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Wie Großeltern und Enkel gemeinsame Ferientage gestalten

13.10.2008, 18:38 Uhr

Eine ganze Woche Urlaub bei Oma und Opa. Eine ganze Woche Kirschnudeln essen, mit dem Hund spielen, den Dachboden nach ungeahnten Schätzen durchforsten und ohne Rüge die Rosinen aus dem Hefekranz pulen. Ferien bei den Großeltern sind für Kinder etwas ganz Besonderes. "Kinder haben heutzutage kaum noch Gelegenheit, mit älteren Menschen in Kontakt zu kommen. Gerade bei Familien, die für den Job aus der Heimat weggezogen sind, hat ein Großeltern-Enkel-Urlaub daher eine wichtige, generationenverbindende Funktion", sagt Adelheid Müller-Lissner, Autorin von "Enkelkinder! Eine Orientierungshilfe für Großeltern".

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Großeltern sollten Wünsche der Eltern beachten

Ein wichtiger Grundstein für erfolgreiche "Enkelferien" ist die Vorbereitung. "Großeltern, Eltern und Enkelkinder sollten sich vor den Ferien einmal zusammensetzen und alle wichtigen Punkte, die den Urlaub betreffen, klären", sagt Horst Weipert von der Sozialakademie Potsdam. Bei dieser kleinen Familienkonferenz, die notfalls auch telefonisch abgehalten werden kann, sollte jeder seine Wünsche und Ideen anbringen können. Auch grundsätzliche Regelungen wie die Zubettgehzeit oder der Süßigkeiten- und Fernsehkonsum sollten bei dieser Gelegenheit angesprochen werden. "Großeltern sollten die üblichen Regelungen der Eltern übernehmen, wenn diese das wünschen. Die Erziehungsverantwortung liegt schließlich weiter bei den Eltern", sagt der Erziehungswissenschaftler.

Enkel dürfen auch einmal verwöhnt werden

Adelheid Müller-Lissner rät Senioren jedoch, auch ihre eigenen Spielregeln durchzusetzen. "Bei Oma und Opa herrscht nun mal eine andere Hausordnung. Dann wird eben auch nicht vor dem Fernseher gegessen, auch wenn Mama das normalerweise erlaubt", sagt die Pädagogin. Auch großzügigere Regelungen könnten für die Enkel-Ferien gelten. "Man darf die Kleinen in dieser Zeit ruhig mal ein bisschen verwöhnen. Auch den Kindern ist klar, dass der Urlaub ein Ausnahmezustand mit Ausnahmeregeln ist", sagt Müller-Lissner. Die Entscheidungen, wie jeder Ferientag gestaltet wird, sollten Großeltern und Enkelkinder untereinander aufteilen. "Am besten vereinbart man 'Bestimmertage': An einem Tag bestimmen die Enkel, am nächsten Tag bestimmen dann Oma und Opa, was gemacht wird", empfiehlt Weipert. Auch wenn die Kinder vielleicht erst nicht begeistert davon sind, dass sie Wandern gehen sollen oder ins Theater, solle man sich davon nicht abbringen lassen. "Viele Unternehmungen kann man vielleicht etwas kindgerechter gestalten. Aber grundsätzlich ist das auch eine gute Gelegenheit, der jungen Generation neue zu Erlebnisse ermöglichen", sagt Weipert.

Das alltägliche Lebensumfeld ist spannend

Für Kinder ist es aber durchaus auch spannend, die Großeltern einfach in ihrem alltäglichen Lebensumfeld zu erleben. "Scheinbar banale Dinge sind für die Kleinen oft ungemein aufregend. Beispielsweise Gartenarbeit mit Oma und Opa kann eine tolle Beschäftigung sein", sagt Müller-Lissner. Auch gemeinsames Backen und Kochen sei eine schöne Unternehmung, von der die Enkel oft noch Wochen später berichten. Das Haus der Großeltern ist ein besonderer Ferienort, da es oft ein wichtiger Schauplatz der Familiengeschichte ist. "Hier können Kinder immer wieder Spuren der Kindheit ihrer eigenen Eltern entdecken. Das eröffnet ihnen eine ganz neue Sicht auf die Dinge", sagt Müller-Lissner. Großeltern sollten ihren Enkeln bei dieser Spurensuche auch helfen. "Man kann beispielsweise erzählen, auf welchem Sessel die Mama immer am liebsten saß, oder das Lieblingsessen vom Papa kochen", schlägt die Autorin vor.

Was tun gegen das Heimweh?

