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Facebook-Hype: Brauchen wir die "Motherhood Challenge"?

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Brauchen wir die neue Motherhood Challenge auf Facebook?

04.02.2016, 16:17 Uhr | aro, t-online.de

Facebook-Hype: Brauchen wir die "Motherhood Challenge"?. Die Welt muss erfahren, was für eine glückliche Familie wir sind! (Quelle: imago)

Die Welt muss erfahren, was für eine glückliche Familie wir sind! (Quelle: imago)

Für die Ice Bucket Challenge filmten sich im Sommer 2014 Zigtausende dabei, wie sie sich kaltes Wasser über den Kopf kippten. So wollten sie auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam machen. Nun zieht eine neue Herausforderung in den sozialen Netzen ihre Kreise: die Motherhood Challenge. "Oh nein, nicht schon wieder so was", werden viele denken.

Für die Motherhood Challenge postet eine glückliche Mutter drei Fotos, die zeigen, warum sie so unglaublich froh ist, Mutter zu sein. Zusätzlich nominiert sie Freundinnen, die sie auffordert, dasselbe zu tun.

Die Folge: Wir dürfen noch mehr Familienfotos bewundern als üblich. Kinder in Sonntagskleidern, die ein starres Lächeln zur Schau tragen. Kinder, die von Kopf bis Fuß mit Matsch/Farbe/Lippenstift/Schokolade eingeschmiert sind, essende Kinder, schlafende Kinder, Familienselfies mit herausgestreckter Zunge. Omi mit Enkeln, Papa mit Sohn. Gähn. Wir sind ja sooo glücklich.

Kritiker weisen auf Kinderlose hin

Dazu erheben sich gleich die Kritikerstimmen, die darauf hinweisen, dass es zynisch sei, sein Glück derart zur Schau zu stellen. Man möge doch bitte an all die Frauen denken, denen es nicht vergönnt sei, Kinder zu bekommen. Diese litten unter einer solchen Kampagne sehr.

Fakt ist: Diese Challenge hat keinen tieferen Zweck, es werden keine Spenden gesammelt wie damals bei der Ice Bucket Challenge. Es geht einfach nur um Zur-Schau-Stellung.

Challenge heißt auf Deutsch Wettstreit oder Herausforderung - also ein Gerangel um die Top-Position als beste oder glücklichste Mutter überhaupt. Braucht die Menschheit so etwas?

Facebook und Co. für die unrealistische Selbstdarstellung

Soziale Netzwerke sind natürlich dazu da, Freunden lustige Schnappschüsse oder besonders schöne Familienfotos zu zeigen. Aber muss es so demonstrativ sein? Kaum eine wird so ehrlich sein, Bilder zu präsentieren, die sie nach durchwachten Nächten zeigen oder ihr quengeliges fieberndes Kind, den letzten Trotzanfall oder die Dreimonatskoliken beim Baby.

Die neue Challenge treibt ein Phänomen auf die Spitze, für das soziale Netze bekannt sind: Man zeigt nur das Beste, und alle anderen fühlen sich danach schlechter oder sind neidisch.

Mutter sein ist oft ein harter Job

Andererseits: Mutter sein ist kein einfacher Job. Keiner verleiht einem eine Medaille, weil man drei Nächte hintereinander vollgekotzte Bettwäsche abgezogen und gewaschen hat. Niemand dankt für die hundert Kilo Einkäufe, die man in den vierten Stock gewuchtet hat. Man bekommt keine Prämie für besonders erfolgreiches Kindergartenfest-Mitgestalten.

Da wird es ja wohl noch erlaubt sein, ein bisschen harmlosen Spaß zu haben und die Fotos zu zeigen, die einen mit all dieser Plackerei wieder versöhnen. Es geht doch gar nicht um Wettkampf, es geht darum, uns selbst davon zu überzeugen, dass der Job als Mutter sich lohnt. Gönnt uns das doch einfach mal.

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