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Eltern haben bei der Namensgebung viele Freiheiten

03.11.2008, 16:17 Uhr | ruf, ddp

Schon vorher abklären, ob der Name legitim ist

Ob ein bestimmter Vorname zulässig ist, entscheidet das zuständige Standesamt. Um sich nach der Geburt des Kindes den Stress einer Ablehnung zu ersparen, sollten sich Eltern mit einem "exotischen" Namenswunsch schon vorab dort erkundigen. Falls es Probleme geben würde, könne man dann in Ruhe versuchen, die Legitimität eines Namens nachzuweisen. Oft werde man dafür in internationalen Vornamenbüchern fündig oder könne im Internet real existierende Personen mit diesem Namen aufspüren. Auch die Botschaft eines anderen Landes oder ein beglaubigter Übersetzer kann die Existenz eines Namens bestätigen. Gegen Gebühr helfen auch die Namensberatungsstellen der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden oder der Universität Leipzig.

Rechtliche Schritte sind möglich

"Es gibt ständig Zweifel und Übergangsfälle und vor allem immer neue Vornamen", berichtet Müller. Als Ortsbezeichnungen waren etwa Chelsea, Brooklyn oder Paris in Deutschland lange als Vornamen nicht zulässig. Da sie sich aber im englischsprachigen Raum als Vorname durchgesetzt hätten, dürften sie nun auch hier geführt werden. Anders der Name Lucifer. Den "Lichtbringer", so die wörtliche Übersetzung, gebe es zwar im Italienischen als Vornamen. "Die christliche Tradition hat ihn aber mit dem Teufel in Verbindung gebracht, und daher sah ein Standesamt das Wohl des Kindes beeinträchtigt und lehnte ihn ab", erläutert der Namensberater. Falls Eltern eine solche Entscheidung nicht hinnehmen möchten, können sie dagegen gerichtlich vorgehen.

Im Interesse des Kindes entscheiden

"Es ist wichtig, dass Eltern den Namen ihres Kindes nicht zur Selbstdarstellung nutzen", sagt Cornelia Nitsch. So weckten einige Namen Erwartungen, die ein Kind nicht unbedingt erfüllen könne. Unter Umständen fühle sich ein eher schüchternes, blondes Mädchen als Esmeralda oder Carmen unwohl. Ein Name sollte auch zu allen Lebensphasen passen. So eigne sich zum Beispiel Aljoscha für einen kleinen Jungen, ein Jugendlicher oder Erwachsener möchte vielleicht einen weniger niedlichen Namen.

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