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Mama, die Trinkerin

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Alkoholismus  

Mama, die Trinkerin

| Spiegel Online, Spiegel Online

von Julia Jüttner

Kinder von Alkoholikern sind selbst hochgradig alkoholismusgefährdet: Studien belegen, dass bei ihnen das Risiko bis zu sechsfach höher ist als bei anderen. Ein Drittel wird im Erwachsenenalter alkohol-, drogen- oder medikamentenabhängig. Ein weiteres Drittel lebt später mit einem süchtigen Partner und setzt so Verhaltensmuster fort, die in frühester Kindheit erlernt wurden. Das letzte Drittel kommt scheinbar ohne Schädigungen davon. Doch viele von diesen Kindern leiden unter Ängsten, Depressionen, psychosomatischen Störungen.

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Nacoa-Chef Mielke schloss sich Selbsthilfegruppe an

Auch Nacoa-Chef Mielke wuchs mit einem alkoholkranken Elternteil auf. Nach außen hin wurde die Sucht lange Zeit sorgfältig verborgen. Im Endstadium war sie offensichtlich. Mit Anfang 20 schloss sich Mielke einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholikern an. "Es hat lange gedauert, bis ich erkannt habe, dass meine eigenen Probleme mit dem Suchtproblem meiner Eltern in Verbindung stehen", sagt der heute 40-Jährige.

Suchtfamilien schotten sich ab

Mielke gehört zu rund sechs Millionen Erwachsenen in Deutschland, die als Kinder unter Alkoholismus in der Familie zu leiden hatten. Suchtfamilien schotten sich ab: Die Kinder erleben weniger Zusammenhalt, bekommen weniger intellektuelle und kulturelle Orientierung. Unabhängig zu leben, ist ihnen eher fremd als anderen, und ihre Freizeit verbringen sie weniger aktiv und kreativ. Die Folgen sind oft körperliche und seelische Gesundheitsprobleme und Schwierigkeiten in der Schule.

Kinder alkoholkranker Eltern erleben mehr Gewalt

Kinder alkoholkranker Eltern werden ungleich häufiger geschlagen. Oft kommt es in suchtbelasteten Familien zu sexuellem Missbrauch. Kinderschutzverbände führen in vielen Fällen Gewalt und Vernachlässigung auf Suchtprobleme in der Familie zurück. Pro Jahr gehen laut Bundeskriminalamt rund 3000 Anzeigen wegen Misshandlung ein - Experten schätzen die Dunkelziffer um das 20fache höher. Nach Angaben des Deutschen Kinderschutzbundes sind bis zu 500.000 Kinder von Vernachlässigung betroffen.

Sucht ließ sich nicht mehr verbergen

Laura ist von ihrer Mutter emotional vernachlässigt worden - materiell jedoch nie, sagt sie. "Wir hatten immer Geld." Und Alkohol im Haus. Als sie 14 war, erlebte Laura ihren ersten Vollrausch, mit Freunden auf dem Dachboden der elterlichen Villa. "Meine Mutter hat nicht mal gemerkt, dass wir uns aus ihren Vorräten bedient haben." Mit 16 wurde Laura mit ihrer Clique nachts auf der Straße von der Polizei aufgegriffen. Da ließ sich auch die Sucht ihrer Mutter nicht mehr vertuschen - Beamte brachten das Mädchen zu den Großeltern. Lauras Mutter begab sich erstmals in Therapie.

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