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Fantasiefreunde sind bei Kindergartenkindern normal

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Psychologie  

Hilfe, mein Kind hat einen Fantasiefreund

13.10.2008, 17:05 Uhr | ruf, ddp, t-online.de

Fantasiefreunde sind bei Kindergartenkindern normal. Kindergartenkinder erfinden häufig Fantasiefreunde. Sie helfen ihnen, sich zu behaupten.

Kindergartenkinder erfinden häufig Fantasiefreunde. Sie helfen ihnen, sich zu behaupten. (Bild: dpa)

So mancher Sandkastenfreund existiert nur in der Fantasie eines Kindes. Dort dafür allerdings umso lebhafter: "Anton hat das verschüttet", "Anton kann Tante Isabell nicht leiden", "Bekommt Anton auch ein Eis?" - Eltern kommen meist nicht umhin, sich mit dem unsichtbaren Begleiter ihres Kindes auseinanderzusetzen. "Ein Fantasiefreund ist für Kinder oft ein wichtiger Entwicklungshelfer. Man sollte ihn deshalb freundlich und gelassen im Familienleben willkommen heißen", sagt Ulrich Gerth, Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

Verlässliche Partner

Der Fantasiefreund trete oft im Kindergartenalter auf und begleite ein Kind manchmal für ein bis zwei Jahre. "Deshalb müssen sich Eltern keine Sorgen machen. Fantasiefreunde helfen Kindern, sich zu behaupten", sagt Ulrich Gerth. Als Kleiner unter vielen Großen sei es schön, einen verlässlichen Partner an seiner Seite zu haben, der einen in allen Lebenslagen unterstütze und den man mit niemandem teilen müsse.

Neue Persönlichkeitseigenschaften

Manchmal sei die Fantasiefigur auch dazu da, Eigenschaften auszuleben, die das Kind selbst gerne hätte. "Vielleicht wäre das Kind gerne mal ein bisschen frech, rebellisch oder gemein, traut sich aber nicht, das auszuleben. Hinter den vermeintlichen Aussagen des Fantasiefreunds kann es sich gut verstecken und gleichzeitig ausprobieren, wie die Sprüche bei den Erwachsenen ankommen", sagt Ulrich Gerth. Solche Experimente mit dem eigenen Charakter seien ein normaler und gesunder Teil der Persönlichkeitsentwicklung.

Kein Zeichen für mangelnde Kontaktbereitschaft

Auch um die Kontaktfreudigkeit des Kindes brauche man sich normalerweise keine Sorgen zu machen. "Wenn ein Kind sich einen Freund ausdenkt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass es keine Freundschaften zu anderen Kindern aufbauen kann. Denn die Fantasiefigur ist, anders als Kindergartenfreunde, in allen Situationen abrufbar - auch dann, wenn gerade nur Erwachsene in der Nähe sind", erklärt Ulrich Gerth. Erst, wenn der Fantasiefreund eine sehr dominante, überwertige Rolle im Leben des Kindes spiele, sollten Eltern sich überlegen, ob vielleicht doch tiefer liegende Probleme dahinterstecken.

Fantasiefreunde ins Familienleben integrieren

Der Psychologe rät Eltern, den unsichtbaren Begleiter ihres Kindes spielerisch in das Familienleben zu integrieren. "Bei schwierigen Entscheidungen kann man sein Kind beispielsweise fragen, was denn der Fantasiefreund dazu sagt", sagt Gerth. Auf keinen Fall solle man dem unsichtbaren Kumpel den Kampf ansagen. "Der Versuch, einen Fantasiefreund als unecht zu entlarven, bringt das Kind unter Umständen nur dazu, ihn zu verheimlichen. Das ist nicht notwendig und für das Kind eine unangenehme Situation", sagt Gerth.

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