Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Baby >

Braucht ein Baby nach der Geburt Vitamin K?

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Braucht ein Baby nach der Geburt Vitamin K?

14.11.2012, 13:19 Uhr | aro, t-online.de, dpa

Braucht ein Baby nach der Geburt Vitamin K?. Ein Neugeborenes bei der Untersuchung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Neugeborenes bei der Untersuchung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vitamin K ist für die Blutgerinnung wichtig. Eine sehr kleine Zahl neugeborener Säuglinge leidet unter einer schweren Blutungsneigung aufgrund von Vitamin-K-Mangel. Etwa ein Baby von 10.000 ist betroffen. Wenn eine innere Blutung dann beispielsweise im Gehirn auftritt, könnte das Kind daran sterben. Um die Gefahr einer solchen Vitamin-K-Mangelblutung auszuschließen, bekommen Babys nach der Geburt Vitamin-K-Tropfen. Insgesamt sind drei Gaben nötig, um den gewünschten Schutz zu erreichen.

"Neugeborene sollten bei den ersten drei Vorsorgeuntersuchungen U1, U2 und U3 jeweils zwei Milligramm Vitamin K als Tropfen erhalten", sagt Wolfram Hartmann, Kinder- und Jugendarzt im Netzwerk Gesund ins Leben. Die Initiative wird vom Bundesernährungsministerium gefördert. Die Vitamin-K-Mangelblutung wird international VKDB (für "vitamin K deficiency bleeding") genannt. Auf Deutsch heißt sie auch Morbus haemorrhagicus neonatorum. Das Risiko betrifft vor allem Neugeborene mit einer Leber- oder Gallenkrankheit oder Frühgeborene.

Gesundheitsvorsorge 
Alle U-Untersuchungen im Überblick

Alles, was Eltern zu den wichtigen U-Untersuchungen wissen sollten. mehr

Blutungsgefahr in den ersten Lebenswochen

Kinder mit VKBD bluten schnell oder bekommen spontan blaue Flecken. Das kann in den ersten 24 Stunden nach der Geburt passieren oder eine "späte" Blutung in den ersten Wochen nach der Geburt hervorrufen. Die Blutungen sind in Mund, Nase, dem Nabelschnurrest oder kommen aus dem Po. In der Hälfte aller Fälle kommt es zu einer "späten" Vitamin-K-Mangelblutung in den ersten Wochen nach der Geburt. Dabei können auch innere Blutungen auftreten, was sehr gefährlich werden kann. Bei mehr als der Hälfte dieser späten Fälle kommt es zu Hirnblutungen und eines von fünf Babys stirbt.

Liegt tatsächlich ein Vitaminmangel vor?

Kritiker fragen sich, ob Neugeborene tatsächlich "zu wenig" Vitamin K haben. Wenn Babys im Vergleich zu Erwachsenen wenig Vitamin K im Körper haben, so scheint das kaum verwunderlich. Und: hat sich die Natur nicht etwas dabei "gedacht", dass alle Babys einen bestimmten Vitamin-K-Spiegel im Blut haben? Gibt es einen Grund, den wir noch nicht kennen?

Kritiker: Nicht jedes Kind braucht Vitamin-K-Tropfen

Manche Hebammen und Ärzte raten daher davon ab, grundsätzlich jedem gesunden Baby nach einer normalen Geburt die empfohlene Überdosis an Vitamin K zu verabreichen. Sie empfehlen die Gabe nur für Frühgeborene und Babys nach Zangen-, Saugglocken- oder Kaiserschnittgeburt.

Vitamin K erhöht nicht das Leukämie-Risiko

Anfangs der 1990er Jahre kam der Verdacht auf, dass Vitamin-K-Spritzen (nicht als Tropfen oral gegeben) das Risiko für Leukämie erhöhen. Daraufhin wurde in Deutschland die Praxis geändert, Säuglingen das Vitamin zu spritzen und die Gabe als Tropfen wurde eingeführt. Forschungen in aller Welt haben mittlerweile ergeben, dass es keinen Zusammenhang zwischen Leukämie und Vitamin-K-Gaben gibt, egal, ob es als Spritze oder oral verabreicht wird. Doch das Gerücht hält sich hartnäckig und führt zu Verunsicherung bei den werdenden Eltern.

Lieber Flaschenmilch füttern?

Auch wird häufig aufgeführt, dass Muttermilch sehr wenig Vitamin K enthalte, im Gegensatz zu künstlicher Säuglingsnahrung. Ein Argument gegen das Stillen? Keinesfalls: Das Kolostrum, also die allererste Milch, die nach der Geburt gebildet wird, enthält eine verhältnismäßig große Menge des Vitamins. Auch die fette Hintermilch, die am Ende jedes Stillvorgangs nach der durstlöschenden Vormilch kommt, enthält mehr Vitamin K. Zudem liefert die Muttermilch grundsätzlich zahlreiche Substanzen, die dem Baby einen gesundheitlichen Nutzen bringen und auf die man möglichst nicht verzichten sollte.

Die Mutter deckt ihren Vitamin-K-Bedarf unter anderem aus Lebensmitteln wie grünem Gemüse, Salaten, Hülsenfrüchten, Raps- und Sojaöl oder Eigelb.

Eltern werden häufig nicht gefragt

In vielen Krankenhäusern wird das Vitamin K direkt nach der Geburt verabreicht, ohne die Eltern um Erlaubnis zu fragen. Für die meisten Eltern ist das in Ordnung. Wer sich genauer informieren oder gar auf die Vitamin-K-Prophylaxe verzichten möchte, sollte vor der Geburt das Gespräch mit Arzt oder Hebamme suchen.

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren! 

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal