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Sprachentwicklung  

25.000 Mal "tatatata" - schon Ungeborene merken sich Worte

26.08.2013, 18:16 Uhr | dpa

Sprachentwicklung. Sprachentwicklung: Audio-Training für Ungeborene trainiert das Sprachgedächtnis.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Audio-Training für Ungeborene (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schon im Mutterleib nehmen Babys über ihr Gehör die Umwelt war. Sprache, Musik oder Lärm - Geräusche aller Art dringen zu ihnen durch und werden schon bei Ungeborenen vom Gehirn verarbeitet. Wie eine Studie aus Finnland zeigt, lassen sich in diesem Stadium durch Audio-Training Grundlagen für das spätere Lernen und die Sprachentwicklung legen.

Ungeborene entwickeln bereits im Mutterleib ein erstes Sprachgedächtnis. Das schlussfolgern finnische Forscher anhand der Gehirnaktivität von Säuglingen, deren Mütter während der Schwangerschaft regelmäßig ein Sprachtraining auf CD gehört hatten. Wie das Team im Fachblatt "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS") berichtet, erinnern sich die Kinder gewissermaßen an häufig gehörte Laute aus der Zeit vor der Geburt.

Eine Studie mit reichlich "tatatata"

Die Wissenschaftler begleiteten rund 30 Frauen von der 29. Schwangerschaftswoche an. Der Hälfte der Gruppe gaben sie vor, bis zur Geburt an fünf Tagen pro Woche Aufnahmen des Wortes "tatata" anzuhören - 15 Minuten lang und möglichst zur gleichen Tageszeit.

"Die Frauen führten dann darüber Buch, wie oft und wo sie die CD gehört haben" erläuterte Studienautor Eino Partanen von der Universität Helsinki. Vereinzelt waren auf der CD auch Abwandlungen des Wortes enthalten, etwa andere Tonhöhen oder abweichende Vokale. Im Durchschnitt hörten die Säuglinge die Lautfolge "tatata" vor ihrer Geburt rund 25.000 Mal. Die zweite Gruppe erhielt kein Lernmaterial.

Gehirn der Kinder reagiert auf bekannte Tonfolge

Nach der Geburt verglichen die Forscher die Reaktionen von Kindern beider Gruppen auf die Worte von der Trainings-CD sowie auf das Hören neuer Varianten. Dabei überwachten sie deren Gehirnaktivität: Ein Anstieg zeugt von einem besser entwickelten Nervensystem. Bei neuen Wortvarianten war dies vor allem bei jenen Kinder der Fall, die bereits als Ungeborene mit der CD und damit auch mit Abwandlungen konfrontiert worden waren. Stark reagierten auch Kinder, deren Mütter das Training besonders häufig gehört hatten.

Lese-Rechtschreib-Schwäche schon im Mutterleib verhindern?

Den Autoren zufolge legen die Ergebnisse nahe, dass Kinder leichter sprechen lernen, wenn sie vor der Geburt systematisch mit Sprache konfrontiert werden. Das Nervensystem werde so auf akustische Feinheiten vorbereitet. Durch auditives Training bei Föten könne sich möglicherweise auch Sprachfehlern und Lese-Rechtschreib-Schwäche vorbeugen lassen. Gleichzeitig warnen die Forscher vor dem schädlichen Einfluss von Lärm auf das Nervensystem von Ungeborenen.

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