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In Tschaikowsky reingebrabbelt: Konzerte für Babys

26.05.2011, 15:17 Uhr | dpa

In Tschaikowsky reingebrabbelt: Konzerte für Babys. Das Orchester spielt in der Staatsphilharmonie Ludwigshafen, während Mütter mit ihren Kindern zuhören. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Das Orchester spielt in der Staatsphilharmonie Ludwigshafen, während Mütter mit ihren Kindern zuhören. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Wer plärrenden Nachwuchs in ein klassisches Konzert mitnimmt, macht sich unbeliebt. Deshalb bieten manche Orchester Sonderkonzerte für Stillende und ihre Babys an. Zu den Vorreitern gehört die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz.

Brabbel-Atmosphäre im Konzertsaal

Ob sie mitsingen oder einfach nur das plappern, was sie halt immer so plappern, ist unklar. Jedenfalls schaffen die vielen Babys in der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen eine solide Brabbel-Atmosphäre. Rund 100 Säuglinge, Kleinkinder, Mamas mit Babybauch und ohne, stillende Mütter und sogar Rasseln schüttelnde Väter sind zum Konzert für Schwangere und Stillende gekommen. Sie dürfen sich die Probe des Ludwigshafener Orchesters mit dem Dirigenten George Pehlivanian anhören - und das Gebot des stillen Genusses getrost beiseiteschieben.

Musiker können ihre Kollegen kaum hören

Was 2005 mit 15 Mamas begann, holt inzwischen bis zu vier Mal im Jahr Scharen ins Haus. Das Konzert für die ganz Kleinen ist eigentlich die Orchesterprobe für die Großen. "Es ist zwar eine Probe, aber wir proben nicht wirklich", sagt Pehlivanian und lächelt milde. "Die Musiker können ihre Kollegen bei der Atmosphäre ja kaum hören, das ist nicht so einfach." Peter Tschaikowsky steht auf dem Programm.

Die Lautstärke wird für die Babys angepasst

Nicht gerade leichte Kost für kleine Ohren, oder? "Romantik ist auch eher die Ausnahme. Normalerweise versuchen wir eher die Klassiker zu spielen: Mozart, Haydn", sagt Joachim Keller, gelernter Trompeter und Konzertpädagoge in Ludwigshafen. Keller geht kurz vor der Probe sicherheitshalber nochmal zu Pehlivanian ins Büro: "Die Kollegen vielleicht ein bisschen bremsen mit der Lautstärke, ja?"

Kinder mögen den Klangfarbenwechsel

Tiefenentspannt streckt ein kleiner Lauschender auf seiner gelben Tigerenten-Decke alle Viere von sich und döst weg. Kulturbanause? Auf keinen Fall, sagt Konzertpädagoge Keller, der schon das erste Ludwigshafener Konzert für Schwangere und Stillende organisierte: "Mathe, Kunst, da ist alles dabei. Das schafft Ordnung im Körper und diese Ordnung entspannt." Am liebsten mögen Kinder aber Abwechslung: "Klangfarbenwechsel, Tempowechsel, darauf reagieren sie."

Eine ausgesprochen leise Atmosphäre

Auch Yann, dreieinhalb Monate alt, schläft auf Mamas Schoß. Die ganze Zeit. "Das war sehr gut für ihn", sagt Mutter Carolin Currlin. Laut findet Currlin die Kinder ganz und gar nicht: "Ich bin erstaunt, wie ruhig sie waren. So viele Kinder beieinander in einem anderen Rahmen, das wäre aber sehr viel lauter gewesen!"

Nur wenige Orchester spielen für Babys

Ludwigshafen besetzt mit seinen Kinder-Konzerten deutschlandweit die "Pole Position", wie Gerald Mertens von der Deutschen Orchestervereinigung in Berlin sagt. Grob geschätzt nicht einmal fünf Prozent der 133 Kulturorchester in Deutschland hätten ähnliche Angebote für Zuhörer unter einem Jahr.

Babys hören, bevor sie sehen, fühlen oder riechen

Dabei habe klassische Musik einen "großen erzieherischen Wert", sagt Ludwig Janus, Psychotherapeut und Experte für vorgeburtliche Psychologie. Noch bevor Kinder sehen, fühlen oder riechen, könnten sie hören. Im Bauch der Mutter werde ihr Gefühl für Rhythmus und Töne geprägt. Studien hätten außerdem ergeben, dass musisch geprägte Kinder später besser zu sozialen Kontakten fähig sind. Janus sagt, Musik helfe dem Menschen, "seine komplizierte Seele zu balancieren." Wie kompliziert die kleinen Seelen auf den Tigerenten-Decken auch sein mögen: Ausbalancierter kann man fast nicht aussehen.

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