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Alkoholkonsum: Regeln festgelegen und Konflikte austragen

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Alkohol führt zu immer mehr Klinikeinweisungen

07.04.2009, 13:56 Uhr | sca, iri; ots, aq, ddp

Wie die Techniker Krankenkasse (TK) meldet, ist die Zahl der alkoholbedingten Krankenhausaufenthalte bei Kindern und Jugendlichen auch 2008 weiter gestiegen. Alkohol steht unter den häufigsten Ursachen für Klinikaufenthalte bei Kindern und Jugendlichen mittlerweile auf Platz 15. Viele Eltern sind zwar wegen der nicht abreißenden Berichte alarmiert, halten sich bei der Erziehung ihres Nachwuchses aber an die eigenen Erfahrungen mit Alkohol: "Die lernen aus ihren Erlebnissen, so wie wir damals." "Diese Einstellung funktioniert nicht mehr", sagt Ottmar Stadtmüller, Leiter der Drogen- und Suchtberatung der Stadt Erlangen. Denn das Trinkverhalten der Heranwachsenden unterscheide sich deutlich von dem vorhergehender Generationen.

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Immer mehr Krankenhausaufenthalte

Bei den unter 18-Jährigen verzeichnete die TK im letzten Jahr 1.765 Einweisungen mit der Diagnose "Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol" - 174 mehr als im Jahr zuvor. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung ergeben sich damit fast 20.000 alkoholbedingte Krankenhausaufenthalte von Minderjährigen. Damit belegt Alkoholkonsum den 15. Platz unter den Ursachen für Klinikeinweisungen.

Erhöhte Suchtgefahr bei Jugendlichen

"War das Trinken früher die Begleiterscheinung einer Feier oder Party, trinken sich Jugendliche heute gezielt einen Rausch an", berichtet Stadtmüller. Dabei würden sie auch viel eher harte Spirituosen wie Wodka oder Tequila konsumieren. Zudem sei das Alter gesunken, in dem Heranwachsende erste Erfahrungen mit Alkohol machten. "In ihrer körperlichen und seelischen Entwicklung sind sie aber noch gar nicht dafür bereit", sagt der Experte. Dadurch steige die Gefahr, dass ihr Verhalten zur Sucht werde.

Eltern müssen gutes Vorbild sein

"Während man andere Drogen generell verbieten kann, gehört Alkohol zu unserer Kultur dazu", sagt Albert Wunsch, Dozent für Erziehungswissenschaft an der Katholischen Fachhochschule Köln. Daher hätten Eltern die schwierige Aufgabe, ihrem Nachwuchs Alkohol als ein Genussmittel nahezubringen, das man ab einem gewissen Alter in bestimmten Situationen in Maßen genießt. Dafür müssten sie zunächst selbst Vorbild sein. Dies bedeute zum Beispiel, dass sie nicht jeden Abend ihren beruflichen Frust mit Bier herunterspülen oder sich bei Feiern zu extremem Alkoholkonsum hinreißen lassen.

Ausnahmen nur an besonderen Anlässen

Jede Familie brauche zudem klare Regeln für den Umgang mit Alkohol. Dabei sei ganz wichtig, dass Kinder gar keinen Alkohol trinken dürfen. Je nach Vorgabe der Eltern könne man Heranwachsenden etwa mit 14 oder 15 Jahren zu besonderen Gelegenheiten ein Glas Sekt oder Bier anbieten. Unbedingt sollte nach der vorher vereinbarten Menge Schluss sein. Auch hierbei müssten die Eltern Vorbild sein. "Denn auch Erwachsene sollten nicht mehr als zwei bis drei Gläser Alkohol innerhalb eines speziellen Anlasses trinken", empfiehlt Wunsch.

Klare Regeln für private Partys

Die ersten Erfahrungen mit Alkohol machten die meisten Heranwachsenden bei einer privaten Party. "Dabei haben Eltern große Einflussmöglichkeiten", sagt Ottmar Stadtmüller. Während man mit dem Nachwuchs etwa über die Lautstärke der Musik oder die Dauer der Fete diskutieren könne, sollten die Regeln in Bezug auf Alkohol nicht verhandelt werden. Dies betreffe etwa die Altersgrenze für Bier und Wein oder ein generelles Verbot von Spirituosen.

Positive Anreize schaffen

"Da Pubertierende ihre Grenzen austesten, müssen Eltern mit Konflikten rechnen", sagt Stadtmüller. Sie könnten aber versuchen, positive Anreize für das Einhalten der Regeln zu schaffen. So würden manche Eltern zum Beispiel für eine Party kochen, auf der verantwortungsvoll mit Alkohol umgegangen wird. Zum anderen müssten sie aber auch Konsequenzen ziehen, wenn die Fete ausufere. Die Sanktionen sollten angemessen sein. "Zudem darf man nur das androhen, was man auch wirklich durchsetzen möchte", rät der Diplompsychologe.

