Geburtstermin
Verrechnet: Schwangerschaft dauert kürzer als gedacht23.08.2013, 14:57 Uhr | mmh, t-online.de
Wann ist es so weit? Forscher können das Datum exakt ermitteln. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
280 Tage dauert eine Schwangerschaft durchschnittlich, aber nur für vier Prozent der werdenden Mütter. Forscher konnten jetzt nachweisen, dass die Dauer starken Schwankungen unterliegt und Geburtstermine bisher falsch berechnet wurden. Diese Erkenntnis kann enorme Auswirkungen auf den Geburtsverlauf nehmen. Waren rückblickend viele Geburtseinleitungen oder Schwangerschaftsverlängerungen überflüssig?
Bis zu fünf Wochen variiert die Dauer einer normalen Schwangerschaft, komplizierte Verläufe und Frühgeburten ausgeklammert. 37 Tage, die die Ärzte bisher beim Errechnen des Geburtstermins nicht auf der Liste hatten.
37 Tage, eine Zeitspanne, die von vielen Faktoren beeinflusst wird, wie amerikanische Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben. 37 Tage, die einen enormen Einfluss haben auf den Geburtsverlauf, die entscheiden können über Einleitung von Geburten oder über die Verlängerung einer Schwangerschaft.
Die Forscher rund um Anne Maria Jukic vom National Institute of Environmental Health Sciences haben jetzt eine Methode entwickelt und vorgestellt, mit der der sie exakt berechnen können, wann bei einer Schwangerschaft der Eisprung stattgefunden hat und sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Genau dies war nämlich bisher nur schwer oder ungenau zu bestimmen.
Bisher schätzte man den Moment der Befruchtung nach den Daten der letzten Monatsblutung oder anhand eines Ultraschalls - beides sehr ungenaue Annäherungen, wie die Forscher in Oxford Journals schreiben.
Die Wissenschaftler untersuchten dafür Urinproben der Studienteilnehmerinnen, die auf natürlichem Weg schwanger wurden. Die Konzentration verschiedener Hormone, vor allem Progesteron und Östrogen, gibt Aufschluss. Diese Methode gab den Forschern nun die Möglichkeit, in den 125 Fällen den Geburtstermin auf den Tag genau zu ermitteln. "Die durchschnittliche Zeit vom Eisprung bis zur Geburt beträgt 268 Tage, also 38 Wochen und zwei Tage", wird Jukic in netdoktor.de zitiert. Allerdings schwanken die Geburtstermine rund um den Durchschnitt um bis zu 37 Tage in beide Richtungen.
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Die weite Spanne von 37 Tagen verblüffte auch die Forscher, dabei handelte es sich durchweg um normale Schwangerschaften, ohne Komplikationen: "Es ist schon länger bekannt, dass die Dauer der Schwangerschaften stark variiert, allerdings nahmen wir immer an, dass das an Ungenauigkeiten der Berechnungsmethoden lag", so Jukic. "Unsere Messmethoden schließen diese Fehlerquellen aus, trotzdem haben wir Unterschiede von fünf Wochen gefunden!"
Die Daten zeigen, dass Embryos, die länger für die Einnistung in der Gebärmutter gebraucht hatten, auch länger im Bauch der Mutter blieben. Die ersten beiden Wochen sind nicht nur hier entscheidend: Wenn zu Beginn der Schwangerschaft eine bestimmte Hormonreaktion relativ spät erfolgte, verkürzte sich die Dauer der Schwangerschaft um rund zwölf Tage. "Es ist erstaunlich, dass sich so früh in der Schwangerschaft Sachen ereignen, die den Zeitpunkt der Geburt stark beeinflussen - obwohl dieser noch Monate entfernt ist", sagt die Forscherin gegenüber dem Onlineportal netdoktor.
280 Tage oder 268 Tage? Für werdende Mütter bedeutet dies einen Riesen-Unterschied: zwölf Tage länger auf das Baby warten, fast zwei Wochen länger grübeln und am Wehenschreiber des Frauenarztes oder bei der Hebamme verbringen.
Die Wissenschaftler fanden neue Zusammenhänge und Faktoren, die die Dauer der Schwangerschaft beeinflussen:
- Alter der Mutter: Jedes Lebensjahr der Mutter bedeutet in der Tendenz einen weiteren Schwangerschaftstag.
- Frauen, die selbst schwere Babys gewesen sind, bleiben länger schwanger.
- Frauen, die einmal eine lange Schwangerschaft ausgetragen haben, werden auch bei folgenden Schwangerschaften mit einer längeren Dauer rechnen können.
Im Gegensatz dazu sahen die Autoren der Studie keinen Zusammenhang zu den bisher angenommenen Einfluss-Faktoren wie Body Mass Index (BMI) oder Alkohol-Konsum: "Die Dauer von Schwangerschaften kann also stark variieren", betont die Wissenschaftlerin. Ein wichtiger Aspekt, den Ärzte wohl in Zukunft berücksichtigen müssen, wenn es darum geht, eine Geburt vorzeitig einzuleiten, oder eine Schwangerschaft künstlich zu verlängern.
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23.08.2013, 14:57 Uhr | mmh, t-online.de
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