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Frühförderung  

Kinderkrippe ja oder nein

13.10.2008, 16:10 Uhr | ruf, dpa

Kinderbetreuung: Kinderkrippe ja oder nein?.

Kinderkrippen sind in Deutschland umstritten. (Bild: dpa)

Die Diskussion um Kinderkrippen spaltet Spielplatzrunden, Freundeskreise und Familien. Sie werden verteufelt oder idealisiert. Spätestens seitdem die Regierung den Weg für mehr Krippenplätze für Kinder zwischen null und drei Jahren frei gemacht hat, gewann die Debatte erneut an Fahrt. Derzeit befasst sich der Bundestag mit dem Kinderförderungsgesetz. Außerdem debattieren die Jugend- und Familienminister der Länder über vorschulische Bildung.

Verluste durch Verzicht auf Krippenplätze

Eine Bertelsmann-Studie sagt Bildungseinbußen und deshalb hohe volkswirtschaftliche Verluste voraus, wenn auf Krippen verzichtet werde. Befürworter der häuslichen Betreuung, wie etwa das "Familiennetzwerk", nennen die Untersuchung hingegen unseriöse Propaganda. Doch was sagen abseits gesellschaftspolitischer oder ökonomischer Argumente und vom Wohl des Kindes ausgehend Wissenschaftler und Erziehungsexperten dazu?

Kinder profitieren von den vielfältigen Angeboten

"Kaum ein anderes politisches Thema ist so sehr geprägt von den eigenen Erfahrungen wie die Debatte über frühkindliche Betreuung", sagt der Berliner Soziologe Jörg Maywald, Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind. Er hat Expertenrat und Studienergebnisse deshalb gesammelt, mit dem Ergebnis, dass es ein allgemeingültiges Votum pro oder kontra nicht gibt. Aber er nennt konkrete Bedingungen, unter denen ein früher Krippenbesuch für ein Kind besonders förderlich oder eher abzulehnen sei. Schaden, so die Summe der Ergebnisse, tragen "Krippenkinder" jedenfalls im Allgemeinen nicht davon und viele profitieren von den vielfältigen Anregungen.

ratgeber.t-online.de: (Voraussetzungen für die Krippe - Welche gibt es und welche Unterlagen brauche ich?)

Kleine Gruppen sind wichtig

Grundlagen der Diskussion sind für Experten unter anderem die seit 1998 fortgeschriebene US-Studie des "NICHD" (National Institute of Child Health and Human Development) und eine große australische Studie über Qualitätskriterien frühkindlicher Betreuung. Vor allem in den ersten zwei Lebensjahren sei es für die Entwicklung einer stabilen Bindungsfähigkeit demnach wichtig, dass die Gruppe klein sei und die Betreuungsperson nicht mehrfach wechsele, betont der Entwicklungspsychologe Martin Dornes (Frankfurt/M.). Optimal für diese Zeit: ein Betreuer-Kinder-Schlüssel von ein zu drei bis eins zu fünf. Die Grundlagen dafür würden jedoch bereits durch eine sensible und aufmerksame Mutter-Kind-Beziehung im ersten Lebensjahr gelegt - die sei dann ziemlich robust und durch sonstigen Betreuungseinfluss kaum zu verändern. Nur im ungünstigsten Fall, etwa bei einem Verhältnis eins zu 17, leide auch die Eltern-Kind-Bindung.

Ergebnisse der Studien

Auch was die Entwicklung der Sprach- und Denkfähigkeit angehe, bedeute ein früher Krippenbesuch keine dauerhaften Vor- oder Nachteile, resümiert Dornes. Unterschiede gebe es hier jedoch in der Qualität: Gute Krippen fördern demnach ebenso effektiv wie engagierte Eltern, schlecht ausgestattete Einrichtungen bewirken hier ebenso wie passive Eltern deutlich weniger. Nicht so eindeutig sind die Studienaussagen, was die Aggressivitätsentwicklung angeht: So gibt es zumindest in der US- Studie Hinweise darauf, dass vormals krippenbetreute Jungen im Alter von zwölf Jahren geringfügig aggressiver sind als ihre Altersgenossen. Zu große Krippengruppen und zu häufiger Betreuerwechsel seien hier mögliche Risikofaktoren, so Dornes.

Keine einheitliche Empfehlung

"Für oder gegen Krippenbetreuung kann nur im konkreten Einzelfall entschieden werden", sagt Dornes: "Denn es gibt nicht das Kind, die Krippe, die Tagesmutter, sondern immer dieses Kind, diese Krippe, diese Tagesmutter." Die oft geäußerte Befürchtung, die Familie verliere an Bedeutung und Einfluss, wenn Kinder viele Stunden außerhalb betreut würden, lasse sich jedoch nicht bestätigen. "Die Familie ist nach wie vor die wichtigste Sozialisations-Instanz und trägt die Hauptverantwortung für die in ihr groß werdenden Kinder."

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