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Drei-Eltern-Baby: Säugling besitzt das Erbgut von drei Menschen

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Neue "Drei-Eltern-Technik" macht es möglich  

Baby hat Erbgut von drei Menschen

28.09.2016, 13:24 Uhr | dpa

Drei-Eltern-Baby: Säugling besitzt das Erbgut von drei Menschen. Künstliche Befruchtung (Quelle: dpa)

Künstliche Befruchtung (Quelle: dpa)

Mediziner haben erstmals mittels speziellem Zellkerntransfer ein Baby mit drei genetischen Eltern erzeugt. Das berichtete die britische Zeitschrift "New Scientist".

Ein Team von Forschern aus den USA, Mexiko und Großbritannien erprobte eine spezielle Keimbahntherapie bei einem Paar aus Jordanien. Die Frau hatte bereits mehrere Kinder verloren, weil sie unter einer mitochondrialen Erbkrankheit leidet, die bei Kindern zum so genannten Leigh-Syndrom führen.

Das ist das neue Verfahren

Das Team der New Hope Fertility Clinic in New York nutzte ein neues Verfahren der künstlichen Befruchtung: Die Forscher entfernten den Zellkern einer Eizelle der Mutter und setzen ihn in eine Eizelle einer anderen Frau ein, deren Zellkern zuvor entfernt worden war. Diese Zelle enthielt aber noch Mitochondrien, das sind Zellkraftwerke, die ebenfalls Erbmaterial besitzen. Danach wurde die Zelle mit dem Samen des Vaters befruchtet.

Mit dem neuen Verfahren entstanden 2015 fünf Embryonen, von denen sich einer normal entwickelte und der Mutter eingesetzt wurde. Nach normaler neunmonatiger Schwangerschaft kam der kleine Junge zur Welt.
Zhang und sein Team testeten das Baby und entdeckten bei ihm nur ein Prozent mutierter Mitochondrien. Nach Hoffnung der Ärzte dürfte diese Menge zu gering sein, um Probleme zu machen.

In Mexiko befruchtet

Vor fünfeinhalb Monaten sei nun ein gesunder Junge auf die Welt gekommen, berichtet das britische Magazin. Die Behandlung ist in den USA nicht erlaubt, deswegen fand sie in Mexiko statt.

Mit dieser neuen Methode scheinen die Mediziner ethische Konflikte umgangen zu haben. Das Wissenschaftler-Team vermied es, Embryonen zu zerstören. Es wurde ene männlicher Embryo ausgewählt, damit keine Mitochondrien-DNA vererbt werden kann.

Erste Reaktionen aus der Fachwelt fielen wegen ethischer Bedenken gegenüber dem Verfahren zumeist verhalten aus. Die Reproduktionsmedizinerin Christine Wrenzycki (Uni Gießen) sagte, mit dieser Technik sei es medizinisch wohl möglich, Frauen mit Funktionsstörungen der Mitochondrien zu einem gesunden Kind zu verhelfen. "Ethisch wird die Beteiligung von drei Elternteilen - zweier Mütter und eines Vaters - kontrovers diskutiert."

Es ist nicht das erste Baby mit drei genetischen Eltern. Bekannt geworden war zum Beispiel Alana Saarinen, die ebenfalls Gene von ihrem Vater und von zwei Frauen trägt, allerdings wurde damals eine andere Technik verwendent. Dabei wurden die Mitochondrien nachträglich in die befruchtete Eizelle gegeben (Zytoplasmatransfer). Die Technik ist nach Sicherheits- und Ethikbedenken 2002 in den USA verboten worden, in Deutschland war sie nie erlaubt.

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