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Stillen: Unkrautvernichter Glyphosat in Muttermilch nachgewiesen

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Gesundheitsrisiko beim Stillen?  

Unkrautvernichter in Muttermilch nachgewiesen

26.06.2015, 12:54 Uhr | dpa

Stillen: Unkrautvernichter Glyphosat in Muttermilch nachgewiesen. Stillen gilt eigentlich als besonders gesund. Doch Stichproben geben Anlass zur Sorge. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Stillen gilt eigentlich als besonders gesund. Doch Stichproben geben Anlass zur Sorge. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation WHO hält den Unkrautvernichter Glyphosat für "wahrscheinlich krebserregend". Rückstände davon finden sich in der Muttermilch deutscher Frauen. Ob der Wirkstoff tatsächlich gesundheitsgefährdend ist, ist allerdings umstritten.

Die Grünen warnen vor Gesundheitsrisiken beim Stillen. Sie haben im Mai und Juni dieses Jahres die Muttermilch von 16 Frauen aus verschiedenen Bundesländern auf Belastungen testen lassen. Die Proben wiesen Glyphosat-Mengen zwischen 0,210 und 0,432 Nanogramm pro Milliliter Milch auf. Für Trinkwasser gilt eine Höchstgrenze von 0,1 Nanogramm pro Milliliter.

Nach Angaben der Partei waren die Mütter zwischen 30 und 39 alt. Keine von ihnen habe das Unkrautgift verwendet.

Wissenschaftlerin nennt Werte "untragbar"

Irene Witte, die an der Universität Oldenburg jahrzehntelang im Bereich Toxikologie geforscht hat, nannte die Werte "untragbar". "Ich hätte nicht mit solch hohen Rückstandswerten in der Muttermilch gerechnet, da Glyphosat stark wasser- und nicht fettlöslich ist." Aus 16 Proben könne man zwar keine endgültigen Schlüsse ziehen, aber sie seien ein erster Hinweis. Witte forderte, die Untersuchungen auf mehr Frauen auszuweiten und deren Ernährungsgewohnheiten zu betrachten.

Glyphosat: Gefahrenpotenzial umstritten

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sieht in einem Bericht von Dezember 2013 keine Gefahren für die Gesundheit von Mensch und Tier. Die Krebsforschungsagentur IARC der Weltgesundheitsorganisation WHO stufte den Wirkstoff dagegen im März dieses Jahres als "wahrscheinlich krebserregend" ein.

Wenn Glyphosat wirklich krebserregend sei, dann müsse man laut Witte jede Belastung als bedeutsam betrachten. "Hier gelten dann auch keinerlei Grenzwerte mehr. Jedes Molekül könnte schon Krebs erzeugen." Eine hohe Konzentration vergrößere aber natürlich noch die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung.

EU-Genehmigung für Glyphosat läuft aus

Glyphosat ist weltweit einer der am meisten eingesetzten Wirkstoffe in Unkrautvernichtungsmitteln und das am weitesten verbreitete Pflanzengift. Es kommt nach Angaben des Agrarministeriums seit 1974 vor allem bei der Unkrautbekämpfung zum Einsatz. Getreide und Raps werden demnach aber zum Teil auch noch vor der Ernte damit behandelt.

Die EU-Genehmigung für den Unkrautvernichter läuft Ende des Jahres aus, eine neue Prüfung steht an. Deutschland hat dabei als zuständiger Berichterstatter eine herausgehobene Position - und auf Grundlage des BVL-Berichts zunächst keine Bedenken angemeldet.

Grüne fordern Glyphosat-Verbot

Das Bundesinstitut für Risikobewertung sehe derzeit "keinen Anlass, seine vorläufige Bewertung des Wirkstoffs zu ändern", sagte ein Sprecher. Die IARC-Daten lägen noch nicht vollständig vor. Sobald dies der Fall sei, "werden diese eingehend geprüft und in die Gesamtbewertung des Wirkstoffs auf EU-Ebene einfließen".

Die Grünen forderten Konsequenzen. "Die Bundesregierung muss Glyphosat aus dem Verkehr ziehen, bis die Frage der krebsauslösenden Wirkung geklärt ist", sagte die Vorsitzende des Umweltausschusses, Bärbel Höhn. Die Regierung müsse die Belastung "dringend untersuchen und entsprechende Schutzmaßnahmen für Schwangere, Stillende und Säuglinge auf den Weg bringen".

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