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Berliner Senat stoppt RTL-Dokusoap "Babyboom - Willkommen im Leben"

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Berliner Senat stoppt RTL-Dokusoap "Babyboom - Willkommen im Leben"

26.02.2013, 17:23 Uhr | dapd, t-online.de, dpa

Berliner Senat stoppt RTL-Dokusoap "Babyboom - Willkommen im Leben". Für die Doku-Soap "Babyboom - Willkommen im Leben" wollte RTL Geburten in einem Berliner Krankenhaus filmen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Für die Doku-Soap "Babyboom - Willkommen im Leben" wollte RTL Geburten in einem Berliner Krankenhaus filmen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Geburten vor laufender TV-Kamera? Daraus wird so schnell nichts. Der Berliner Senat hat die geplante RTL-Dokusoap "Babyboom - Willkommen im Leben" gestoppt. Der Privatsender wollte Geburten im Klinikum Vivantes filmen, das dem Land Berlin gehört. Nun habe der Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) in Absprache mit der Finanzverwaltung angeordnet, dass das Projekt ausgesetzt wird, wie die Nachrichtenagentur dapd berichtet.

Der Privatsender RTL wollte ursprünglich ab Sommer Bilder aus der Entbindungsstation senden, die zurzeit aufgezeichnet werden. Czaja und andere Berliner Landespolitiker hatten die Dokumentation zuvor kritisiert und unter anderem vor einer Kommerzialisierung des Gesundheitswesens gewarnt. Der Stopp von "Babyboom" gelte vorerst bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung von Vivantes, heißt es. Die Vorgänge sollen auch Thema in der nächsten Sitzung des parlamentarischen Gesundheitsausschusses sein.

Persönlichkeitsrechte des Kindes gefährdet

Der Senat sehe dieses Format insgesamt sehr kritisch, teilte der amtierende Senatssprecher Bernhard Schodrowski mit. Es gebe ernste Bedenken, dass die Persönlichkeitsrechte der Kinder wie auch der Angestellten nicht ausreichend gewahrt würden. Das solle jetzt eingehend geprüft werden.

"Auch wenn die Mütter und Familien ihre Einverständnis zu den Filmaufnahmen erklären, wird das Kind später damit zu rechnen haben, mit den Filmaufnahmen konfrontiert zu werden", teilte Czaja dazu mit. "Die Intimsphäre und die allgemeinen Persönlichkeitsrechte des Kindes sehe ich hier in Gefahr."

RTL und Vivantes nehmen Stellung

RTL erklärte nun, der Sender sei von der Entscheidung des Senats überrascht worden. "Sämtliche Rechtefragen wurden weit im Vorfeld und in enger Zusammenarbeit zwischen Produzent und Klinik geklärt. Wir gehen daher davon aus, dass die Dreharbeiten weitergehen können", sagte RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer. "Kritikern empfehlen wir bei aller Wertschätzung, sich zu informieren, bevor sie ein Urteil fällen."

Auch Vivantes betonte: "Wir sind nach wie vor von der Seriosität des geplanten Formats einer Entbindungsdokumentation im Vivantes Klinikum im Friedrichshain überzeugt." Der Klinikkonzern habe alle klinischen und juristischen Fragen berücksichtigt, wozu vor allem die Zustimmung aller Beteiligten gehöre. "Sollte das Land Berlin als Gesellschafter von Vivantes dennoch eine Einstellung oder Aussetzung der Filmaufnahmen anweisen, werden wir dieser Anweisung folgen."

Aufzeichnungen im Kreißsaal liefen schon

Bereits mehrere Tage lang liefen 30 Kameras des TV-Senders im Kreißsaal, im Krankenzimmer und in den Untersuchungsräumen der Klinik. Familien, die mit der Aufzeichnung der Geburt einverstanden seien, sollten ihr Baby in einem abgetrennten Bereich der Entbindungsstation bekommen. "Wir wollen schlicht die Menschen und ihre Geschichten zeigen, die Mitarbeiter und werdenden Eltern," teilte RTL mit. Vorbild für die neue Doku-Serie ist die Sendung "One Born Every Minute" aus England.

"Das Schmuddelfernsehen schreckt vor nichts zurück"

In einer laufenden Umfrage auf dem Elternportal von t-online.de lehnt der Großteil der Leser das neue TV-Format ab. Auf die Frage, was sie von einer solchen RTL-Dokusoap hielten, hatten bis 26. Februar fast drei Viertel (73,8 Prozent) der knapp 1000 Umfrageteilnehmer bekundet, dass sie die Idee "unmöglich" fänden. 17,3 Prozent halten die RTL-Pläne hingegen für gut, 8,9 Prozent sind unentschlossen.

Auch in zahlreichen Kommentaren im Elternportal und auf der Facebook-Seite "Eltern-Welt" äußerten sich Leser entsetzt über die Pläne von RTL. Hier finden Sie eine Auswahl der Leserstimmen:

Christin Weiß (auf Facebook): Geburt sollte geschützt sein!

Bee Kaa (auf Facebook): Bekloppte Eltern, die sowas zustimmen!

"adastra2507": Die Grenze des guten Geschmacks ist nun weit überschritten.

"Jupp1": Ganz toll. Sicherlich wird auch gezeigt, wie das Kind gezeugt wird, geboren wird und wieder stirbt. Wie krank sind die Zuschauer eigentlich, die sich das ansehen? Dieses Sendeformat passt allerdings zu RTL und wird den Zuschauern als Naturfilm aus dem richtigen Leben verkauft. Abartig.

"V60-1009x": Das ist reinster Porno, was RTL da filmen will. Dass sich Mütter für eine solche Sache hergeben, ist mir unbegreiflich und RTL kennt wohl keine moralischen Grenzen mehr, um die Zuschauerquote zu steigern, oder?

"ichweisesbesser": Welche geldgeile Mutter lässt sich dabei filmen? Geschmacklos, was RTL seinen Zuschauern zumutet.

"Fichenich": Lade RTL herzlich zu meinem nächsten Stuhlgang ein.

"oe8mm": Das Schmuddelfernsehen schreckt vor nichts zurück.

In unserer "Eltern-Welt" finden Sie alles, was Eltern bewegt: Jetzt Fan werden und mitdiskutieren!

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