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Schreibaby-Ambulanzen retten verzweifelte Eltern

13.10.2008, 18:31 Uhr | ruf, dpa

Schreitagebuch vermittelt den Experten einen ersten Eindruck

Wer sich an die Ambulanz im Clementine Kinderhospital wendet, wird gebeten, nach einem telefonischen Vorgespräch zunächst fünf Tage lang ein "Schreitagebuch" zu führen. "Unruhe, Schreien, Schlaf, Füttern, Spiel" steht in den Spalten auf der linken Seite des Blatts, am oberen Rand laufen die 24 Stunden des Tages entlang. Die Therapeutinnen können an der Kästchenverteilung nicht nur den Schlaf-Wach-Zyklus und "kritische Phasen" ablesen, sondern auch ein Muster erkennen, das erste Hinweise geben kann auf die Ursachen.

Mit viel Erfahrung begleiten die Experten gestresste Eltern

Das besondere am "Therapiezentrum für Schreibabys und andere frühkindliche Regulationsstörungen" ist die enge Zusammenarbeit mit Fachärzten und Therapeuten des Clementine Kinderhospitals. "Wir haben hier einen Pool der Erfahrungen", lobt Jennifer Kujack das interdisziplinäre Konzept. Die meisten Fälle werden "von zwei Frauen mit zwei unterschiedlichen Blicken auf die Situation" begutachtet: von der Psychologin Kujack und der Kinderärztin Ruth Kohl-Munthiu. So können körperliche Beschwerden ausgeschlossen werden. Denn übermäßiges Schreien hat weit seltener als die Eltern glauben medizinische Gründe wie die berühmten Dreimonatskoliken.

Mögliche Ursache für ständiges Schreien

Das hat auch Rachel Keller erfahren: "In unserer Verzweiflung haben wir Salome einmal sogar Schmerzmittel gegeben", berichtet die gelernte Kinderkrankenschwester. "Sie hat weiter geschrien - aber danach wussten wir wenigstens: Schmerzen hat sie nicht." Aber was hatte sie dann? Typische Risikofaktoren, erklärt Kujack, sind zum Beispiel traumatische Erlebnisse vor oder während der Geburt (wie zum Beispiel extremer Stress während der Schwangerschaft oder eine besonders schwere Entbindung) oder aber aktuelle Spannungen in der Partnerschaft, zu enge Wohnverhältnisse, finanzielle Sorgen, Isolation oder Überforderung. Nicht immer aber ist eine solch naheliegende Erklärung zu finden. "Es gibt auch einfach Kinder, die sind reizbarer als andere. Und es gibt Eltern, die fühlen sich schneller gestresst als andere. Und dann schaukelt sich das langsam hoch."

Eltern schaffen es oft nicht, das Kind zu beruhigen

Claudia Steiner und ihrem Sohn Ben half bereits ein einziger Besuch im "FrauenGesundheitsZentrum", aus ihrem Teufelskreis herauszufinden. Der damals neun Wochen alte Junge weinte auch tagsüber viel, nachts aber schrie er stundenlang. In unerträglicher Regelmäßigkeit brüllte er allnächtlich zwischen 20:00 und 2:00 Uhr. Claudia Steiner erkannte durchaus, "dass er schrie, weil er nicht schlafen konnte", fand aber keinen Weg, das Kind zu beruhigen. "Wir haben alles versucht: im Kinderwagen rumschieben, im Maxi-Cosi schaukeln, rumtragen, auf dem Pezzi-Ball wippen. Das hat auch alles geholfen - aber eben immer nur ganz kurz."

Zu viele Reize sind schlecht für das Kind

Ein typischer Fall, erkannte Psychologin Keller: Aus dem verzweifelten Wunsch, das Kind zu beruhigen, setzen viele Eltern eine fatale Spirale in Gang. Wenn es im Liegen schreit, wird es hochgenommen, wenn es auf dem Arm schreit, legen wir es über die Schulter; wenn es auch dort nicht besser wird, werfen wir es in die Luft - dann gluckst es kurz vor Freude und schreit kurz darauf von neuem. Die Folge: "Das Kind nimmt immer mehr Reize auf statt runterzukommen."

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