Kindern den Rücken stärken

Dem Nachwuchs könne es helfen, wenn die Eltern mit ihm kritische Situationen durchsprechen. "Die meisten Jugendlichen sind nicht so sicher, wie sie vorgeben", berichtet Stadtmüller. Selbst wenn sie genervt täten, warteten sie doch darauf, dass ihre Eltern das Thema ansprechen. Dies bestätigt auch der Kölner Erziehungswissenschaftler Albert Wunsch. Zusammen könne man sich zum Beispiel überlegen, wie man sich verhält, wenn ein Freund noch ein Bier will, obwohl er schon betrunken lallt. Oder wenn ein Bekannter mit der Flasche Wodka in der Hand zur Mutprobe auffordert. "Es ist wichtig, dass man Kinder stark macht, damit sie in entscheidenden Momenten 'Nein' sagen können", berichtet Wunsch.

Jugendliche haben oft Probleme

Wichtige Argumentationshilfen können auch die Gefahren von exzessivem Trinken für Leib und Leben der Jugendlichen sein. Informationen zu den Risiken des Komasaufens gibt es im Internet und in vielen Beratungsstellen. Die Drogen- und Suchtberatung der Stadt Erlangen beispielsweise ist an dem bundesweiten Präventionsprojekt "HaLT - Hart am LimiT" beteiligt. Mitarbeiter des Teams informieren nicht nur über den verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol, sondern betreuen auch Kinder und Jugendliche, die mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus liegen. "Etliche Jugendliche funktionieren in der Woche ganz gut, ersäufen aber am Wochenende ihren Frust", berichtet Stadtmüller. Häufig hätten sie Probleme, die ihr erwachsenes Umfeld bis dahin nicht mitbekommen habe.

Gemeinsame Familienaktivitäten stärken Pubertierende

Daher sollten sich Eltern gerade auch in schwierigen Zeiten für die Lebenswelt ihrer Kinder interessieren. Trotz wechselnder Launen und häufiger Konflikte bräuchten Pubertierende ihre Eltern als Ansprechpartner. Dabei könnten ihnen Alltagsrituale wie ein regelmäßiger Familienabend oder gemeinsame Aktivitäten am Wochenende helfen. "Beim Kanutrip oder im Hochseilgarten bekommt man dann vielleicht auch ohne Alkohol einen Kick", sagt Stadtmüller.

Regeln festgelegen und Konflikte austragen

"Da Pubertierende ihre Grenzen austesten, müssen Eltern mit Konflikten rechnen", sagt Stadtmüller. Sie könnten aber versuchen, positive Anreize für das Einhalten der Regeln zu schaffen. So würden manche Eltern zum Beispiel für eine Party kochen, auf der verantwortungsvoll mit Alkohol umgegangen wird. Zum anderen müssten sie aber auch Konsequenzen ziehen, wenn die Fete ausufere. Die Sanktionen sollten angemessen sein. "Zudem darf man nur das androhen, was man auch wirklich durchsetzen möchte", rät der Diplompsychologe.

Kindern den Rücken stärken

Dem Nachwuchs könne es helfen, wenn die Eltern mit ihm kritische Situationen durchsprechen. "Die meisten Jugendlichen sind nicht so sicher, wie sie vorgeben", berichtet Stadtmüller. Selbst wenn sie genervt täten, warteten sie doch darauf, dass ihre Eltern das Thema ansprechen. Dies bestätigt auch der Kölner Erziehungswissenschaftler Albert Wunsch. Zusammen könne man sich zum Beispiel überlegen, wie man sich verhält, wenn ein Freund noch ein Bier will, obwohl er schon betrunken lallt. Oder wenn ein Bekannter mit der Flasche Wodka in der Hand zur Mutprobe auffordert. "Es ist wichtig, dass man Kinder stark macht, damit sie in entscheidenden Momenten 'Nein' sagen können", berichtet Wunsch.

Jugendliche haben oft Probleme

Wichtige Argumentationshilfen können auch die Gefahren von exzessivem Trinken für Leib und Leben der Jugendlichen sein. Informationen zu den Risiken des Komasaufens gibt es im Internet und in vielen Beratungsstellen. Die Drogen- und Suchtberatung der Stadt Erlangen beispielsweise ist an dem bundesweiten Präventionsprojekt "HaLT - Hart am LimiT" beteiligt. Mitarbeiter des Teams informieren nicht nur über den verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol, sondern betreuen auch Kinder und Jugendliche, die mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus liegen. "Etliche Jugendliche funktionieren in der Woche ganz gut, ersäufen aber am Wochenende ihren Frust", berichtet Stadtmüller. Häufig hätten sie Probleme, die ihr erwachsenes Umfeld bis dahin nicht mitbekommen habe.

Gemeinsame Familienaktivitäten stärken Pubertierende

Daher sollten sich Eltern gerade auch in schwierigen Zeiten für die Lebenswelt ihrer Kinder interessieren. Trotz wechselnder Launen und häufiger Konflikte bräuchten Pubertierende ihre Eltern als Ansprechpartner. Dabei könnten ihnen Alltagsrituale wie ein regelmäßiger Familienabend oder gemeinsame Aktivitäten am Wochenende helfen. "Beim Kanutrip oder im Hochseilgarten bekommt man dann vielleicht auch ohne Alkohol einen Kick", sagt Stadtmüller.

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