Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Baby >

Kindstötung: Interview mit dem Kriminologen Rudolf Egg

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Die eigenen Babys getötet  

Was geht in diesen Müttern vor?

09.09.2014, 10:15 Uhr | dpa

Kindstötung: Interview mit dem Kriminologen Rudolf Egg. Kindstötung: Was geht nur in diesen Müttern vor?  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kindstötung: Was geht nur in diesen Müttern vor? (Symbolfoto) (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Leider kein Einzelfall: Im mittelhessischen Langgöns wurden 2012 drei Babyleichen gefunden. Schnell fiel der Verdacht auf die Mutter. Die Nachrichtenagentur dpa sprach mit dem Kriminologen Rudolf Egg über die Kindstötung und was in solchen Müttern vorgeht. 


Frage: Der Fall wirft viele Fragen auf. Wie denken Sie darüber?

Egg: Dass Mütter gleich mehrere ihrer Babys töten, passiert sehr selten in Deutschland. Die Zahlen für Kindstötungen sind in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Für Frauen, die ungewollt schwanger werden und ein Kind nicht behalten wollen, gibt es genug andere Möglichkeiten: Abtreibung, Babyklappen oder die Freigabe zur Adoption.

Frage: Wie kann man es erklären, wenn eine Mutter mehrere ihrer Kinder tötet?

Egg: In Fällen, bei denen Mütter gleich mehrere ihrer Kinder töten, hat dies meist besondere Hintergründe. Dann muss man schon von einer starken, dauerhaften psychischen Belastung oder Störung ausgehen. Mit einem völlig unangemessenen Sozialverhalten versuchen solche Frauen, sich des Problems zu entledigen. Bei Mehrfach-Tötungen steckt meist ein festes Handlungsmuster dahinter. Womöglich werden diese Frauen auch von ihren Partnern unter Druck gesetzt. Die Rolle der Kindsväter wird oftmals bei der Betrachtung vernachlässigt.

Frage: Was bringt Mütter dazu, ihre Neugeborenen zu töten?

Egg: Das sind meist hilflose, unselbstständige Frauen, die ratlos und sozial wenig gefestigt sind. Beratungsmöglichkeiten werden von ihnen nicht in Anspruch genommen, wenn sie ungewollt schwanger werden.

Frage: Die Babys wurden in Camping-Kühlboxen versteckt beziehungsweise aufbewahrt. Wieso das?

Egg: Wenn Mütter die toten Babys aufbewahren, statt den Leichnam wegzuschaffen, spielt mitunter eine sogenannte "emotionale Wiedergutmachung" eine Rolle. Die Frauen tun so, als könnten sie das Kind wieder aufwecken. Diese Frauen setzen sich nicht positiv mit der Situation auseinander und entwickeln deshalb auch keine echte Bindung zum Kind.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Vertrauensbruch 
Pflegerin ahnt nichts von der versteckten Kamera

Nach einem Anfangsverdacht installieren Verwandte das Gerät, die Aufnahmen sind erschreckend. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Multimedia-Sale: Technik- artikel stark reduziert

Jetzt zuschlagen: Fernseher, Notebooks, Beamer, Navis u. v. m. zu Toppreisen. bei OTTO

Shopping
Voll im Trend und garantiert keine kalten Füße mehr

Kuschelige weich und warm gefüttert, Boots für gemütliche Tage zuhause. bei BAUR

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal