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Alleinerziehend  

Alleinerziehende auf Partnersuche

20.08.2010, 15:17 Uhr | ddp

Alleinerziehende auf Partnersuche. Mutter und Sohn basteln aus Papier eine Familie.

Zu zweit auf Partnersuche: Wir basteln uns eine Familie. (Bild: Imago)

Im Alltag von Alleinerziehenden dreht sich häufig alles um die Kinder. Zwischen Laternen basteln, Saftpfützen aufwischen und Märchen vorlesen träumen allerdings viele Single-Mamas und Papas von einer neuen Liebe. Doch die Suche nach einem passenden Partner gestaltet sich für die Einzelkämpfer oft schwierig.

Kein Raum für neuen Partner

"Viele Alleinerziehende wünschen sich zwar eine neue Beziehung, haben aber in ihrem Leben gar keinen Raum für einen neuen Partner", sagt die Kölner Diplom-Psychologin Katharina Grünewald. Grünewald hat sich auf die Beratung von Alleinerziehenden und Patchworkfamilien spezialisiert und stellt häufig fest, dass Betroffene viel Zeit und Nerven in die vertrackte Bindung zu Ex-Mann oder Ex-Frau steckten. "Man streitet sich über Unterhalt und Besuchsregelungen, muss sich mit ihnen auseinandersetzen - so werden Energien gebunden, die dann für andere Beziehungen fehlen", erklärt Grünewald. Auch die meist sehr enge Bindung zu ihren Kindern könne es Alleinerziehenden erschweren, eine neue Partnerschaft einzugehen. "Kinder verlieren durch die Trennung der Eltern ihre sichere Basis und klammern sich verständlicherweise an den verbleibenden Elternteil", sagt Grünewald. Gleichzeitig suchten häufig auch die Erwachsenen in dieser Situation Halt und Trost bei ihrem Nachwuchs, und so entstehe eine Art Schicksalsgemeinschaft. "Dieser Prozess ist zwar grundsätzlich richtig, doch diese Nähe lässt oft gar nicht genügend Platz für einen neuen Partner", erklärt Grünewald.

Kind integrieren

Oft werde es besonders dann schwierig, wenn das Kind in die Beziehung integriert werden solle. "Das Kind, das bisher die Zweisamkeit und Nähe mit seinem Elternteil genossen hat, wehrt sich dagegen, diese Rolle wieder abzugeben", sagt Grünewald. Um den Kleinen diese Veränderung leichter zu machen, ist es gut, sie schon früh in den Prozess mit einzubeziehen. "Am besten spricht man mit seinen Kindern schon vorab einmal über die Möglichkeit, dass auch wieder ein neuer Partner an Mamas oder Papas Seite auftauchen könnte", empfiehlt Ursula Gambla, Diplom-Psychologin beim Landesverband Alleinerziehender Mütter und Väter in Rheinland-Pfalz. So könnten sich die Kinder darauf einstellen, dass sie ihre exklusive Rolle irgendwann mit einem Dritten teilen werden.

Schadet zu viel Selbständigkeit?

Alleinerziehende müssen viel bewältigen und stemmen oft beinahe Unmögliches. "Aus dieser Erfahrung erwächst bei den Single-Eltern häufig ein ganz neues Selbstbewusstsein", berichtet Katharina Grünewald. Doch gerade dieses Selbstbewusstsein sorge in einer neuen Beziehung oft für Probleme. "Die Betroffenen haben gelernt, dass sie niemanden brauchen. Aber um eine neue Beziehung einzugehen, müssen sie einen Teil dieser Eigenständigkeit aufgeben - sonst wird es für den Partner schwer, an ihrem Leben teilzuhaben", erklärt Grünewald.

Probleme wahrnehmen

Wichtig sei, dass Alleinerziehende solche Hemmnisse erst einmal wahrnehmen. Auch die Verletzungen, die die Trennung und die nachfolgende Situation hinterlassen hätten, müsse man genau anschauen, damit sie heilen könnten. "Betroffene müssen bereit sein, an sich zu arbeiten, Beziehungsarbeit zu leisten", betont Grünewald. In vielen Fällen sei es sinnvoll, sich für diese Prozesse professionelle Unterstützung zu holen.

Neue Strukturen finden

Hat man schließlich einen neuen Partner gefunden, gilt es, gemeinsam mit ihm die Patchworkfamilie zu strukturieren. "An eine neue Beziehung werden in dieser Situation von Anfang an hohe Anforderungen gestellt", sagt Ursula Gambla. Schließlich werde der Neue mit einem bestehenden Familiensystem konfrontiert, in dem er erst einen Platz finden muss. "Hier stellt sich die Frage, welche Rolle der neue Partner gegenüber den Kindern einnehmen soll - und auch, welche Rolle der leibliche Elternteil noch spielt", sagt Gambla. Man müsse viele Absprachen treffen, sich auf ein gemeinsames erzieherisches Konzept einigen. "Da stecken viel Arbeit und Training dahinter. Aber es ist nicht unmöglich, das gut miteinander hinzubekommen", sagt Gambla.

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