediziner. Um derartige Fälle zu verhindern, gibt es inzwischen immer mehr sogenannte Schreiambulanzen, die überforderten Eltern Unterstützung bieten.


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