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Die Währung des Schulhofs - gefährlicher Spieletrend?

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Wrestling-Chips  

Die Währung des Schulhofs - gefährlicher Spieletrend?

30.10.2008, 11:55 Uhr | sca, dpa

"Nur da, wo das Geld lockerer sitzt"

Der goldene Rey Mysterio wird im Internet für über zehn Euro gehandelt. "Reine Abzocke", sagt Jeske. Die hohen Preise sind für ihn auch der Grund, dass sich der Trend in Berlin nicht an allen Grundschulen ausgebreitet. "Nur da, wo das Geld ein wenig lockerer sitzt." In einigen Hamburger Grundschulen kursiert derweil eine kostengünstigere Variante des Chip-Spiels: Hier spielen die Kinder mit den Kronkorken von Bier- oder Limonadenflaschen, dabei gelten seltene, "coole" Motive als besonders wertvoll.

Chips versprechen Zugehörigkeit

Die Erklärung für das Geschäft mit den Wrestling-Chips sei ganz einfach, sagt der Entwicklungspsychologe Herbert Scheithauer von der Freien Universität Berlin. Die Industrie habe festgestellt, dass Grundschulkinder immer mehr Taschengeld haben, "daher setzen die Firmen Trends durch Werbung". Es werde ausgenutzt, wovor selbst Erwachsene nicht immer sicher sind: "Man verspricht Zugehörigkeit. Wer die Chips nicht hat, gehört nicht dazu." Kinder brauchten zwar Identifikationsmöglichkeiten - "aber keine kommerziellen", betont der Psychologe.

Währung des Schulhofes

Wrestling-Chips entwickeln sich zur Währung des Schulhofes. "Das Spielen um Chips kann man aber nicht zu den Glücksspielen im engeren Sinn zählen", erläutert Psychologe und Glücksspielforscher Tobias Hayer von der Universität Bremen. Einige Spielvarianten aber ähnelten dem Glücksspiel. Die Vermutung vieler Eltern, die Spielerei könne süchtig machen, weist Hayer zurück. Dennoch, so betont er, "ist es wichtig, dass Kinder ihr Freizeitverhalten nicht einseitig ausrichten".

Nach Verbot war Trend vorbei

Die Schüler der Stechlinsee-Grundschule scheinen die bunten Plastikscheiben mit dem Metallkern kaum zu vermissen. "Kaum hatte ich das Verbot ausgesprochen, war der Trend mit einem Mal vorbei", erinnert sich Schulleiter Jeske. "Die Schüler haben sofort eingesehen, dass das Verbot gute Gründe hat."

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