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Künstliche Befruchtung: Drei-Eltern-Baby ethisch umstritten

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Babys mit drei Eltern  

US-Forscher beraten über ethisch umstrittene Befruchtungstechnik

27.02.2014, 16:56 Uhr | t-online.de, AP, AFP

Künstliche Befruchtung: Drei-Eltern-Baby ethisch umstritten. Künstliche Befruchtung (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In den USA und in Großbritannien wird über das "Drei-Eltern-Baby" mit Erbgut von zwei Müttern debattiert. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Baby entsteht im Reagenzglas aus dem Erbgut von zwei Müttern und einem Vater - in den USA wird derzeit über eine umstrittene neue Methode der künstlichen Befruchtung debattiert. Auch in Großbritannien setzen sich Wissenschaftler für die Zulassung ein. Das sind die Argumente von Befürwortern und Kritikern der "Drei-Eltern-IVF-Methode".

Ziel der Methode und Hauptargument der Befürworter ist, Kinder vor bestimmten Erbkrankheiten zu bewahren. Sie verhindert, dass Frauen mit geschädigten Mitochondrien diesen Gendefekt weitervererben.

Mitochondrien sind die Energiekraftwerke der Zellen. In ihnen wird Energie aus Nahrung in eine Form umgewandelt, die der Körper nutzen kann. Funktionieren sie nicht richtig, können vor allem Gehirn, Nervensystem, Herz oder Skelettmuskulatur geschädigt werden. Eines von 6500 Kindern kommt mit solchen Fehlfunktionen auf die Welt.

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Forscher erhoffen sich, mit der Methode in Zukunft genetisch bedingte Muskelkrankheiten, degenerative Prozesse im Nervensystem sowie bestimmte Formen von Diabetes und Krebs ausschalten zu können.

Erbgut von zwei Frauen wird kombiniert

Bei der "Drei-Eltern-IVF-Methode" entnehmen die Ärzte von einer Frau mit Mitochondriopathie, so der Fachbegriff für den Gendefekt, eine Eizelle und isolieren den Zellkern. Da dieser keine Mitochondrien enthält, ist er nicht vom Gendefekt betroffen. Der Kern wird in eine gesunde Eizelle einer anderen Frau eingefügt, nachdem daraus der Zellkern entfernt wurde. Diese Hybrid-Eizelle enthält nun die Zellkern-DNA der Frau mit dem Gendefekt und intakte Mitochondrien von der Eizellspenderin.

Die Erbinformation aus dem Zellkern ist entscheidend

Im Reagenzglas wird die "Zwei-Mütter-Eizelle" mit der Spermazelle des Vaters verschmolzen. Damit ist es möglich, durch Befruchtung einen gesunden Embryo zu erhalten und ihn in der Gebärmutter der Frau mit dem Gendefekt einzupflanzen. Das Baby hätte dann nur die Eigenschaften seiner beiden Eltern, weil diese in der DNA des Zellkerns gespeichert werden und nicht in den Mitochondrien.

Kritiker warnen vor "Designerbabys"

Allerdings wirft die Methode zahlreiche ethische Fragen auf, die nun von US-Wissenschaftlern kontrovers diskutiert werden. Beispielsweise, ob die Regierung die Schaffung genveränderter Menschen billigen sollte. Auf einer derzeit laufenden Tagung der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA sollen auch Kritiker zu Wort kommen, die vor "Designerbabys" warnen, bei denen Eltern Eigenschaften wie Augenfarbe, Größe und Intelligenz bestellen können.

UMFRAGE: DREI-ELTERN-BABY
Halten Sie das "Drei-Eltern-Baby" für unmoralisch?

Gegner der seit 2008 bekannten "Drei-Eltern-IVF-Methode" lehnen auch die Zerstörung von Eizellen oder Embryonen als unmoralisch ab. Außerdem verweisen sie darauf, dass es für Frauen mit vererbbaren Gendefekten bereits andere Methoden gebe, etwa jene, eine gespendete Eizelle zu nutzen.

Gibt es Drei-Eltern-Babys bald in Großbritannien?

In Europa könnte Großbritannien das erste Land werden, in dem diese Behandlung zugelassen wird. Die Bürger sollen in einer öffentlichen Umfrage ihre Meinung zu der neuen Befruchtungsmethode abgeben. Sollte das britischen Parlament den Weg frei geben, könnten erste Patientinnen bereits Ende des Jahres mit der Methode behandelt werden, hieß es.

Das Gesundheitsministerium stellte den Entwurf für die Regeln ins Internet und forderte Interessierte auf, darauf bis Ende Mai zu reagieren. Ziel sei es nicht, darüber zu diskutieren, ob das britische Parlament das neue Verfahren erlauben solle, hieß es. Vielmehr stehe dabei im Vordergrund, wie diese genutzt werden sollte.

Ärztin: Lebensrettende Behandlung schnell einführen

Die Methode wird in Großbritannien dort derzeit im Labor erforscht, aber die Embryos dürfen noch nicht eingepflanzt werden. "Wissenschaftler haben dieses bahnbrechende neue Verfahren entwickelt, das eine Vererbung dieser Krankheit stoppen kann", sagte die Ärztin Sally Davies. "Es ist nur richtig, wenn wir uns bemühen, diese lebensrettende Behandlung so schnell wie möglich einzuführen."

In Großbritannien wird etwa jedes 200. Baby pro Jahr mit einem Gendefekt geboren. Die damit verbundenen Krankheiten können von Epilepsie über Herzprobleme bis hin zu mentalen Entwicklungsstörungen reichen. Experten sagen jedoch, sollte das britische Parlament das neue Verfahren genehmigen, käme pro Jahr etwa nur ein Dutzend Frauen für diese Behandlung in Frage.

In Deutschland sind derartige Formen der künstlichen Befruchtung nicht zugelassen. Das Embryonenschutzgesetz verbietet auch die Eizellenspende.

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