Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Baby >

Babyklappe: Verbleib von 200 Kindern aus Babyklappen ungeklärt

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Babyklappen  

Verbleib von 200 Kindern ungeklärt

05.03.2012, 13:32 Uhr | aro, ots, dapd

Babyklappe: Verbleib von 200 Kindern aus Babyklappen ungeklärt. Letzter Ausweg Babyklappe? (Quelle: imago)

Letzter Ausweg Babyklappe? (Quelle: imago)

Babyklappen in der Kritik: Der Verbleib von etwa 200 Kindern in den Jahren 1999 bis 2010 anonym geborenen oder in einer Babyklappe abgelegten Kinder ist ungeklärt. Das geht aus einer Ende 2011 veröffentlichten Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) hervor. Das Kinderhilfswerk Terre des Hommes fordert das Aus für Babyklappen.

Das DJI schrieb in einer groß angelegten Untersuchung unter anderem 344 Träger von Angeboten anonymer Kindesabgaben an - neben Babyklappen gehört dazu auch die Möglichkeit, ein Kind anonym zur Welt zu bringen. Etwa 20 Prozent der Träger reagierten nicht; bei den übrigen wurden seit Gründung der ersten Babyklappe 1999 bis Mai 2010 insgesamt 973 Kinder abgegeben. Zwei Drittel von ihnen (652 Kinder) wurde anonym geboren, knapp ein Drittel (278 Kinder) wurde in eine Babyklappe gelegt, weitere 43 Kinder wurden Mitarbeitern des jeweiligen Trägers anonym übergeben.

Geburtsterminrechner 
Wann kommt mein Kind auf die Welt?

Rechnen Sie hier ganz einfach den ungefähren Termin der Geburt aus. mehr

Unglaublich, aber wahr: Die Daten werden nicht zentral erfasst

Auf die Frage, was anschließend mit den Kindern geschah, konnten die Träger der Studie zufolge in 20 Prozent der Fälle keine Angaben machen. Das heißt, es ist völlig unklar, was aus etwa 200 Kindern wurde - ob sie beispielsweise adoptiert oder von ihren Müttern zurückgenommen wurden.

Es sei schwierig, die Anzahl der betroffenen Kinder exakt zu erfassen, heißt es in dem DJI-Bericht. "Dies liegt daran, dass diese Daten nicht an einer zentralen Stelle gesammelt werden, in einigen Fällen keinerlei Dokumentation der Vorgänge stattfindet beziehungsweise diese bei vielen Anbietern mangelhaft ist." Viele Träger arbeiteten ohne Kooperationsverträge mit den Jugendämtern, oft gebe es nur mündliche Absprachen.

Auf Probleme bereits vor zwei Jahren hingewiesen

Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes unterstrich seine Forderung, den Betrieb von Babyklappen zu untersagen und den Empfehlungen zu folgen, die der Deutsche Ethikrat in seiner Stellungnahme "Zum Problem der anonymen Kindesabgabe" bereits vor mehr als zwei Jahren vorgelegt hat.

"Wir appellieren an den Gesetzgeber, die Vorschläge des Deutschen Ethikrates vom November 2009 endlich ernst zu nehmen", erklärte Dr. Bernd Wacker, Adoptionsexperte von terre des hommes. Das bedeute, Babyklappen sofort zu schließen, die Werbung mit Angeboten zu Möglichkeiten zur anonymen Geburt zu untersagen und, wie vom Ethikrat vorgeschlagen, ein Gesetz zur "vertraulichen Kindesabgabe mit vorübergehend anonymer Meldung" auf den Weg zu bringen.

Gesetz zu "vertraulicher Kindesabgabe" gefordert

Demgemäß könnten Frauen, die ihr Neugeborenes nicht selbst aufziehen wollen oder können, sich für ein Jahr in die Obhut einer staatlich kontrollierten Beratungsstelle begeben, die ihnen in allen Fragen und Nöten beisteht und ihnen hilft, zu einer abgewogenen Klärung ihrer Situation zu finden. Spätestens nach einem Jahr dann müsste sich die Frau entscheiden, ob sie ihr Kind bei sich behalten oder zur Adoption freigeben will. "Erst damit", so Wacker, "ist den Interessen beider Seiten - der der Mütter an Beratung, Hilfe und Schutz sowie denen des Kindes an der Wahrung des Rechtes auf Kenntnis seiner Abstammung - Genüge getan und darüber hinaus den Anforderungen des deutschen wie des internationalen Kinderschutzes Rechnung getragen."

Standardisiertes Verfahren gefordert

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Elkin Deligöz, sagte der "Welt am Sonntag", es müsse ein standardisiertes Verfahren entwickelt werden, wie mit einem anonym abgegebenen Kind verfahren werde. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll hierzu "gemeinsame, für alle Beteiligten verpflichtende Kriterien aufstellen", forderte sie. So müsse ein Baby unverzüglich von den Anbietern beim Jugendamt gemeldet werden, ein Amtsvormund müsse bestellt und das Adoptionsverfahren strikt von den Trägern der anonymen Angebote getrennt werden.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
UMFRAGE BABYKLAPPE
Sollten Babyklappen verboten werden?
Anzeige
Video des Tages
Gezielter Schlag 
Hit im Netz: Mit seinem Hund darf sich niemand anlegen

Känguru hält den Vierbeiner im Schwitzkasten, das Herrchen schreitet ein. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
38 % sparen: Boxspringbett inkl. Topper für nur 499,- €

Traumhaft und erholsam schlafen auf 180x200 cm - jetzt zum reduzierten Preis bei ROLLER.de.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal