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Babys erstes Zimmer: Darauf sollten Eltern achten

05.04.2012, 14:37 Uhr | dpa

Babys erstes Zimmer: Darauf sollten Eltern achten. In Babys erstem Zimmer zählt Sicherheit mehr als Optik. (Quelle: dpa)

In Babys erstem Zimmer zählt Sicherheit mehr als Optik. (Quelle: dpa)

Kaum hat sich der Nachwuchs angekündigt, können es die werdenden Eltern kaum abwarten, das erste Zimmer für ihr Baby einzurichten. Schließlich sollen zur Geburt Bettchen, Wickelkommode und Spielecke fertig sein. Auf die Einrichtung verwenden die Eltern dementsprechend viel Zeit und Mühe. Allerdings ist es sinnvoll, sich bereits vor dem Kauf von Möbeln und Zubehör einige Gedanken zu machen. Denn auf bestimmte Dinge sollten Eltern bei der Einrichtung von Babys erstem Zimmer unbedingt achten.

Sicherheit ist wichtiger als Optik 

Bei einigen wird ein rosa Prinzessinnentraum entworfen. Bei anderen wird die halbe Tierwelt an die Wand gepinselt, mit passenden Möbeln und Bettwäsche in Dschungeloptik. Bei der Ausstattung des Babyzimmers leben viele Eltern ihre kreative Ader aus. Neben ästhetischen Gesichtspunkten sollte der Raum für die ersten Lebensjahre aber vor allem die wichtigsten Sicherheitsstandards erfüllen. Während offene Steckdosen und scharfe Kanten offensichtlich ins Auge fallen, gibt es unter anderem vermeintlich harmlose Deko-Elemente, die gefährlich werden können.

Auch die Lage des Raums spielt eine große Rolle

Bevor Eltern Details wie die Wandfarbe oder die Vorhänge aussuchen, sollten sie sich Gedanken zur Lage des Raums machen. Praktisch ist es, wenn Kinder- und Elternschlafzimmer auf einer Ebene liegen: "Kinder schlüpfen oft jahrelang gern nachts ins Bett der Eltern. Ist das Kinderzimmer oben und das Elternschlafzimmer unten, können die Kinder auf der Treppe stolpern, ausrutschen oder stürzen", sagt Susanne Woelk, Geschäftsführerin der Aktion Das Sichere Haus (DSH).

Unfallquelle Wickelkommode

In den ersten Wochen nach der Geburt wird das Babyzimmer vermutlich noch nicht so ausgiebig genutzt. Idealerweise schläft das Kind in seinem eigenen Bett im Elternschlafzimmer. So hören die Eltern schneller, wenn das Kind wach wird und können es stillen. Genutzt wird das Babyzimmer anfangs vor allem zum Wickeln. Die Wickelkommode ist dabei eine der größten Unfallquellen, da Babys leicht herunterfallen können.

Deshalb sollten Eltern die Kommode am besten in einer Zimmerecke an die Wand rücken, so dass das Möbelstück von zwei Seiten begrenzt ist. Eine Auflage mit hohem Rand verhindere ebenfalls, dass die Kinder herunterrollen, erläutert Silvia Höfer, Hebamme in Berlin. Auf Nummer sicher gehen Eltern, wenn sie ihr Kind auf einer Decke auf dem Boden wickeln. "Am besten wählt man eine Unterlage, die waschbar ist", sagt Höfer. Wird auf dem Boden gewickelt, sollten Eltern alle Pflegeprodukte außer Griffweite des Kindes räumen.

Vorsicht bei Schadstoffen

Bei der Auswahl der Babymöbel sollten Eltern auf hochwertiges und geprüftes Material achten. Dabei können sie sich an Prüfzeichen wie dem GS-Symbol (Geprüfte Sicherheit) orientieren, erklärt Ralf Diekmann vom TÜV Rheinland. Beschichtetes oder lackiertes Holz gase stärker Formaldehyd aus als Massivholz, sei dafür aber unempfindlicher und leichter zu reinigen. "Allerdings können Lacke Schadstoffe enthalten, die das Baby zum Beispiel aufnehmen kann, wenn es daran leckt", sagt Diekmann.

Viel Zeit lassen beim Möbelkauf

Bei Textilien seien Prüfzeichen wie "toxproof" oder das Label "Textiles Vertrauen" gute Orientierungspunkte. Grundsätzlich sollten sich Eltern beim Kauf der Möbel im Geschäft Zeit zum Anfassen und Ausprobieren nehmen. Von Schnäppchen im Internet rät der TÜV-Experte ab: "Sie können die Sachen nicht in die Hand nehmen und kriegen unter Umständen Probleme, wenn sie etwas reklamieren müssen." 

Matratze darf nicht zu weich sein

Beim Kauf einer Babymatratze sollten Eltern vor allem darauf achten, dass die Unterlage richtig ins Bett passt und keine Schlitze entstehen. Wichtig ist der Härtegrad: "Die Matratze muss eine gewisse Festigkeit haben. Das Kind darf nicht tiefer als zwei, drei Zentimeter einsinken", erklärt Höfer. Ralf Diekmann vom TÜV empfiehlt, auf eine atmungsaktive Matratze zu achten. In jedem Fall sollte ein Modell speziell für Kinder gewählt werden: "Schlecht ist eine Konstruktion aus Erwachsenenmatratze mit Decken links und rechts als Begrenzung."

Babybett und Babyzimmer sicher gestalten

Fatal können beim Babybett Deko-Elemente wie ein Himmel, Moskitonetz oder Zierkissen sein: Denn diese Dinge können sich Kinder über das Gesicht ziehen und daran ersticken oder als Schlinge um den Hals legen, warnt Diekmann. Kommen Kinder ins Krabbelalter, sollten die Eltern den gesamten Raum in den Blick nehmen: Glas in Türen muss bruchsicher sein, Steckdosen sollten mit sogenannten Shuttern verschlossen werden. Wichtiger als jede Ecke und Kante abzusichern, sei es, auf die Verarbeitung zu achten: "Große Spalten zwischen den Dielen oder tiefe Bohrlöcher sind problematisch. Auch Holzspäne können schnell im Finger stecken", erklärt Hebamme Höfer.

Details beachten

Für überflüssig hält Diekmann Pflanzen im Kinderzimmer. "Ganz gefährlich kann Granulat werden." Wegräumen sollten Eltern auch lange Schnüre und Plastiktüten, etwa von Windelverpackungen, rät Woelk vom DSH. Damit könnten sich Kinder leicht strangulieren. Platz sollte auch vor den Fenstern geschaffen werden: Tische oder Stühle können kleine Kinder sonst ans Fensterbrett schieben und rausklettern, warnt Höfer.

Zeit ist für das Kind unbezahlbar

Bei der Einrichtung des Babyzimmers stürzen sich Eltern schnell in Unkosten. Stärker als von den richtigen Utensilien profitieren Kinder aber von der Zeit und der Ruhe, die sich Eltern für sie nehmen: "Die Bindung zu den Eltern ist wichtig. Das Kind braucht viel mehr von dem, was nicht zu kaufen ist", erklärt Silvia Höfer, Hebamme in Berlin. Um genug Zeit für das Kind zu haben, sollten Eltern deshalb lieber Geld in eine Haushaltshilfe investieren und so für Entlastung sorgen.

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