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Geburtenboom: So viele Neugeborene wie seit 15 Jahren nicht

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Ein Bundesland nicht im Trend  

So viele Neugeborene wie seit 15 Jahren nicht

01.07.2016, 13:48 Uhr | dpa, t-online.de

Geburtenboom: So viele Neugeborene wie seit 15 Jahren nicht. Deutschland verzeichnet einen Geburtenboom. (Quelle: dpa)

Deutschland verzeichnet einen Geburtenboom. (Quelle: dpa)

In Deutschland hat es 2015 einen Geburtenboom gegeben. Fast 738.000 Kinder wurden lebend geboren, das waren 23.000 Neugeborene (3,2 Prozent) mehr als im Vorjahr. 2014 waren in Deutschland 715.000 Babys zur Welt gekommen. Ein erfreulicher Trend mit Schattenseite: Die Gesellschaft sei nicht kinderfreundlich, meinen Soziologen.

In fast allen Bundesländern stiegen die Geburtenzahlen, lediglich Brandenburg verzeichnete einen leichten Rückgang um 1,2 Prozent.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stieg zugleich auch die Zahl der Sterbefälle um 6,5 Prozent. Im vergangenen Jahr starben demnach insgesamt 925.000 Menschen. Wie in allen Jahren seit 1972 starben damit mehr Menschen, als Kinder geboren wurden. 2015 lag die Differenz bei knapp 188.000.

Auch mehr Eheschließungen

Insgesamt rund 400.000 Paare gaben sich 2015 das Ja-Wort. Das waren 14.000 beziehungsweise 3,6 Prozent mehr als 2014. Die Zahlen sind nur vorläufig, die endgültigen Ergebnisse liegen voraussichtlich im September vor.

Rückbesinnung auf die Werte der Familie?

Ein kleiner Babyboom und mehr Hochzeiten – wird Familie in Deutschland wieder groß geschrieben? "Es deutet sich eine Trendwende an", sagt Jürgen Dorbritz, Forschungsdirektor am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung.

Soziologe Harald Rost vom Staatsinstitut für Familienforschung stellt mit Blick auf Umfragen fest: "Partnerschaft, Familie und Kinder stehen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen hoch im Kurs." Der Kinderwunsch und die tatsächliche Kinderzahl klafften auch nicht mehr ganz so weit auseinander wie noch vor 10, 15 Jahren. Trotzdem kämen weniger Babys zur Welt als ursprünglich gewünscht.

Dorbritz erklärt das Plus bei den Geburten mit einem "Doppeleffekt", bestehend aus der Altersstruktur der Frauen und ihrem Verhalten. "Frauen kriegen mehr Kinder als vor drei, vier Jahren", sagt der Wissenschaftler. Zugleich gebe es mehr Frauen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren - also potenzielle Mütter. Dies erkläre auch die Zunahme der Eheschließungen: Mehr Paare seien im entsprechenden Alter. Und: "Kinder sind eines der zentralen Heiratsmotive."

Soziologe: zu hoher Anspruch an Elternschaft

Soziologe Rost von der Universität Bamberg gibt jedoch zu Bedenken: "Die Menschen in Deutschland haben nach wie vor einen hohen Anspruch an Elternschaft." Viele wollten nach einer langen Ausbildung erst einmal den beruflichen Einstieg finden und eine ausreichend große Wohnung haben. Die Fruchtbarkeit nehme mit 30 Jahren aber allmählich ab und statt der gewünschten zwei bis drei Kinder kämen dann oft nur ein bis zwei.

"Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nach wie vor schwierig", nennt Rost einen anderen Grund. Die Kinderbetreuung sei zwar ausgebaut worden, insbesondere im Schichtdienst, in Randzeiten und in den Ferien sei es aber nach wie vor nicht einfach, eine gute Betreuung zu finden. "Deutschland könnte familienfreundlicher sein." In Frankreich etwa gebe es seit vielen Jahren große steuerpolitische Anreize für das dritte Kind.

 

"Die Gesellschaft ist nicht sehr kinderfreundlich", sagt auch Rembrandt Scholz vom Max-Planck-Institut für Demografische Forschung in Rostock und beschreibt eine Folge: "Viele Frauen sind mit einem Kind zufrieden." Die Bevölkerung müsse sich darauf einstellen, dass sie schrumpfe. Denn: "Seit mehr als 40 Jahren sterben in Deutschland mehr Menschen als geboren werden."

Mit Blick auf die gestiegene Zahl der Todesfälle sagt auch Dorbritz: "Die Kluft zwischen Sterbefällen und Geburten wird sich nicht schließen, sondern eher noch größer werden." 

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