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Schon Säuglinge erkennen Grammatikregeln

02.08.2011, 15:57 Uhr | Spiegel Online

Schon Säuglinge erkennen Grammatikregeln. Schon Babys können Sprache verarbeiten. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Schon Babys können Sprache verarbeiten. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Das menschliche Gehirn beginnt erstaunlich früh, Sprache zu verarbeiten - und es ist offenbar zweitrangig, welche Sprache es ist. Forscher spielten deutschen Säuglingen italienische Sätze vor - und die kleinen Probanden spürten darin Grammatikfehler auf.

Säuglinge können Fehler erkennen

Säuglinge können schon sehr früh die Grammatikregeln einer neuen Sprache lernen. Und schnell sind sie obendrein. Das haben Forscher am Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig herausgefunden. Vier Monate alte deutsche Säuglinge seien in der Lage gewesen, Fehler in Sätzen einer fremden Sprache zu erkennen.

Test mit zwei grammatischen Konstellationen

Forscher um die Neuropsychologin Angela Friederici spielten den deutschen Babys italienische Sätze vor. Wie Messungen mit dem Elektroenzephalografen (EEG) zeigten, speicherten die Säuglinge innerhalb einer knappen Viertelstunde Abhängigkeiten zwischen verschiedenen sprachlichen Elementen in den Sätzen ab. Wurden ihnen dann Sätze vorgespielt, die von den so erlernten Mustern abwichen, regierte das Gehirn darauf, schreiben die Forscher im Fachmagazin "PLoS One".

Die italienischen Sätze enthielten gleich zwei grammatische Konstellationen:

  • Die Hilfsverbform "può" (kann) in Kombination mit einem Verb mit der Infinitiv-Endung "-are". Zum Beispiel: "Il fratello può cantare" ("Der Bruder kann singen").
  • Ein sogenanntes Gerundium. Die im Englischen und in den romanischen Sprachen geläufige Konstruktion drückt aus, dass jemand gerade im Begriff ist, etwas zu tun. Im Italienischen wird sie gebildet mit dem Hilfsverb "sta" (ist) und einem Verb mit der Endung "-ando". Zum Beispiel: "La sorella sta cantando" (Die Schwester singt gerade").

Säuglinge hören drei Minuten "Il fratello sta cantare"

Die Säuglinge hörten korrekte Sätze nach diesen Mustern jeweils etwa drei Minuten lang. Dann wurden ihnen in zufälliger Reihenfolge richtige und falsche Hörbeispiele vorgespielt, zum Beispiel "Il fratello sta cantare" ("Der Bruder ist singen") und "La sorella può cantando" ("Die Schwester kann singt").

Verschiedene Muster wurden bereits nach einer Viertelstunde erkannt

Insgesamt vier Mal ließen die Forscher die Kinder zuerst richtige Sätze hören und forderten sie dann mit falschen Beispielen heraus. Anhand der Hirnstrom-Messungen sei erkennbar gewesen, dass für die Kinder schon bald "può" und "-are" sowie "sta" und "-ando" zusammengehörten. Zunächst habe die Verarbeitung falscher und richtiger Sätze noch sehr ähnliche EEG-Kurven erzeugt. Doch schon beim vierten Durchgang, also nach einer Lernzeit von weniger als einer Viertelstunde, habe es stark unterschiedliche Aktivierungsmuster im Hirn gegeben.

Babys erkennen Regelmäßigkeiten an der Lautoberfläche

"In diesem Alter werden natürlich keine inhaltlichen Fehler registriert", sagte Forscherin Friederici. "Lange vor dem semantischen Verständnis erkennen und generalisieren Babys aber schon Regelmäßigkeiten an der Lautoberfläche." Das Gehirn filtere aus den Sätzen offenbar automatisch die syntaktischen Beziehungen heraus und erkenne dann die Abweichungen vom Erlernten.

Nach Ansicht der Forscher sind die frühen Prozesse des Regelerkennens eine wichtige Grundlage für das spätere Erlernen der Sprache. "Interessanterweise unterscheidet sich der frühkindliche Spracherwerb deutlich von der Art und Weise, wie Erwachsene eine fremde Sprache lernen", erklären die Forscher. "Erwachsene achten eher auf semantische Relationen, also auf mögliche Bedeutungszusammenhänge im Satz."

Dass Kinder erstaunlich früh ein Gefühl für Sprache entwickeln, haben mehrere frühere Studien gezeigt. So haben Forscher im Oktober 2010 herausgefunden, dass Kinder bereits im Alter von fünf Monaten die menschliche Sprache von Tierlauten unterscheiden können. Bei einer anderen Untersuchung waren Babys im Alter von drei Monaten in der Lage, ganze Sätze zu erkennen.

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