Um Heimwehanfälle zu vermeiden, sollten Oma und Opa dem Enkelkind regelmäßig eine Kontaktmöglichkeit zu seinen Eltern verschaffen. "Man kann immer wieder vorschlagen, gemeinsam Mama und Papa anzurufen und zu erzählen, was man heute so gemacht hat. Aber manchmal hilft auch das nicht, und irgendwann kommt das Heimweh eben doch um die Ecke", sagt Müller-Lissner. Auf keinen Fall sollten Großeltern sich in diesem Fall Vorwürfe machen oder gar beleidigt reagieren. "Es ist ganz normal, wenn Kinder ihre Eltern vermissen. Das bedeutet nicht, dass sie ihre Oma und ihren Opa nicht lieb haben", stellt Müller-Lissner klar. Wenn der Trennungsschmerz die Tränen fließen lässt, ist es gut, wenn die Großeltern das richtige Tröstmaterial zur Hand haben. "Man sollte die Eltern darauf hinweisen, dem Kind unbedingt die wichtigsten Trösterchen in die Tasche zu packen. In einer Krise dürfen das Lieblingskuscheltuch oder der Lieblingslöwe nicht fehlen", sagt Horst Weipert. Auch ein Fotoalbum mit Bildern von Mama, Papa, Hund und Haus helfe vielen Kindern über den Trennungsschmerz hinweg. Die Entscheidungen, wie jeder Ferientag gestaltet wird, sollten Großeltern und Enkelkinder untereinander aufteilen. "Am besten vereinbart man 'Bestimmertage': An einem Tag bestimmen die Enkel, am nächsten Tag bestimmen dann Oma und Opa, was gemacht wird", empfiehlt Weipert. Auch wenn die Kinder vielleicht erst nicht begeistert davon sind, dass sie Wandern gehen sollen oder ins Theater, solle man sich davon nicht abbringen lassen. "Viele Unternehmungen kann man vielleicht etwas kindgerechter gestalten. Aber grundsätzlich ist das auch eine gute Gelegenheit, der jungen Generation neue zu Erlebnisse ermöglichen", sagt Weipert.

Das alltägliche Lebensumfeld ist spannend

Für Kinder ist es aber durchaus auch spannend, die Großeltern einfach in ihrem alltäglichen Lebensumfeld zu erleben. "Scheinbar banale Dinge sind für die Kleinen oft ungemein aufregend. Beispielsweise Gartenarbeit mit Oma und Opa kann eine tolle Beschäftigung sein", sagt Müller-Lissner. Auch gemeinsames Backen und Kochen sei eine schöne Unternehmung, von der die Enkel oft noch Wochen später berichten. Das Haus der Großeltern ist ein besonderer Ferienort, da es oft ein wichtiger Schauplatz der Familiengeschichte ist. "Hier können Kinder immer wieder Spuren der Kindheit ihrer eigenen Eltern entdecken. Das eröffnet ihnen eine ganz neue Sicht auf die Dinge", sagt Müller-Lissner. Großeltern sollten ihren Enkeln bei dieser Spurensuche auch helfen. "Man kann beispielsweise erzählen, auf welchem Sessel die Mama immer am liebsten saß, oder das Lieblingsessen vom Papa kochen", schlägt die Autorin vor.

Was tun gegen das Heimweh?

Um Heimwehanfälle zu vermeiden, sollten Oma und Opa dem Enkelkind regelmäßig eine Kontaktmöglichkeit zu seinen Eltern verschaffen. "Man kann immer wieder vorschlagen, gemeinsam Mama und Papa anzurufen und zu erzählen, was man heute so gemacht hat. Aber manchmal hilft auch das nicht, und irgendwann kommt das Heimweh eben doch um die Ecke", sagt Müller-Lissner. Auf keinen Fall sollten Großeltern sich in diesem Fall Vorwürfe machen oder gar beleidigt reagieren. "Es ist ganz normal, wenn Kinder ihre Eltern vermissen. Das bedeutet nicht, dass sie ihre Oma und ihren Opa nicht lieb haben", stellt Müller-Lissner klar. Wenn der Trennungsschmerz die Tränen fließen lässt, ist es gut, wenn die Großeltern das richtige Tröstmaterial zur Hand haben. "Man sollte die Eltern darauf hinweisen, dem Kind unbedingt die wichtigsten Trösterchen in die Tasche zu packen. In einer Krise dürfen das Lieblingskuscheltuch oder der Lieblingslöwe nicht fehlen", sagt Horst Weipert. Auch ein Fotoalbum mit Bildern von Mama, Papa, Hund und Haus helfe vielen Kindern über den Trennungsschmerz hinweg.




(Quelle: ddp)


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