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Drogen-Babys auf Entzug

15.05.2012, 13:10 Uhr | dapd

Drogen-Babys auf Entzug. Ein langsamer Entzug ist für Drogen-Babys die sicherste Option. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein langsamer Entzug ist für Drogen-Babys die sicherste Option. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Als eine Krankenschwester der kleinen Savannah die Dosis Methadon sanft in den Mund drückt, verzieht das nur wenige Wochen alte Mädchen das winzige Gesicht. Savannah ist auf Drogenentzug. Weil ihre Mutter vor und während der Schwangerschaft Medikamenten- und Drogenmissbrauch betrieb, wurde auch Savannah in Mitleidenschaft gezogen und wird nun mit dem gleichen Ersatzstoff behandelt wie die Mutter.

13.000 Neugeborene pro Jahr in den USA betroffen

Die Kleine ist kein Einzelfall. Eine neue Studie aus den USA liefert erschreckende Fakten: Die Zahl der Neugeborenen mit Abhängigkeitssymptomen hat sich innerhalb einer Dekade in den Vereinigten Staaten verdreifacht. Als Grund dafür gilt, dass Schwangere zunehmend auf legale und illegale Schmerz- und Betäubungsmittel zurückgreifen. Im Jahr 2000 wurden Entzugserscheinungen bei etwa einem von 1000 in Babys festgestellt, 2009 waren es bereits mehr als drei von 1000. Insgesamt waren 2009 nach Angaben der Forscher mehr als 13.000 Neugeborene in den USA betroffen.

Oft intensivmedizinische Behandlung nötig

Die Entziehungskur bei den Kleinsten kann Wochen oder gar Monate dauern. Häufig müssen die Winzlinge intensivmedizinisch behandelt werden. Die Klinikkosten stiegen nach Erkenntnissen der Studie, die im Fachmagazin "Journal of the American Medical Association" veröffentlicht wurde, zwischen 2000 und 2009 von 190 Millionen Dollar (145 Millionen Euro) auf 720 Millionen Dollar (rund 550 Millionen Euro).

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Langsamer Entzug als sicherste Option

Die kleine Savannah ist auf der Neugeborenen-Intensivstation eines Krankenhauses in Illinois. Unruhig liegt sie in ihrem rosafarbenen Bettchen, manchmal schreit sie die ganze Nacht. Sie leidet an Durchfall und kann nur schwer trinken. Andere betroffene Babys haben nach Angaben der Ärzte außerdem Atemprobleme oder Anfälle oder fallen durch geringes Geburtsgewicht auf.

Mutter Aileen bricht es fast das Herz, ihre Tochter anzusehen. "Es ist wirklich schwer, jeden Tag wieder", sagt sie. "Es ist hart, wenn die Tochter abhängig geboren wird." Ein langsamer Entzug ist nach Angaben der Ärzte sicherer als keine Ersatzgabe. Dann drohten gefährliche Anfälle oder sogar der Tod, sagt Mark Brown vom Eastern Maine Medical Center.

"Ich falle nicht wieder in diese Gewohnheiten zurück"

Sie habe im Alter von 14 Jahren Kontakt zu Drogen bekommen, berichtet Savannahs Mutter Aileen. Ein Nachbar gab ihr Crack. Es folgten Schmerzmittel und Heroin. Bis in die frühe Schwangerschaft hinein war Aileen abhängig, dann schaffte sie den Absprung. Sie schwor sich: "Ich falle nicht wieder in diese Gewohnheiten zurück. Ich habe ein Baby in mir."

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